Auch im dritten Teil des Remake der "Planet der Affen"-Dystopie (OT: "War for the Planet of the Apes") geht es darum, ob ein friedliches Zusammenleben von Menschen und Affen mglich ist. Im Mittelpunkt steht ein neues Virus, dass nicht nur Menschen und Affen gegeneinander ausspielt, sondern auch die Menschen untereinander. Der Kampf um das blanke berleben ist noch nicht vorbei.

Planet der Affen 3: Survival
Verleih: Fox Deutschland
Genre: Sci-Fi
Darsteller/Stimmen: Andy Serkis, Woody Harrelson, Steve Zahn
Regie: Matt Reeves
Filmlaufzeit: 140 Min.
Die Affen haben sich unter Caesars Fhrung in die Wlder zurckgezogen. Doch der Krieg ist auch nach Jahren in vollem Gange. Im Dickicht kommt es zu einem Zusammensto zwischen Affen und Soldaten. Eine Gruppe Menschen mchten die Affen vernichten, die Welt fr sich erobern. Der Colonel teilt nicht. Zum Eklat kommt es, als mehrere Soldaten in die versteckten Hhlen der Affen eindringen. Der Colonel erschiet Caesars Familie. Caesar schickt sein Rudel in die Wste. Er selber sinnt auf Rache und macht sich mit seinen Vertrauten Rocket, Luca und Maurice auf die Suche, das Lager des Colonels und seiner Armee zu finden. Auf dem Weg finden sie in einer verlassenen Htte ein kleines Mdchen, das zwar verstehen, aber nicht sprechen kann. Ein mutiertes Virus hat ihr die Sprache verschlagen. Weil es sonst sterben wrde, nehmen die Affen es mit.

Wie schon in den Vorgngern wird auch in diesem Film nicht viel gesprochen. Die meiste Kommunikation geht ber Zeichen- und Gebrdensprache, aber auch die Mimik und die Krperhaltung kommt hervorragend zum Einsatz. Das liegt zum einen an der exzellenten Animation der Affen, zum anderen an einer gelungenen Mischung aus Aktion, Reaktion und vor allem Schweigen. Die Untertitel, die eingeblendet werden, wenn die Affen miteinander sprechen, muss der Zuschauer oft nicht lesen, um die Botschaft zu verstehen. Die Stimmung im Film kommt deutlich hervor. Obwohl er 140 Minuten lang ist, ist er keine Minute langweilig. Er bietet eine gelungene Mischung aus Action und Nervenkitzel. Die Storyline ist stimmig und spannend bis zur letzten Sekunde. Nur einen zufriedenstellenden Abschluss bietet sie leider nicht.

Die Animation des Films ist atemberaubend. Obwohl die CGI (Computer Generated Images) in manchen Szenen ein wenig stockt, ist sie dennoch eindrucksvoll. Sehr detailliert und liebevoll haben die Animateure nicht nur die Affen wiedergegeben. Auch der Landschaft, dem Wald und den Bumen sind besondere Aufmerksamkeit zuteil geworden. Hier ist die aufwendige 3D-Animation durchaus lohnenswert. Doch das Hauptaugenmerk liegt vor allem auf den Tieren und ihrer Mimik.

Diese kommt besonders bei den Hauptcharakteren zum Tragen. Caeser bringt in seinem Rausch den Albinogorilla Winter um, weil dieser das Versteck der Affen verraten hat. Caesar kann die Gedanken an den Tod seiner Familie, aber auch an Koba nicht loslassen. Er frchtet, dass er seinem hasserfllten Widersacher aus dem letzten Teil, immer hnlicher wird; blind wird vor Hass. Sein Konflikt, ob er dem Menschen vertrauen kann oder nicht, sitzt tief. Andy Serkis, der dem klugen Affen seine Stimme verleiht, spiegelt sehr gut, was Caesars Mimik zeigt. Das Innenleben des Schimpansen ist gut zu sehen und zu hren. Verzweiflung, Trauer, Wut, Freude, Misstrauen, alles wird mehr mit Geruschen und Blicken vermittelt, als mit vielen Worten. Doch das, was Caesar sagt, wiegt schwer. Sowohl die leisen, als auch die explodierend lauten Tne sitzen, sagen genau das, was sie sagen sollen. Durchdacht, kurz und knapp.

Ein weiterer bekannter Schauspieler im Film ist Woody Harrelson. Er spielt den durchgeknallten Colonel, der die Affen jagt und einsperrt und Caesars Familie umbringt. Harrelsons Besetzung fr diese Rolle ist im ersten Moment gewhnungsbedrftig. So ist er doch bekannt aus Filmen wie "Now You See Me 1&2" oder als Haymitch in der "Die Tribute von Panem"-Trilogie. In diesen Filmen spielt er eher zynische Charaktere. Als knallharter Armeechef berzeugt er erst auf den zweiten Blick. Aber dann richtig.

Einer der tollsten Charaktere des Films ist "Bad Ape" gesprochen von Steve Zahn. Er ist ein kleiner, naiver Schimpanse, der lange im Zoo gelebt hat und der sich die Welt aus den Bruchstcken, die er versteht, selber gebastelt hat. So verkrpert seine Figur, eine der zentralen Botschaften des Films: Nur, weil wir etwas nicht verstehen, heit es nicht, dass wir dumm sind. Der liebenswerte Tolpatsch versucht Caesar und seinen Genossen zu helfen, wo er nur kann und lernt dabei viel ber die Menschen, aber noch mehr ber sich selber.

Wenn man von der Anfangsprmisse der Original-Filme der 70er Jahre ausgeht, nmlich, dass die Affen die schwarze Bevlkerung der USA verkrpern, stellt der letzte Teil der Trilogie den Brgerkrieg dar. Es ist, wie es oft ist: Der Feind zerstrt sich selber. Und wenn der Mensch vor etwas Angst hat, muss er es bekmpfen. Es fhrt zu Intoleranz und Hass. Verleumdung und Ausrottung ist ein sehr bequemer Weg, auch wenn es Opfer fordert, wie Woody Harrelsons Charakter berzeugend darstellt. Aber diese Opfer werden anscheinend gerne gebracht, wenn es beduetet, dass sich der Mensch nicht kritisch mit einer neuen Situation auseinandersetzen muss; seine berzeugungen nicht in Frage stellen muss.

Was wir von "Planet der Affen: Survival" lernen knnen, ist, dass es nicht darum geht, ob man einer ganzen Rasse vertrauen kann, sondern dass Vertrauen immer vom Individuum abhngt. Dies bedeutet aber eben auch, dass wir bei einer schlechten Erfahrung nicht direkt auf die Masse schlieen knnen. Wir knnen aus unseren Fehler lernen. Die Vergangenheit muss sich nicht zwangsweise wiederholen. Hr auf dein Herz, verschliee dich nicht. Sehe die Welt aus den Augen eines Kindes. Sie kennen weder schwarz noch wei, weder Affe noch Mensch. Kinder verstehen die Welt auf ihre eigene Art. Sie verurteilen nicht vorschnell. Sie kennen nur gut und bse, Freund oder Feind. ffne deine Augen und sei ein Freund. Ein Freund der Menschen und der Affen und der Kinder.



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