Campus-Web Bewertung: 2/5
   
Der Dalai Lama ist schwer "in". Nach 10 Fragen an den Dalai Lama kommt nun mit Dalai Lama Renaissance schon die nchste Dokumentation ber Seine Heiligkeit in unsere Kinos.

Eine Gruppe von (amerikanischen) Wissenschaftlern, die sich "Synthesis" nennt, macht sich zu Beginn unseres Jahrtausends auf eine Pilgerreise nach Nordindien, um dort den Dalai Lama zu treffen. Es ist eine Gruppe von Leuten, die "ber die Welt nachdenkt". Knstler, Dichter, Priester, Naturwissenschaftler - sie kommen aus allen Berufszweigen und wollen gemeinsam nach Lsungen suchen, um die Welt zu verbessern, "auf neuem Weg die Welt in Ordnung bringen". Regisseur Khashyar Darvich hat sie auf ihrem Weg begleitet und ihnen bei der Arbeit mit der Kamera ber die Schulter geschaut.

Leider schafft Darvich es mit dieser Doku nicht, den Zuschauer in den Sog des Workshops hineinzuziehen. Schon zu Beginn wird Sinn und Ziel nur schwer deutlich: Eine Flut von Bildern und Worten prasselt auf den Zuschauer ein. Unzhlige Menschen kommen zu Wort, man wird Zeuge von endlosen Diskussionen, in denen es zumeist darum geht, wer wen nicht ausreden lt. Und dann wird der eigentliche Sinn und die Bedeutung des Wortes "Synthesis" lang und breit errtert. Wenn da mal nicht das Ziel auf dem Weg verloren geht. Trauriger Hhepunkt: Die Workshopteilnehmer diskutieren aufgeregt und verlangen eine Abstimmung, wer von ihnen Seiner Heiligkeit persnlich begegnen darf, um ihm seine Ideen zu prsentieren. Da geht mit so manchem von Ihnen das Ego durch. Und schon wird wieder das Vorurteil der Amis als selbsternannte Weltretter besttigt.
Dalai Lama Renaissance, USA 2008
Verleih: Horizon
Genre: Dokumentation
Filmlaufzeit: 81 min
Regie: Khashyar Darvich
Erzhler: Harrison Ford (Wolfgang Pampel)
Kinostart: 30.10.2008


Der Film ist durch verschiedene Zitate und Weisheiten in Abschnitte gegliedert, die von Harrison Ford vorgetragen werden, selbst groer Dalai Lama-Fan. Zwischendurch sind immer wieder Archivbilder vom Dalai Lama oder zu historischen Ereignissen eingestreut, ein paar allgemein bekannte Informationen ber das tibetische Oberhaupt sollen den Film abrunden. Der Dalai Lama selbst kommt natrlich auch zu Wort und ist dankenswerter Weise im Gegensatz zu allen anderen Akteuren auch in der deutschen Fassung nicht synchronisiert. Schon bei seinem ersten Auftritt vor der "Synthesis"-Gruppe kann er sich ein Kichern nicht verkneifen und gibt zu bedenken, dass auch er nicht alle Antworten wte. Viele weise Worte, die mit wahllos wirkenden Bildern unterlegt sind, wenn der Dalai Lama beispielsweise ber Armut in der Welt spricht. Man sieht Menschen im Mll, verfallene Htten. Die Bilder sind so plakativ, dass die Botschaft nicht ankommt. Die wirklich Leidenden bleiben gesichtslos.

So bleibt diese sicher gut gemeinte Dokumentation ber den Weg zur Rettung der Welt ein netter Versuch, dem Zuschauer Erleuchtung zu bringen, kommt dabei aber nicht ber das Niveau einer durchschnittlichen TV-Dokumentation hinaus. Schade.

Wer sich Zugang zu den Ideen von "Synthesis" verschaffen will, kann dies ab sofort im Kino tun. Campus-Web verlost 2x2 Freikarten zum Kinostart von Dalai Lama Renaissance. Hier gehts zum Gewinnspiel.

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