campus-web Bewertung: 3,5/5
   
 

Gttervater Zeus
   
 

Hades - Herrscher der Unterwelt
   
Wenn sich die Werbung eines Filmes schon auf seine Effekte beschrnkt, darf man wohl keine tiefgrndige erwarten. Geht man so ins Kino, wird man bei Kampf der Titanen auch nicht enttuscht. Aber Handlung verkauft schlielich keine 3D-Eintrittskarten und ist dementsprechend auch nicht das, worauf dieser Film ausgelegt ist. Eigentlich Schade, denn das Quellenmaterial htte durchaus eine vielschichtige Story hergegeben.

Kampf der Titanen basiert lose auf dem gleichnamigen Filmklassiker von 1981, der wiederum von der griechischen Mythologie inspiriert ist. Die Bewohner der Stadt Argo haben die Gtter satt. Sie whnen sich ungerecht behandelt, erfahren sie in letzter Zeit doch mehr Leid als Segen. Wenn man sich schon mit den Gttern anlegt, reicht Nichtbeten allein nicht aus. Flugs wird die groe Zeus-Statue am Meer abgerissen, was prompt die gewaltttige Reaktion von Hades (Ralph Fiennes), dem Gott der Unterwelt, provoziert. Als Kollateralschaden erleidet Perseus (Sam Worthington), der Held des Films, Schiffbruch.

Unterdessen hat der oberste Gott Zeus (Liam Neeson) Hades damit beauftragt, den Menschen wieder Ehrfurcht vor den Gttern zu lehren. Hades stellt ein Ultimatum: Die Bewohner Argos haben zehn Tage Zeit, die Knigstochter Andromeda (Alexa Davolos) zu opfern oder Hades Monster, der Kraken, wird die Stadt zerstren. Der einzige, der sowohl die Stadt als auch die Knigstochter retten kann ist Halbgott Perseus - unehelicher Sohn des Zeus.

Dies knnte die Ausgangsbasis fr groes Kino sein. Die Story bietet ausreichend Gelegenheit, den Vater-Sohn-Konflikt zwischen Perseus und Zeus zu betrachten. Sie knnte sich aber auch eingehend mit dem Verhltnis der Menschen zu den Gttern oder zu ihrem Schicksal auseinandersetzen. Sogar ein Eifersuchtsdrama zwischen der Prinzessin und Perseus groer Liebe wre leicht umzusetzen. Stattdessen widmet sich Kampf der Titanen einzig der Frage, wie Perseus mglichst viele Monster abmurksen kann. Das ist dafr beraus effektvoll in Szene gesetzt. Das Design der Monster, Kulissen und Kostme sind groartig und knnen sich fast mit Der Herr der Ringe messen. Wie in jedem guten Fantasystoff wird hier eine komplette Welt erschaffen. Abzge gibt es lediglich fr die leicht albern wirkenden Glitzerrstungen der Gtter des Olymp. Dafr wnscht man sich gerade dort, dass die Kamera doch bitte ein wenig verweilen mge.
Kampf der Titanen
(Clash of the Titans), USA 2010
Verleih: Warner
Genre: Fantasy-Action
Filmlaufzeit: 106 Minuten
Regie: Louis Leterrier
Darsteller: Sam Worthington, Gemma Arterton,
Mads Mikkelsen, Alexa Davalos,Liam Neeson,
Ralph Fiennes
Kinostart: 08.04.2010


Hektische Schnitte verwehren dem Zuschauer in den meisten Actionsequenzen jegliche bersicht. Das ist umso bedauerlicher, da sich die Kampfszenen wirklich sehen lassen knnen. Regisseur Louis Leterrier wei, wie man Action in Szene setzt, aber bei diesem Film ist sein grter Gegner der Schneidetisch. Ein Umstand, der sich in der zweiten Hlfte des Films glcklicherweise etwas bessert. Vor allem der Endkampf mit wilder Verfolgungsjagd durch die Straen und Lfte von Argo ist grandios und macht den Film definitiv sehenswert.

Lediglich der Sound bleibt hinter der sonstigen Designexzellenz zurck, fr einen Kampf der Titanen hrt er sich zu "zahnlos" an. Stdtegroe Monster sollten nach Weltuntergang klingen und nicht nach mittelgroem Verkehrsunfall. Die 3D-Effekte lassen ebenfalls zu wnschen brig: Zwei mangelnd ausgeleuchtete Szenen am Anfang und die viel zu schnellen Schnitte in den Kampfszenen machen die 3D-Brille stellenweise eher zur Arbeit als zum Vergngen. Der Film wurde nicht ursprnglich mit 3D-Technik gedreht, sondern dahingehend nachbearbeitet. Das merkt man leider.

Alles in allem gewinnt man durch die hektischen Schnitte und den mangelnden Plot zugunsten der Action schnell den Eindruck, dass die Filmemacher panische Angst hatten, das Kinopublikum zu langweilen. Das ist angesichts der tollen Schauspieler, die leider keine Gelegenheit haben, ihr Potenzial auszuspielen, des groartigen Production Designs, von dem man auch nach dem Film noch nicht genug hat und der Dankbarkeit des Quellenmaterials nur noch rgerlicher. Von einem Titanen darf man etwas mehr Selbstbewusstsein erwarten.


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