Campus-Web Bewertung: 3/5
   
 

   
 

   
Seit seine Frau und sein Baby von Einbrechern gettet worden sind, hat Polizist Max Payne (Oscar-Nominierter Mark Wahlberg) nur noch ein Ziel: Rache. Tagsber durchforstet er im Keller des Polizeireviers die Akten der ungelsten Flle. Nachts sucht er in den dunkelsten Ecken der Stadt ruhelos nach Hinweisen auf die Mrder seiner Familie. So begegnet er schlielich einer jungen Frau ("Bondgirl" Olga Kurylenko) mit Kontakten zur Drogenszene. Als sie kurze Zeit spter auf brutalste Weise ermordet wird, wird Max zum Hauptverdchtigen. Sein ehemaliger Partner Alex Balder (Donal Logue) versucht zwar, ihm zu helfen, wird aber schlielich selbst umgebracht. Und wieder ist Max der einzige Verdchtige. Was bleibt ihm also anderes brig, als auf eigene Faust zu ermitteln? Untersttzt wird er von Olgas Schwester Mona Sax (Die wilden Siebziger-Star Mila Kunis) und dem langjhrigen Freund der Familie, B.B. Hensley (Beau Bridges). Auf seiner Reise durch die Unterwelt werden seine realen und irrealen Gegner immer mchtiger und er trifft er immer wieder auf die neue synthetische Droge Valkyre, deren Spur direkt zu dem Pharmakonzern fhrt, fr den einst Max Frau gearbeitet hat.

Regisseur John Moore (Im Fadenkreuz Allein gegen alle, Das Omen), der seinen Film selbst als "Neo-Noir" bezeichnet, hat sich mit der Adaption des gleichnamigen Videospiels Max Payne viel vorgenommen. Als der Third-Person-Shooter 2001 erschien, waren Kritiker und Fans von der Choreographie und den cineastischen Elementen des Spiels restlos begeistert. "Max Payne" wurde aufgrund seiner neuartigen Zeitlupen-Sequenzen zum wichtigen Pro-Argument in der Diskussion, ob Videospiele "Kunst" sein knnten. Die Story des Films weicht zwar deutlich von der Videospiel-Vorlage ab, Fans kommen allerdings durch die comicstylishe und atmosphrisch dichte Verfilmung trotzdem auf ihre Kosten. Strke des Films ist definitiv seine kontrastreiche und handwerklich bestechende Optik. Unaufhrlicher Schneefall und Regen nahezu whrend des gesamten Films lassen die Szenerie dunkel und unnahbar erscheinen. Die finsteren Hinterhfe wirken bedrohlich und geheimnisvolle Schattenfiguren kreuzen Paynes Weg.
Max Payne, USA 2008
Verleih: 20th Century Fox
Genre: Comic-Action
Filmlaufzeit: 88 min
Regie: John Moore
Darsteller: Mark Wahlberg, Beau Bridges,
Mila Kunis, Olga Kurylenko, Donal Logue,
Chris ODonnell, Nelly Furtado, Ludacris
Kinostart: 20.11.2008


Aber trotz aller visueller Raffinessen kann die Geschichte aber irgendwie nicht znden. Die Charaktere bleiben flach, die Story pointenlos. Gastauftritte von Nelly Furtado und Ludacris wirken fehl am Platz. So richtig fiebert man nicht mit, wenn sich der der mrrische Max Payne durch New York ballert. Da guckt man sich doch lieber an, wie groartig die Schieereien dann dank Bullet-Time-Schnickschnack sthetisiert wurden und freut sich ber jedes Zusammentreffen mit den "dmonischen" Gegnern. Wer braucht da noch Dialoge oder stringente Spannungsverlufe?

Leider lsst die sptestens seit Sin City sehr beliebte "Colorkey-Technik" etwas auf sich warten. Erst beim Showdown erstrahlen rote und gelbe Elemente in der sonst einheitlich grau-dsteren Kulisse. In dieser Hinsicht war John Moore ganz klar zu geizig. Kaum gehts also mit dem teuflischen Farbfeuerwerk los, ist der Film auch schon zu Ende und der Zuschauer bleibt angeheizt, aber leicht enttuscht im Kinosessel sitzen. Und sitzen bleiben sollte er auch erstmal, denn nach dem Abspann kommt es noch mal zu einem kurzen Wiedersehen mit Max Payne und Mona. Zumindest hier hlt sich der Film sehr stark an seine Vorlage: 2003 erschien "Max Payne 2: The Fall of Max Payne" und warum sollte es dann im Kino nicht auch mindestens ein Sequel geben?

Artikel drucken