Mller, Kohlhaase, Hering, Dresen, Harfouch
   
 

Der Regisseur und seine Hauptdarstellerin
   
 

Ein Hauch von Rgen im Cinenova
   
Vergangenen Donnerstag feierte Andreas Dresen ("Sommer vorm Balkon", "Halbe Treppe", "Wolke 9") seine Kln-Premiere im Cinenova. Die Gste im restlos ausverkauften Kinosaal amsierten sich prchtig und so betrat Regisseur Dresen glcklich und stolz die Bhne nach dem Abspann, um sich den Reaktionen des Publikums zu stellen. Erfreut begrte er den Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase ("Solo Sunny", "Klemperer", "Sommer vorm Balkon"), der die Geschichte um einen Schauspieler mit Alkoholproblem, der einen jngeren Konkurrenten vor die Nase gesetzt bekommt, nach einer ihm berlieferten Geschichte schrieb. So soll es sich in den spten 50er Jahren am Set des DEFA-Films "Schlsser und Katen" von Kurt Mtzig zugetragen haben, dass der etwas in die Jahre gekommene Schauspieler Raimund Schelcher nach einem kleinen Exzess dem jngeren Hans Hardt-Hardtloff gegenbersah und sich wohl oder bel zusammenreien mute, um nicht dem Schnitt zum Opfer zu fallen. Was in "Whisky und Wodka" als offenes Duell zu sehen ist, sei damals aber wohl eine stille Feindschaft gewesen. Die Geschichte erfuhr Kohlhaase von Frank Beyer - damals noch Kameraassistent, spter Regisseur so legendrer DEFA-Produktionen wie "Spur der Steine" oder "Jakob der Lgner" - der einzige ostdeutsche Film, der je fr den Oscar nominiert wurde.

Dresen betont die Harmonie und das Vertrauen, auf der die Zusammmenarbeit mit Kohlhaase beruht. "Man findet hnliche Filme gut und hnliche Filme schlecht", so Dresen. Mit seinem Film mchte er keine Fragen beantworten: "Rollen wechseln im Kino und im Leben". Und so sollte man sich von "Whisky mit Wodka" einfach nur unterhalten lassen und diesen amsanten Blick hinter die Kulissen der schillernden Filmwelt in vollen Zgen genieen - mit Whisky oder Wodka.

Neben Dresen, Kohlhaase und Produzent Christoph Mller waren zwei der Hauptdarsteller anwesend: die wunderbare Corinna Harfouch, die laut Dresen so viel humorvoller als ihre Figur sei, und Markus Hering, der den "Ersatzmann" im Film spielt. So konnte Harfouch ihren Humor gleich beweisen - eine Zuschauerin fragte nach dem Geheimnis ihres "geilen Arschs". "Ich hab ihn einfach" antwortete Harfouch etwas verdutzt, whrend Dresen noch ber den Begriff "Schrfenverlagerung" nachdachte. Nach seiner Vorliebe fr eben diese gefragt, mute er passen. Mehrere Erklrungs- oder doch eher Deutungsversuche scheiterten und so blieb nur ein Fazit: "Wie immer man die Schrfe verlagert, Corinna bleibt scharf." (Kohlhaase)

Dresen betont zum Abschluss noch einmal die "immer tolle Stimmung" in Kln und so konnten sich alle Anwesenden beherzt auf das deftige Buffet strzen. Hoffen wir, dass Dresen schnell nachlegt und bald wieder Gast in der Domstadt sein wird.

"Whisky mit Wodka" luft seit Donnerstag in den deutschen Kinos. Hier gehts zu unserer Filmkritik.

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