Gigantische Hologramme, Neon-Werbeschilder und spiegelnde Wolkenkratzer bestimmen die Szenerie von "Ghost in the Shell". Die Live-Action-Adaption des gleichnamigen Animes von Mamoru Oshii nimmt den Zuschauer mit in eine nicht allzu ferne Zukunft. Wie beeinflusst technischer Fortschritt unser Verstndnis des Menschseins? Dieser Frage widmet sich der Film.

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Ghost in the Shell
Verleih: Paramount Pictures
Genre: Action, Sci-Fi
Darsteller: Scarlett Johansson, Pilou Asbk, Takeshi Kitano
Regie: Rupert Sanders
Filmlaufzeit: 107 Min.
"Ghost in the Shell" spielt in einer Zukunft, in der es mglich ist, den menschlichen Krper maschinell zu verbessern. Roboterelemente knnen einzelne Krperteile ersetzen. Im Fokus des Filmes steht eine junge Frau namens Major (Scarlet Johansson). Sie erlitt einen schweren Unfall, Wissenschaftler von Hanka Robotics konnten sie jedoch retten. Zumindest ihren "Ghost", ihre Seele. Diese steckt nun in einem vollkommen maschinellen Krper. Somit ist sie die Erste ihrer Art - eine unschlagbare Waffe. Die Regierung beauftragt Section 9, die Spezialeinheit in der Major arbeitet, mit dem Aufspren von Terroristen. Sie treffen auf einen mysterisen Feind, der auf einem Feldzug gegen Hanka Robotics ist. Seine Motive sind unklar. Als seine wahren Intentionen ans Licht kommen, sieht sich Major mit ihrer Vergangenheit konfrontiert und macht es sich zur Aufgabe, die Frage nach ihrer wahren Identitt zu beantworten.

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Die Welt von "Ghost in the Shell" ist dster, doch der Zuschauer verliert sich gerne in ihr. Sie ist eine Hommage an den Cyberpunk der Achtziger Jahre. Optisch ist der Film atemberaubend. Die visuelle Umsetzung rundet die spannende Handlung ab. Gut gemacht ist auch, dass der philosophische Aspekt der Geschichte nicht zugunsten der Action leidet. Vor allem Fragen bezglich der menschlichen Identitt werden ausgiebig beleuchtet. Das Original geht diesbezglich noch tiefer, der Film bersteigt jedoch die bliche Dystopie made in Hollywood.

Die Whitewashing Problematik

Warum der Film trotz guter Handlung und ansprechender visueller Umsetzung nicht auergewhnlich ist, liegt an einem Punkt: der Besetzung. Vor allem die Verkrperung Scarlett Johanssons als Major ist ein kontroverses Thema. Denn Johansson spielt eine japanische Animefigur namens Mokoto Kusunagi. Sie ist keinesfalls unqualifiziert fr die Rolle, bleibt in ihr jedoch unauthentisch. Johansson ist zu hbsch, zu bekannt, zu Hollywood. Nicht nur, dass der Gesamteindruck des Filmes darunter leidet, sie nimmt vor allem einer asiatischen Schauspielerin die Chance, das Franchise angemessen zu reprsentieren. Es ist schade, dass Regisseur Rupert Sanders diese Chance aufgrund von Johanssons bekanntem Namen nicht genutzt hat. Wer allerdings diese Problematik ignorieren kann, wird von "Ghost in the Shell" begeistert sein. Vor allem Action- und Sci-Fi-Fans knnen auf gute Unterhaltung mit einer Prise Philosophie hoffen.



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