campus-web Bewertung: 3/5
   
 

   
 

   
Die Apokalypse ist eigentlich ein alter Hut. Seit Menschen auf diesem Planeten umherlaufen, haben sie scheinbar Angst, wieder rausgeschmissen zu werden. Schon antike Kulturen verdchtigten daher unergrndliche, hhere Mchte, am Untergang der Menschheit zu feilen ob mit Feuerregen, Heuschreckenschwrmen oder gigantischen berschwemmungen. Die Terminator-Saga erzhlt diesen Mythos weiter, mit den Katastrophen-Vokabeln des 20. Jahrhunderts: nukleare Vernichtung und gesichtslose, massenmordende Kriegsmaschinerien lschen das Leben der in Ungnade gefallenen Schpfung aus.

Die anonyme gttliche Macht ist in diesem Mythos das Computersystem Skynet, das sthlerne, schwer bewaffnete Titanen und echsengleiche Krieger in die endzeitliche Schlacht fhrt. Aber anders als z.B. in der biblischen Sintflut kmpft in der aschfahlen Terminator-Welt ein Huflein der Aufrechten fr Freiheit, Selbstbestimmung und Menschlichkeit natrlich in den USA, genauer gesagt: in Kalifornien, wo man es als Terminator auch heute schon politisch weit bringen kann. Denn der Terminator hypnotisiert allein durch seinen Mythos. Den baute Regisseur James Cameron schon in den ersten beiden Filmen der Saga fabelhaft auf, gerade weil er ihn in seiner Vollversion nur andeutete. Beide Filme spielten in einem Los Angeles der Gegenwart, auf das die dstere Zukunft mit der Ankunft des zeitreisenden Muskel-Cyborgs einen beklemmenden Schatten warf. Mit der Materialschlacht von Terminator 3: Rebellion der Maschinen aber mussten die Karten auf den Tisch. Ab hier war der "Tag der Abrechnung" auch in der Kamera-Nahaufnahme angekommen.
Terminator - Die Erlsung,
Terminator Salvation, (USA 2009)

Verleih: Sony Pictures
Genre: Sci-Fi-Action
Filmlaufzeit: 115 min
Regie: McG
Darsteller: Christian Bale, Sam Worthington, Anton
Yelchin, Moon Bloodgood, Bryce Dallas Howard,
Helena Bonham Carter
Kinostart: 04.06.2009


Und irgendwie ist das auch das Problem von Terminator 4: Die Erlsung. Denn sobald die Killermaschinen oft genug ber die Leinwand geflimmert sind, gruseln sie einen einfach nicht mehr so richtig. Zwar legt Regisseur McG eine enorm fesselnde Action hin, die sich mit ihren rasanten Schnitten in jeder Hinsicht gewaschen hat. Aber auch Geballer mit Hochspannung ist und bleibt eben Geballer.

Die bewhrten Zeitreiseparadoxien und mythischen Schicksalsbetrachtungen scheinen also grtenteils aufgebraucht. Es geht mal wieder um den Menschheitsretter John Connor (Christian Bale), der den jungen Kyle Reese (Anton Yelchin) aus den Klauen der Maschinen befreien will, um ihn irgendwann in Zukunft in die Vergangenheit zu schicken, also in Film 1, zum Schutz von Connors Mutter, wobei Reese brigens Connors Vater wird, bzw. geworden sein werden wird. Wie auch immer: Fr diese Mission bentigt er die Hilfe des ominsen Marcus Wright (Sam Worthington), der dummerweise ohne es zu wissen selbst eine halbe Maschine ist. Whrend Connor sich fragt, wie weit er Wright trauen kann, ergibt sich auch fr den Zuschauer Klrungsbedarf: Warum haben die Maschinen sich Hochhuser gebaut? Wofr brauchen sie dort Drehventile und Touchscreens? Fr den Hausmeister? Und wieso besitzen sie USB-Schnittstellen? Vielleicht erfahren wir mehr darber im fnften Terminator-Film, ber den bereits spekuliert wird. Denn fr den Mythos als Ganzen gilt immer auch das Motto seiner Figur: "Ill be back."

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