Campus-Web Bewertung: 4/5
   
 

   
 

   
Die Drachenjger Gwizdo, Lian-Chu und Maskottchen Hector sind nicht gerade auf dem Hhenpunkt ihrer Karriere. Da kommt der Big-Job gerade recht. Manche Jobs knnen sich aber durchaus als eine Nummer zu gro entpuppen. Kaum hat man sichs versehen, steckt man mitten in einer irrwitzigen Geschichte mit ungewissem Ausgang und hat zu allem Verdruss auch noch ein halbwchsiges Gr an der Backe.

Loser, Lachnummer, Clownstruppe. Die Drachenjger haben das schon oft gehrt. Dabei wnschen sie sich nur ein wenig Geld, um sich eine eigene Farm leisten zu knnen. Eigentlich gbe es auch genug zu tun in ihrer Welt. Die besteht aus einem bunten Sammelsurium unterschiedlich groer Inseln, die durch den Himmel treiben. Manche sind besiedelt, andere nicht. Und auf vielen gibt es Drachen.

Dumm nur, dass immer wenn Lian-Chu, der Muskelprotz der Truppe, einen Drachen geplttet hat, keiner dafr zahlen mchte. Doch die Helden sind nicht alleine mit ihren Sorgen. Noch einer hat Probleme mit Drachen: Lord Arnold. Einstmals selbst furchtloser Dracheneliminator, vegetiert inzwischen krank und blind nach einer Konfrontation mit dem Weltenfresser, dem gefhrlichsten aller Drachen, vor sich hin. Seine Nichte Zoe mchte ihm helfen und schleicht sich davon, ein paar Helden zu finden, die den Kampf gegen den Weltenfresser aufnehmen. Und wer htte es gedacht, prompt luft sie den frustrierten Recken der Drachen-Totschlag-GmbH ber den Weg. Diesen kommt so eine ABM-Manahme gerade recht, scheint sie doch extrem lukrativ. Damit wren sie mit einem Schlag ihrer Sorgen ledig.

Europischen Animationsfilmen traut man immer zu wenig zu. Zu sehr gewhnt ist man an diese mundgerechten, familienfreundlichen und politisch korrekten Produktionen aus bersee. Dabei sind die europischen Trickfilm-Schmieden nicht nur durchaus konkurrenzfhig, sondern liefern sogar ein viel ″intelligenteres″ Kino ab. Frech, unkonventionell und manchmal ein wenig schlpfrig. Vielleicht damit nicht wirklich etwas fr die ganz kleinen, aber auf jeden Fall sehenswert.

Den besonderen Charme dieser Geschichte macht sicherlich neben der sehr schrgen Helden-Combo die visuell leicht psychedelisch umgesetzte Geschichte aus. Die Drachen sehen auch nicht unbedingt so aus, wie man das gewohnt ist. Einige sind elektrisch und einige bewegen sich durch die Lfte, indem sie ihre Darmwinde als ″Dsen-Antrieb″ verwenden. Darauf muss man erst mal kommen und diese fliegenden Kameraden haben passend zur ihrer speziellen Fortbewegungsweise das korrespondierende uere. Alles ein wenig abgedreht und das Ende hat einiges von einem Hippie-Happening, fr das allein sich das Anschauen lohnt.

Drachenjger kommt wie eine gut gelungene Mischung aus Alice im Wunderland, Lilo und Stitch, einem quirligen 3D Action-Adventure und einem alten chinesischen Mrchen daher. Irrwitzige Kamerafahrten durch beeindruckende mrchenhafte Computerlandschaften erzeugen obendrein einen gewissen Suchtfaktor. Wer Shrek und Die Unglaublichen mochte, wird Die Drachenjger in sein Herz schlieen. Tolle Unterhaltung fr (nicht ganz) jung und (etwas) lter.

Drachenjger (Dragonhunters)
Regie: Guillaume Ivernel & Arthur Qwak
Genre: Animationsfilm
Lnge: 84 min
Verleih: Universum/Walt Disney
Kinostart: 24. April 2008


Filmlnge: ca. 84 Minuten

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