Ab dem 6. Mrz wird wieder getanzt auf der Kinoleinwand: Step Up 2: The Streets ist der Nachfolger des Kinoerfolgs Step Up und besticht durch Tanz und Lebensgefhl.

"Dont give up, just be yourself, cause life is too short to be someone else" - Ein Grundsatz, mit dem die junge Andie schwer zu kmpfen hat. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn in den Straen von Maryland, auerhalb der Welt der Schnen und Reichen, tobt Krieg. Bandenkrieg. Tanzkrieg. Und auch ein bisschen Liebeskrieg. "Step Up 2: The Streets", Nachfolger des Tanzfilms "Step Up" (2006) tobt ab dem 6. Mrz durch die deutschen Kinos. Und zwar so richtig: Mit simpler, aber spannender Handlung, tollen Schauspielern, mitreiendem Tanz und einer gehrigen Portion richtiger guter Musik von Missy Elliott, Plies, Flo Rida feat. T-Pain und auch der smarte Enrique Eglesias steuert einen poppigen Song bei. Wer den Vorgnger nicht kennt, hat keine Anschlussprobleme. Einzige inhaltliche Gemeinsamkeit der beiden Streifen sind leidenschaftlicher Tanz und die Kunstschule Maryland, wo sich der Hauptteil der Handlung abspielt.

Jeder hat es in sich: Der gut gekleidete Businessmann ist eigentlich ein Sprayer, die harmlosen Passanten in der S-Bahn tragen pltzlich Masken und wirbeln durch die Gnge. Tanz als Ventil fr Anpassung, Aggression und Stress. Tanz als Lebensgefhl. Tanz als Tanz. Die "Four in O" sind die Knige der Strae, sie gewinnen jedes Battle. Tuck (Black Thomas) ist der Anfhrer der Truppe. Eine Truppe Farbiger, die den Rhythmus im Blut haben. Andie (Briana Evigan) ist eine von ihnen, allerdings hat sie eine helle Hautfarbe. Die Crew ist ihr Familienersatz, ihre Eltern sind tot, Unterkunft findet sie bei der besten Freundin ihrer Mutter. Auch eine Farbige, allerdings ohne Verstndnis fr den Rhythmus. Und sie droht Andie, sie aufgrund ihrer nchtlichen Eskapaden und dem Hinschmeien der Schule zu Verwandten nach Texas abzuschieben. Ihre letzte Chance ist die Kunstschule Maryland, die MSA. Doch das Leben dort ist hart. Und Direktor Blake Collins (Will Kemp), ein ehemals viel umjubelter Ballett-Tnzer, ist noch hrter. Die Aufnahmeprfung besteht Andie nur wegen Chase (Robert Hoffmann), "Mr. Popular", ein Hip Hop-Tnzer. "Listen and interpret" heit die Devise zu Ballettklngen, aber das ist nicht Andies Fall. Auch nicht der von Chase. Die beiden Tanzrebellen grnden eine eigene Crew, nachdem Andie ihre "Familie" verloren hat, sie musste sich entscheiden: Kunstschule und Bleiben oder Tanzwettkmpfe auf der Strae und nach Texas. Dabei hatte sie eigentlich nie eine Wahl.

Der Film bietet Tanz auf hohem Niveau: Briana Evigan hat mit ihren gerade mal 21 Jahren ganz schn was auf dem Kasten, Robert Hoffmann entdeckte seine Liebe zum Tanz, nachdem er Michael Jacksons Thriller sah. Merkt man. Die Moves sind lssig, emotionsgeladen und mitreiend. Nicht jeder kann mal eben acht Pirouetten aus dem Stand drehen. Und auch wenn der sonst hochgeschlossene und strenge Direktor Blake Collins mal aus sich heraus kommt, gibt es ein kleines Feuerwerk an Drehungen und Sprngen. Zwar steht der Hip Hop im Vordergrund, doch das Ganze geht zwischenzeitlich ber in einen Mixstyle aus Breakdance, Jazz, Hip Hop und den Grundlagen des Ballett. Evigan und Hoffmann sind top besetzt, spielen regelrecht miteinander, gehen aufeinander zu, um sich im nchsten Moment wieder fallen zu lassen. Im Alltagsleben, wie auch in der Musik. Faszination steht im Mittelpunkt und zwar in allen Facetten. Kleiner Makel: Die Dialoge fallen gelegentlich etwas zu flach aus, haben im Gegensatz zum Tanz wenig Pep. Doch das ist verschmerzbar, der Gesamteindruck macht die versuchten Wortgefechte, die leider unter gehen wieder wett.

Es sind Freaks, doch sie haben es faustdick hinter den Ohren. Man kann die Fe als Zuschauer nicht still halten, wird von Musik und Tanz auf der Leinwand sofort eingefangen. Der Kampf ist erffnet: "Four in O" vs. "MSA Crew". Und der Kampf wird auf der Strae ausgetragen. Vertrauen, Respekt, Liebe und Risiko werden dem Zuschauer nur so um die Ohren geknallt. Es gibt einen Bandenkrieg auf "YouTube", Andies Freundin Missy wechselt die Fronten, der Tanzsaal der Akademie wird aufs belste verwstet und Direktor Blake Collins steht am Ende sprichwrtlich im Regen. Ach, und dann gibt es da noch starke Emotionen zwischen Andie und Chase. Aber keine Panik: Der Film artet nicht in eine Romanze aus, die Liebe ist wohl dosiert und gibt dem Streifen das Tpfelchen auf dem i. Step Up 2: The Streets macht sehr deutlich, was es bedeutet, in einem Team zu sein. Der Film hat keine Nebendarsteller, alle sind gleichermaen involviert. Wer Tanz mag und ihn nicht nur als Sport, sondern als Lebensgefhl sieht, wird den Film lieben. Wer sich berdies noch mit der Hip Hop-Szene und der Musik identifizieren kann, wird restlos begeistert sein.
Campus-Web Bewertung: 3,5/5




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