Das Bourne Ultimatum: 4,5/5 Das Bourne Ultimatum: 4,5/5 Das Bourne Ultimatum: 4,5/5 Das Bourne Ultimatum: 4,5/5



   
 

   
 

   
 

   
Seit nunmehr sechs Jahren verfolgt das Kinopublikum den Lebens- und Leidensweg der amnesischen Ttungsmaschine Jason Bourne und bekommt im September 2007 mit dem dritten und finalen Teil der Thriller-Trilogie ein Genre-Meisterwerk vor die Nase gesetzt, das der ausgeklgelten Story einen mehr als wrdigen Schlusspunkt setzt.

Das Bourne Ultimatum vollzieht eine gekonnte Gratwanderung zwischen hochkartigem Actionfilm und intelligentem Suspense-Thriller in Hitchcock-Tradition, an dem der Meister persnlich seine helle Freude gehabt htte. Wie einst Cary Grant in North By Northwest wird der Protagonist in ein ihm komplett unbekanntes Szenario geworfen. Jason Bourne wei nicht wer er ist, was er getan hat und warum die halbe Welt ihm nach dem Leben trachtet. Nur eines findet er relativ schnell raus: er ist recht sicher im Umgang mit tdlichen Waffe aller Art, hat ein relativ stark ausgeprgtes Talent fr Mord- und Totschlag und ist berdurchschnittlich hufig in Verfolgungen mit tdlichem Ausgang involviert.

Diese prekre Ausgangsituation funktioniert sowohl cineastisch, als auch psychologisch unheimlich gut, zumal der Zuschauer ebenfalls ber die Hintergrnde der Ereignisse im Dunkeln gelassen wird und mit Bourne zusammen auf einen brisanten Selbstfindungstrip geht. Und diese Reise zum Ich hat es wirklich in sich. Gleich nach den ersten Szenen wei man, dass hier geklotzt und nicht gekleckert wird. Wo sich andere Filme noch mit langatmigen Charakter- und Plotaufbau herumschlagen, geht Das Bourne Ultimatum gleich in die Vollen und legt mit der 20-mintigen Bahnhof-Verfolgungsjagd einen Einstieg hin, der so manch gro angelegten Final-Showdown anderer Thriller wie einen Bestandteil des ZDF Kinderferienprogramms aussehen lsst. Mit wackeliger Kamera und hektischen Schnitten wird der Zuschauer in die Hetzjagd hineinkatapultiert, die Hnde in die Armlehne gekrallt, den Angstschwei permanent von der Stirn wischend. Was fr ein Anfang! Aber das dicke Ende kommt noch: Das Bourne Ultimatum hat sein Pulver noch lngst nicht verschossen. Der Film schafft es tatschlich den Spannungspegel fast zwei Stunden lang im roten Bereich und den Zuschauer im Paranoia-Schwitzkasten zu halten. Regisseur Paul Greengrass reiht waghalsige Verfolgungsjagden zu Fu, per Auto und Motorrad an schick choreographierte Prgeleien, vollzieht binnen weniger Minuten Location-Hoppings ber mehrere Kontinente und lsst dem Kinognger zwischen den schweitreibenden Katz-und-Maus-Spielchen kaum Zeit zum Durchatmen. Ganz so wie man sich das Leben des Staatsfeinds Nr. 1 nun mal vorstellt.

Einen besonderen Pluspunkt kann der Film auerdem durch seine fr einen Hollywood-Film sehr unkonventionelle Herangehensweise sammeln. Angefangen mit den auf der ganzen Welt verstreuten Schaupltzen und dem weitestgehenden Verzicht auf die blichen Blockbuster-Abonnement-Drehorte in den US-Metropolen, legt Greengrass seinen Fokus nicht auf die durchaus vorhandenen Actionsequenzen oder Special Effects sondern betont ausdrcklich die psychologische Komponente. Durch die mitunter schwindelerregende Kamerafhrung und die vielen durch den cleveren Einsatz dramaturgischer Mittel bewusst realistisch gehaltenen Action-Sequenzen (zum Beispiel die ausbleibende Hintergrund-Musik whrend der wilden Keilerei zwischen Bourne und dem auf ihn angesetzten Killer in Marokko) fhlt sich der Zuschauer fast in die Handlung involviert und wrde am liebsten selbst die Fuste mitschwingen und Herrn Bourne auf seinem Vergangenheitsbewltigungsprogramm persnlich den Weg freimbeln. Die Freunde der explodierenden Haushlften mssen aber keineswegs um ihr Amsement frchten. Diverse Autoverfolgungsjagden, Schieereien und Stunts werden auch die Destruktionsstheten mehr als zufrieden stellen. Wie gesagt: klotzen, nicht kleckern.

Die hochkartige Schauspielerriege setzt dem Film dann auch noch in nomineller Hinsicht das Sahnehubchen auf. Matt Damon liefert mit seiner Darstellung des gejagten Amnesie-Patienten eine sehr solide Leistung ab. Seine Figur Jason Bourne weist zwar alle Attribute auf um als aalglatter Superheld smart lchelnd alle Fieslinge vom Antlitz dieser Welt zu fegen, verzichtet aber glcklicherweise auf derartige Anwandlungen und erscheint als geluterter Sympath mit Ecken und Kanten im Krper eines Elite-Killers, der sich auf der verzweifelten Suche nach seiner Vergangenheit eine blutige Schneise durch drei Kontinente schlgt natrlich aus reiner Notwehr. Die Nebenrollen sind mit Julia Stiles, Joan Allen, Albert Finney und - man hre und staune - Daniel Brhl mit seinen ersten 30 Hollywood-Sekunden ebenfalls hervorragend besetzt.

Das Bourne Ultimatum ist das fulminante Finale fr eine Trilogie, die in den Annalen des Thriller-Genres wohl jetzt schon einen exponierten Platz sicher hat und neue Mastbe in Sachen Spannungsaufbau und Inszenierung setzt. Endlich wird der berfllige Beweis angetreten, dass die Schlsselwrter Hollywood, Action und Mainstream nicht zwangslufig mit sinnentleerter Story, angehuften Plattitden und peinlichem Gestus assoziiert werden mssen. Sowohl Actionfans, als auch Liebhaber klassischer Thriller werden bestens unterhalten und von der ersten bis zur letzten Minute bei der Stange gehalten. Sicherlich eines der Kinohighlights 2007.

Der Film startet am 6. September 2007 in den deutschen Kinos.

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