Es ist ein Bild, das man, einmal gesehen, nicht so schnell vergisst. Eine kleine Bucht in Japan, der Strand umgeben von Felsen. Hier knnte man einen schnen Urlaub verbringen. Doch das Wasser ist nicht einladend blau, sondern blutrot - gefrbt durch die Unmengen von Delfinen, die hier in diesem Moment abgeschlachtet werden. Es ist das Bild, auf das der Dokumentarfilm Die Bucht hinarbeitet. Das Zeichen der Unvorstellbarkeit, um auch dem noch so skeptischen Zuschauer eindringlich zu erklren: Hier geschieht himmelschreiendes Unrecht, und nur durch diesen Film haben wir berhaupt eine Chance, es zu beenden.

Der Ursprungspunkt dieses Filmes ist Ric OBarry, ein auf die 70 Jahre zugehender US-Amerikaner. In den 60er Jahren trainierte er Flipper und half so, den Ruf des ewig frhlichen Delfins zu kreieren, der zum Fluch fr eine Spezies werden sollte, die seitdem systematisch gejagt, gefangen, in zu enge Becken gesteckt und dressiert wird. Doch hinter dem ewigen Lcheln der Tiere steckt eine Melancholie, die fr OBarry erst offenbar wurde, als ein Delfinweibchen in seinen Armen das Atemloch verschloss, um freiwillig zu ersticken.

So zumindest geht die Grndungslegende von OBarrys Engagement, und selbst wenn man daran zweifelt, dass ein Delfin so sein Leben beenden knnte, man muss seine Arbeit wrdigen. Unermdlich kmpft er, aber so schwierig, wie es in Die Bucht beschrieben wurde, war es sicherlich noch nie.
Die Bucht
(The Cove), USA 2009

Verleih: Drei Freunde
Genre: Dokumentation
Filmlaufzeit: 92 min
Regie: Louie Psihoyos
Kinostart: 22.10.2009


In diesem von Louie Psihoyos geleiteten Film geht es um OBarrys Versuch, herauszufinden, was genau in der Bucht von Taji passiert. Dieses Gebiet wird jedes Jahr im September hermetisch abgeriegelt, vom offenen Meer her werden ber 2000 Delfine zwischen die engen Felsen getrieben, dort nach ihrer Brauchbarkeit fr Meeresaquarien selektiert und der berschuss anschlieend umgebracht immerhin bringt selbst ein getteter Delfin in Japan noch 600 Dollar. Ein lebendes, schnes Exemplar, das spter durch Ringe hpfen soll, wird gar mit 150.000 Dollar gehandelt. Ein lohnendes, aber blutiges Geschft.

Die Bucht begleitet also ein Team von Umweltschtzern und Filmern, die ber Zune klettern, mit Nachtsichtgerten an Wachen vorbeischleichen und stundenlang in Bschen ausharren, um nicht entdeckt zu werden. Die Mhe wird belohnt durch das Festhalten von Bildern unglaublicher Grausamkeit, die sich tief ins kulturelle Gedchtnis einer Gesellschaft eingraben. Einer Gesellschaft, die den Free Willy-Hype schon viel zu lange vergessen hat.

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Mehr Informationen und den Trailer findet ihr auf der Offiziellen Homepage.

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