Campus-Web Bewertung: 4,5/5
   
 

Ein bermchtiger Gegner - Bane
   
 

Die geheimnisvolle Selina Kyle
   
Vor vier Jahren brach Christopher Nolans The Dark Knight alle Rekorder. Kritiker und Fans berschlugen sich gleichermaen vor Lob und feierten den Film als beste Comicverfilmung aller Zeiten. Umso grer sind nun die Erwartungen an den Nachfolger. Mit "The Dark Knight Rises" beendet Nolan seine Batman-Trilogie. Den hohen Ansprchen wird er mehr als gerecht.

Acht Jahre sind vergangen, seit Batman die Verantwortung fr den Tod des Staatsanwalts Harvey Dent bernommen hat und untergetaucht ist. In Gotham City ist Ruhe eingekehrt, nicht zuletzt durch die Harvey-Dent-Gesetze, die Schwerverbrecher ohne Chance auf Begnadigung fr immer hinter Gitter verbannt. Doch der Schein trgt. Die geheimnisvolle und katzenhafte Einbrecherin Selina Kyle (Anne Hathaway) treibt ihr Unwesen. Sie scheint in Verbindung mit dem unberechenbaren Bane (Tom Hardy) zu stehen, der unter der Stadt eine Armee aufbaut und einen Terrorakt plant, der ganz Gotham zerstren wird. Bruce Wayne muss die schtzende Einsamkeit seines Anwesens verlassen und erneut in das Fledermauskostm schlpfen. Doch sein neuer Gegner verfgt ber enorme Kraft und kennt keine Angst. Batman ist gebrochen. Gefangen in einem Verlies, tief unter der Erde. Ohne Licht, ohne Hoffnung - der dunkle Ritter muss einen Weg finden, wieder aufzusteigen, um die Stadt, ihre Einwohner und sich selbst zu retten.

Mit "The Dark Knight Rises" findet Nolan den perfekten Abschluss. Erneut erzhlt er sein Anti-Helden-Epos in dsteren und khlen Bildern, die viel schrfer und gestochener wirken als in "The Dark Knight" und zuweilen an das bildgewaltige Inception erinnern.
The Dark Knight Rises, USA 2012
Verleih: Warner
Genre: Comicverfilmung
Laufzeit: 164 min
Regie: Christopher Nolan
Darsteller: Christian Bale, Gary Oldman, Michael
Caine, Anne Hathaway, Tom Hardy, Marion
Cotillard, Joseph Gordon-Levitt, Morgan Freeman
Kinostart: 26.07.2012


Die grte Herausforderung lag wohl in der Wahl des Bsewichts. Nach Heath Ledgers kongenialem und verstrendem Spiel als "Joker" ist es kaum vorstellbar, Batman einen noch gefhrlicheren Gegner entgegen zu setzen. Und doch ist es Nolan wieder gelungen: Bane ist von einer bengstigenden krperlichen Prsenz und von einer Brutalitt, die im wahrsten Sinne des Wortes die Luft zum Atmen nimmt, Knochen zerbricht, als wren es Grashalme. Gegen ihn wirkt der Joker fast wie ein Zirkusclown, wo dieser in seiner Unberechenbarkeit schon fast berechenbar wurde, schockiert Bane mit grenzenlosem Sadismus und einer Klte, die seine Gegner erstarren lsst. Dem offentsichtlichen Wahnsinn des Jokers und seinem Hang zum Chaos setzt Bane stoische Gelassenheit und tiefbses Kalkl entgegen. Gotham City erstarrt vor einem schier unbesiegbaren Gegner. Doch nicht nur Bane fasziniert im Figurenuniversum von Gotham City. Mit Miranda Tate (Marion Cotillard) und Selina Kyle alias Catwoman bekommt Batman/Bruce Wayne es gleich mit zwei Frauen zu tun, deren Absichten nicht ganz eindeutig sind. Nachdem in den ersten beiden Dark-Knight-Filmen die Frauen eher schmckendes Beiwerk waren, prsentiert Christopher Nolan diesmal gleich zwei starke weibliche Schlsselfiguren in der komplexen Geschichte. Der Regisseur konnte erneut ein beeindruckendes Schauspieler-Ensemble vor der Kamera versammeln, das durchweg berzeugen kann. Bedauerlich ist dabei nur, dass nicht jedem der groartigen Mimen trotz der 165 Minuten ausreichend Spielzeit eingerumt werden konnte.

"The Dark Knight Rises" ist ein wrdiger Abschluss fr ein groes Epos - in sich stimmig, komplex und tiefsinnig. Erneut zeigt Nolan ein Abziehbild der westlichen Welt mit all ihrem berfluss, ihrer Arroganz, aber auch ihren ngsten. Wie dnn das Eis ist, auf der diese Gesellschaft sich bewegt, zeigt sich ganz plakativ in den von Banes Terror-Regime errichteten Standgerichten, die den Angeklagten jegliche Chance auf Gerechtigkeit verwehren. Dabei bleibt Nolans Kritik bei all der Plakativitt subtil und bietet gengend Freiraum fr Interpretationen.

Letztendlich ist "The Dark Knight" eben auch ein Blockbuster: spannend, bildgewaltig, emotional. Und Nolan tut gut daran, seine Arbeit mit dem dritten Teil abzuschlieen. Noch hher kann der Dunkle Ritter nicht mehr steigen.


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