Campus-Web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
 

   
Klaatu Barada Nikto: Etwas auerirdisches Kauderwelsch und die Erde steht still. 1951 liess Regisseur Robert Wise in seinem epochalen Werk, dass das Science-Fiction Genre nachhaltig beeinflusste, die Erde stillstehen. Eine Machtdemonstration und Warnung: freundlicher im Miteinander und besser mit dem Planeten Erde umzugehen. Eine Botschaft, die nach fast 60 Jahren nichts von ihrer Aktualitt verloren hat vielleicht aktueller als je zuvor ist.

Es schien an der Zeit fr ein Remake. Scott Derrickson, der mit seinem Regieerstling Der Exorzismus von Emily Rose bereits ein Hndchen frs Okkulte bewiesen hatte, nahm sich des Stoffs an. Und tatschlich ist Der Tag, an dem die Erde still stand mehr Mystery-Thriller als klassische Science-Fiction. Keanu Reeves hatte Derrickson dabei von Beginn an fr die Rolle des Auerirdischen Klaatu im Auge. Und Revees scheint nach der Matrix-Trilogie und Constantine regelrecht auf "Science-Mystery" und Okkultismus-Streifen abonniert zu sein.

Die Story hat sich im Wesentlichen kaum verndert: Anstelle einer fliegenden Untertasse aber landen diesmal halbdurchsichtige Sphren auf unserem Planeten. Einer entsteigen das auerirdische Wesen Klaatu und ein gigantischer Roboter, der spter auf den Namen Gort getauft wird. Kaum hat Klaatu einen Fubreit auf unseren blauen Planeten gesetzt, wird er auch schon niedergeschossen. Als er in einem Militrhospital erwacht, verlangt er als Abgesandter zu den Regierungschefs der Erde sprechen zu drfen, was ihm aber verwehrt wird.

Da es sich bei den Menschen offenbar um eine uneinsichtige Spezies handelt, mit der man nicht kommunizieren kann, "verlsst" Klaatu das Hospital und wendet sich seiner anderen Mission zu: Die Erde retten vor der Menschheit. Wenn die Erde stirbt, sterben auch die Menschen. Sterben die Menschen, berlebt die Erde. Es gibt nur wenig lebentragende Planeten im Universum. Und einen zu verschwenden, ist zu schade. Es gibt nur zwei, die ihm dieses Unterfangen ausreden knnen. Die junge Wissenschaftlerin Helen Benson (Jennifer Connelly) und ihr Adoptivsohn Jacob (Jaden Smith). Es sieht aber nicht gut aus: Die Entscheidung ist eigentlich schon gefallen, der Prozess hat begonnen. Fr Klaatu gibt es keinen Grund, dem Ganzen Einhalt zu gebieten. Die Menschheit ist eine grausame Spezies ohne Mitgefhl freinander und fr ihren Planeten. Die Zeit luft Helen davon, die Klaatu beweisen mchte, das wir eine andere Seite haben und uns ndern knnen.
Der Tag, an dem die Erde still stand
(The day the earth stood still), USA 2008

Verleih: Fox
Genre: Science Fiction
Filmlaufzeit: 103 min
Regie: Scott Derrickson
Darsteller: Keanu Reeves, Jennifer Connelly,
Jaden Smith, Kathy Bates, John Cleese
Kinostart: 11.12.2008


Wandel ("Change") ist das zentrale Thema des Films. Und er wirkt damit beinahe (aber wahrscheinlich unbeabsichtigt) wie ein Obama-Werbespot. Anders als im Original, als im Mittelpunkt des Films die menschliche Tendenz stand, uns gegenseitig nuklear auszulschen, dreht sich in der aktuellen Version alles um die kologische Apokalypse, die wir mit dem Raubbau an der Natur heraufbeschwren. Aber natrlich hat auch die ursprngliche Thematik nichts von ihrer Gltigkeit verloren: 1951 standen wir am Anfang des Kalten Krieges und aktuell scheint es, als wrden wir eine Art "Revival" dieses Zustandes erleben.

Tricktechnisch gesehen, ist Der Tag, an dem die Erde still stand grundsolide, bis zuweilen spektakulr. Handwerklich einwandfrei mit ein bisschen Retro-Flair. Die Spezialeffekte stehen aber nicht im Mittelpunkt, tragen vielmehr nicht die Handlung, sondern werden mit Bedacht dann eingesetzt, wenn es an der Zeit ist. Leider hlt der Plot keine wirklich berraschenden Wendungen bereit und gelegentlich bleibt die eine oder andere Lnge nicht aus, wenn sich die Handlung von Hhepunkt zu Hhepunkt vortastet. Umso berraschender ist es, dass es dem Film gelingt, eine beklemmende Atmosphre aufzubauen und konsequent durchzuhalten. Die Grundfrage geht halt doch an die Nieren. Was wrde man selber wohl tun, wenn einem bewusst wrde, dass das Ende gekommen ist und man nichts mehr dagegen tun kann?

Wie hie es in Contact so schn: Ihr Menschen habt so wundervolle Trume und so furchtbare Albtrume! Vielleicht wird ja noch was aus uns, wenn wir Erwachsen sind falls wir uns vorher nicht weggebombt oder vergiftet haben. Wir haben unsere Warnung erhalten.

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