Das Kriegsdrama John Rabe erhielt die Goldene LOLA
   
 

Andreas Dresen und seine Hauptdarstellerin Ursula Werner
   
Da kann man machen was man will, Hollywood ist und bleibt die Knigin - auch in den deutschen Kinos. Whrend die Oscar-Verleihung weltweit Aufsehen erregt und die Preistrger danach in aller Munde sind, bleiben Preisverleihungen im nationalen Bereich leider eher unbemerkt.

Vergangenen Freitag wurde der deutsche Filmpreis - die LOLA - verliehen. Bereits zum zweiten Mal fhrte Barbara Schneberger witzig und charmant durch den Abend. Musikalischer und optischer Hhepunkt war wohl ihre Darbietung des Marlene-Dietrich-Klassikers "Ich bin die fesche Lola" - Schneberger erschien als LOLA in ein wahrlich fesselndes Kostm gesteckt auf der Bhne und gab den Schlager in der Filmpreisversion zum besten.

Die LOLA ist die renommierteste und hchst dotierte Auszeichnung fr den deutschen Film und der braucht sich hinter der internationalen Konkurrenz nicht verstecken. Im Rennen waren erstaunlich wenig kommerziell erfolgreiche Filme. Die Jury zeigte in diesem Jahr ein Herz fr kleine "stille" Filme, wie Andreas Dresens Altersdrama Wolke 9 oder Caroline Links Im Winter ein Jahr.

Dresen, der schon lange als Ausnahmeregisseur gehandelt wird und mit seinen auergewhnlichen Filmen immer wieder Gespr fr Authentizitt und Sensibilitt beweist, hat fr sein im Dogma-Stil gedrehtes Drama Wolke 9 endlich den schon lang verdienten Filmpreis als bester Regisseur erhalten. Zudem konnte Wolke 9 in der Kategorie "Bester Film" die bronzene LOLA fr sich gewinnen.

Es war der Abend der Auenseiter. Bernd Eichinger zeigte sich sichtlich enttuscht, dass sein Mammutprojekt Der Baader-Meinhof-Komplex leer ausging. Das kommerziell bislang eher mig erfolgreiche Drama John Rabe von Oscar-Preistrger Florian Gallenberger war mit insgesamt vier LOLAs der Gewinner des Abends. Er wurde zum besten Film des Jahres gekhrt und Ulrich Tukur erhielt die Auszeichnung als bester mnnlicher Hauptdarsteller fr seine Verkrperung des deutschen Kaufmanns John Rabe, der whrend des Zweiten Weltkriegs in China 200.000 Menschen das Leben rettete.

Die Verleihung des deutschen Filmpreises war ein Pldoyer fr den deutschen Film. Vielleicht bietet er nicht ganz so viel Glanz wie die Oscar-Verleihung, dafr gabs aber mindestens genauso viele Emotionen.

Die Preistrger im berblick:

Bester Spielfilm in Gold: JOHN RABE
Bester Spielfilm in Silber: IM WINTER EIN JAHR
Bester Spielfilm in Bronze: WOLKE 9

Bester Dokumentarfilm: NOBODY'S PERFECT
Bester Kinder- und Jugendfilm: WAS AM ENDE ZHLT

Beste darstellerische Leistung weibliche Hauptrolle:
Ursula Werner in WOLKE 9
Beste darstellerische Leistung mnnliche Hauptrolle:
Ulrich Tukur in JOHN RABE

Beste darstellerische Leistung weibliche Nebenrolle:
Sophie Rois in DER ARCHITEKT
Beste darstellerische Leistung mnnliche Nebenrolle:
Andreas Schmidt in FLEISCH IST MEIN GEMSE

Beste Regie: Andreas Dresen fr WOLKE 9

Beste Kamera / Bildgestaltung: Kolja Brandt fr NORDWAND
Bester Schnitt: Sebastian Thmler fr CHIKO
Bestes Szenenbild: Tu Ju Hua fr JOHN RABE
Bestes Kostmbild: Lisy Christl fr JOHN RABE
Beste Filmmusik: Niki Reiser fr IM WINTER EIN JAHR
Beste Tongestaltung: Christian Bischoff, Tschangis Chahrokh, Heinz Ebner
und Guido Zettier fr NORDWAND
Bestes Drehbuch: zgr Yildirim fr CHIKO

Ausfhrliche Informationen gibt es auf der Offiziellen Seite zum Deutschen Filmpreis.

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