Campus-Web Bewertung: 2,5/5 Campus-Web Bewertung: 2,5/5 Campus-Web Bewertung: 2,5/5



   
 

   
 

   
 

   
Manchmal fragt man sich, ob Hollywood eigentlich nur Filme kopieren kann. Kaum wurde der erste Harry Potter ein Welterfolg, strmten weitere Buchverfilmungen in die Kinos, in denen ein eigentlich normaler Junge (oder ein Mdchen) erfhrt, dass er die Welt retten und die Mchte des Bsen aufhalten muss. Das war so in Eragon und Sternwanderer und wird auch bei Tintenherz und Der goldene Kompass nicht anders sein.

Wintersonnenwende fgt sich in genau dieses Schema ein und genau wie Eragon enttuscht es. Im Gegensatz zu letzterem liegt es aber weniger an schlechten schauspielerischen Leistungen und einer schrecklichen Umsetzung einer hervorragenden Story, sondern an der Standard-Geschichte selbst. Basierend auf der Buchserie von Susan Cooper aus den 70er Jahren handelt der Film von dem jungen Will Stanton (Alexander Ludwig), der an seinem vierzehnten Geburtstag erfhrt, dass er ein sogenannter Uralter ist, ein Kmpfer gegen die Mchte der Finsternis. Mehr noch, er ist der Sucher, dessen Aufgabe darin besteht, die verschollenen sechs Zeichen des Lichts zu finden, um dessen Macht wieder herzustellen. Das ist aber natrlich gar nicht so einfach: der Reiter (Christopher Eccleston), Manifestation des Bsen, will den Jungen um jeden Preis aufhalten und hetzt allerlei Gestalten auf Will. Untersttzung findet er in den anderen Uralten, die von Merriman Lyon (Ian McShane) und Miss Greythorne (Frances Conroy) angefhrt werden. Mit besonderen Krften gesegnet macht Will sich auf die Reise durch Zeit und Raum, um die sechs Zeichen zu finden und ihre Kraft z entfesseln.

So weit so gut. Sonderlich innovativ ist das alles jetzt nicht wirklich ganz im Gegenteil. Spannung, berraschende Wendungen, aufregende Ideen? Nein, solche Sachen sucht man bei Wintersonnenwende vergeblich. Die Handlung ist linear, vorhersehbar und leider schnell langweilig. Auch die schauspielerischen Leistungen einiger Charaktere vermgen nicht zu fesseln. Dabei spielt etwa Alexander Ludwig die Hauptfigur sogar recht berzeugend schade, dass die Figur des Will Stanton nicht mehr hergab. Auch Frances Conroy berzeugt als schrullige alte Lady, die Professor Mc Gonagall aus den Harry Potter-Filmen nicht unhnlich ist. Dagegen gibt Ian McShane als Merriman Lyon ein eher schwaches Bild ab, ohne groe Ausdruckskraft. Ebenso ist Christopher Eccleston als Vertreter des Bsen nur ein schwaches Abbild anderer bekannter dunkler Reiter. Zugegeben, es handelt sich hier um einen Jugendfilm, und insofern muss der Bse ja nicht unbedingt Furcht einflend sein. Eccleston selbst sagt ber seine Rolle: Der Reiter bekommt hier die Mglichkeit, etwas subversiven Humor und eine satirische Komponente einzubringen. Vielleicht handelt es sich bei dieser Aussage ber Selbstberschtzung oder aber ber britischen Humor in der Figur des Reiters selbst lsst sich auf jeden Fall keine Spur der von Eccleston angefhrten Charakteristika finden, so dass der Kmpfer der Finsternis die meiste Zeit ber seltsam farblos bleibt.

Abschlieend lsst sich ber den Film nur sagen, dass er zwar besser als Eragon ist und fr Kinder unter 14 Jahren vielleicht sogar ein nettes Nachmittagsprogramm darstellt, fr Erwachsene aber letztlich nur eine Enttuschung ist. Als Familienfilm eignet sich Wintersonnenwende sicherlich ohne Kinder sollte man aber besser drauen bleiben. Vor allem wenn man sich in dem Genre Fantasy etwas auskennt. So bleiben einem etwa anderthalb Stunden Langeweile erspart.

Kinostart: 12. Oktober 2007

Artikel drucken