campus-web Bewertung: 2,5/5
   
 

   
 

   
Nachdem der Cellist Daigo Kobayashi (Masahiro Motoki) entlassen wird, kehrt er mit Mika(Ryoko Hirosue) in seine Heimatstadt zurck um dort nach einer neuen Anstellung zu suchen. Bald entdeckt er das Inserat einer "Reisefirma" und bewirbt sich. Beim Vorstellungsgesprch wird ihm schlagartig klar, um was fr Reisen es sich handelt: Die Firma ist ein Bestattungsunternehmen. Aus Geldnot nimmt er die Stelle an und wird Leichenbestatter. Daigo erzhlt niemandem etwas von seinem neuen Beruf. In der japanischen Gesellschaft ist dieser Beruf ein groes Tabu. Weder seine Frau Mika noch seine Freunde wissen davon. Daigo fhrt eine Art Doppelleben und versucht, seine neue Profession mit seinem Leben in Einklang zu bringen. Doch das will ihm nicht immer gelingen.

Kontakt mit Toten hat man nicht alle Tage und die wenigsten kennen wohl einen Leichenbestatter persnlich. Nokan bringt uns in die Welt der traditionellen japanischen Bestattungsrituale. Ein seltenes Thema auf der groen Leinwand. Die interessantesten Szenen sind die Arbeiteinstze der Bestatter, die in allen Details gezeigt werden: die ganze Prozedur der Totenwsche und ihre Aufbewahrung gehren dazu. Die Darstellung der Trauernden ist glaubwrdig und reiht sich ein in die melancholische Grundstimmung des Films.
Nokan Die Kunst des Ausklangs
(Okuribito), Japan 2008
Verleih: Kool
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 131 min
Regie: Yjir Takita
Darsteller: Masahiro Motoki, Ryoko Hirosue,
Tsutomu Yamazaki
Kinostart: 26.11.2009


Bemerkbare Schwchen vermindern jedoch den Gesamteindruck. Die Geschichte ist nicht sehr originell und hinterlsst keinen bleibenden Eindruck. Zu sehr bewegt sich das Ganze in altbekannten Mustern. Die Geschichte von einem Mann in einer Lebenskrise, die er durch das Beschreiten neuer Wege lsen will. Die langen, oft schweigsamen Landschaftsszenen strengen auf Dauer sehr an. Manche Szenenabschnitte sind wie Gemlde aufgebaut. Sie versinnbildlichen die Trauer und Einsamkeit des Berufs. Doch nach einer Weile fhrt das weder zu Mitgefhl noch Spannung. Die Atmosphre ist eher eintnig. Daigos gesellschaftlicher Konflikt, sein Versuch, die Arbeit vor seinem sozialen Umfeld zu verheimlichen, sorgt nur wenig fr Spannung und kann den Film nicht tragen.

Zu sehr verliert er sich in ermdenden Handlungsablufen und kitschigen Szenen, wie die Darstellung von weien Schwnen, die den Tod symbolisieren sollen. Die wenigen vermeintlich witzigen Szenen sind kaum berzeugend und fhlen sich unpassend an. Immerhin konnte Nokan die Oscar-Jury berzeugen und gewann den Oscar als bester auslndischer Film.

Fazit: Ein interessantes Thema in altbekannter Story eingepackt, jedoch zu mhsam und zh umgesetzt. Fr Anhnger des japanischen Films auf jeden Fall zu empfehlen. Regulre Kinognger werden sich durch den schwierigen Stoff wohl eher befremdlich fhlen.



Artikel drucken