Campus-Web Bewertung: 3,5/5
   
Eines Morgens wachst Du auf und bist der letzte Mensch auf Erden. Hrt sich an als whre in den nchsten Jahrzehnten Einsamkeit Dein grter Feind. Allerdings bist Du nicht ganz alleine. Da ist noch etwas und wartet auf seine Chance in der Dunkelheit. Denn Du bist am Ende der Nahrungskette!

Das ist das Schicksal von Will Smith im aktuellen Super-Abrumer I am Legend aus den Hollywood-Studios von Warner Bros. Der Hauptdarsteller, der sein Talent fr Science-Fiction Storys bereits in I, Robot, Independence Day und Men in Black unter Beweis stellte, schlpft hier in die Rolle des Wissenschaftlers und hochrangigen US-Offiziers Robert Neville. Er scheint der letzte berlebende einer Seuche zu sein, die der Mensch selbst verschuldet hat.

In einer Rckblende erfhrt man, dass drei Jahre zuvor sich die Wissenschaft im absoluten Durchbruch bei der Krebs-Bekmpfung whnte. Ein Umprogrammierter Virus sollte die ultimative Therapie sein, mit der man diese Krankheit endgltig besiegen will. Doch dieser Virus hat ungeahnte Nebenwirkungen. Er lschte 90 Prozent der Menschheit aus und von den wenigen berlebenden, verwandelten sich fast alle in eine neue Spezies. Eine Art Vampir, haarlos, bleich, unglaublich schnell, stark, angetrieben von einer berwltigenden Wut und dem Hunger nach Fleisch! Einzige Schwche dieser Kreaturen ist das Tageslicht.

Einer hat sich entschlossen im entvlkerten New York zu bleiben und den Kampf aufzunehmen. Robert Neville gehrt zu den ganz wenigen, die nicht nur berlebt haben, sondern auch immun sind. Angetrieben vom Gefhl des Versagens, da er auer der eigenen Haut nicht einmal seine Familie retten konnte, forscht er in einem selbst eingerichteten Labor an einem Gegenmittel. Die Basis dafr ist sein eigenes Blut und einziger Gefhrte an seiner Seite ist die treue Schferhndin Samantha.

Tagsber gehen die beiden auf Nahrungsbeschaffung, wozu sowohl die Jagd auf Hirsche, als auch der Anbau und die Ernte von allerlei Gemse gehrt, welches insbesondere Samantha nicht so recht zu wrdigen wei und des Nachts ist berleben angesagt. Gelegentlich machen die beiden Jagd auf einen der Verwandelten. Schlielich bentigt Neville Versuchskaninchen, um Impfstoffe zu testen und weiter zu entwickeln. Das Einfangen dieser Wesen ist allerdings immer ein Spiel mit dem Tod, der in dieser Stadt allgegenwrtig zu lauern scheint.

Der Film zeichnet authentisch die Vision einer Welt-Metropole, welche, nachdem der Mensch gewichen ist, von der Natur zurckerobert und von einer neuen dominanten Spezies beherrscht wird. Die Befrchtung der Film knnte in eine One-Man-Show fr Will Smith ausarten, in der er in einer Mischung aus Rambo und Albert Schweizer, locker flockig mal eben die Menschheit rettet, bewahrheitet sich glcklicherweise nicht. Das Motiv ist Hoffnung. Bis es allerdings Grund dazu gibt, durchlebt man an der Seite des Protagonisten alle Gefhlsfacetten, die in solch kafkaesker Endzeit-Stimmung aufkommen. Einsamkeit, Furcht, Verzweiflung, Wut, Trauer, Paranoia und den Wunsch der eigenen Existenz ein Ende zu machen.

Ich heie Robert Neville. Ich habe in New York City berlebt. Falls es irgendwo noch jemanden gibtirgendjemanden. Bitte. Du bist nicht allein. Ich kann Vorrte zur Verfgung stellen. Ich kann Unterknfte zur Verfgung stellen. Ich kann Sicherheit gewhrleisten.

Dies ist die Botschaft, die Neville seit drei Jahren jeden Mittag in den ther hinausschickt. Und als alle Hoffnung schwindet tauchen tatschlich zwei weitere berlebende auf. Eine junge Frau Anna und ein kleiner Junge Ethan. Leider lutet dies bereits das Ende des Films ein, obwohl sich gerade jetzt mit diesem Dreigespann die Mglichkeit ergeben htte der Story eine tiefer gehende psychologische Dimension zu verleihen. Schlielich hat Neville Frau und Tochter verloren. Die Uhr tickt aber und man wird das Gefhl nicht los, dass viel Zeit damit vertan wurde lange Fahrten durch das menschenleere New York zu zeigen, die besser an anderer Stelle investiert worden wre.

Das Finale ist zugegebener Maen ein gut inszenierter Show-Down, der erfrischend unpathetisch daherkommt. Vielleicht ist es aber genau das, was am Ende fehlt. Einfach ein bisschen Pepp. Niemand erwartet ernstlich von einer Hollywood-Produktion Realismus. Grer als das Leben war bisher immer die Devise der Film-Studios in bersee. Sollte sich dort ein Geisteswandel vollzogen haben? Das Ende kommt pltzlich, zu schnell und wirkt etwas fade. Manchmal ist es besser bei bewhrten Strickmustern zu bleiben.

Film-Facts:
Genre: Science-Fiction/Horror
Darsteller: Will Smith (Robert Neville), Alice Braga (Anna), Charlie Tahan (Ethan)
Regie: Francis Lawrence (Constantine)
Drehbuch: Mark Protosevich (Poseidon) und Akiva Goldsman ( A Beautiful Mind)
Roman-Vorlage: Richard Matheson I am Legend, 1954. Verfilmung 1964 The Last Man on Earth mit Vincent Price und 1971 Der Omega-Mann mit Charlton Heston.

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