Zeit, Liebe und Tod das sind die drei Dinge, die uns Menschen antreiben. Wir wollen alle mehr Zeit haben, wollen alle geliebt werden und haben alle Angst vor dem Tod. Deswegen ist Werbetexter Howard fest davon berzeugt, dass Werbung nur effektiv ist, wenn sie mindestens eins dieser Konstrukte anspricht. Und sein Erfolg gibt ihm recht.

Zwei Jahre spter hat ihm der Tod seine Tochter und damit seine Liebe genommen und die Zeit hat Howard zu einem verbitterten Mann gemacht. Er macht seinem Unmut und seiner Enttuschung Luft, indem er Briefe an Zeit, Liebe und Tod schreibt. Arbeitskollegen und Freunde knnen nicht akzeptieren, was aus dem lebensfrohen Menschen geworden ist. Sie greifen zu ungewhnlichen Manahmen, um ihn aus seiner Lethargie zu holen. Sie engagieren drei Schauspieler, welche die lebendig gewordenen Konzepte Zeit, Liebe und Tod darstellen und Howard mit seiner Misere konfrontieren.

Erzwungene Emotionen

Verborgene Schnheit
Verleih: Warner Bros. GmbH
Genre: Drama
Darsteller: Will Smith, Naomie Harris, Jacob Latimore, Helen Mirren, Keira Knightley, Kate Winslet, Edward Norton, Michael Pea
Regie: David Frankel
Filmlaufzeit: 97 Min.
Howard (Will Smith) trifft auf Raffi (Jacob Latimore), der die Zeit darstellt, Brigitte (Helen Mirren), den lebenden Tod, und Amy (Keira Knightley), welche die Liebe spielt. Sie passen ihn an ffentlichen Orten ab und stellen ihn zur Rede. Sie wollen wissen, warum er ihnen in seinen Briefen diese Vorwrfe macht. Das alleine ist ein guter Anfang, doch sind die Konzepte Zeit, Liebe und Tod auch mit einem von Howards Freunden verbunden. Claire (Kate Winslet) hat nicht genug Zeit, Whit (Edward Norton) kmpft um die Liebe seiner Tochter und Simon (Michael Pea) sieht sich dem Tod gegenber. Diese Verstrickungen lenken von der eigentlichen Handlung ab. Jede der Figuren hat ihre eigenen Probleme, die nebenher thematisiert werden. Dabei ist die schauspielerische Leistung durchaus beachtenswert. Doch erhht jede Geschichte den Druck auf die Trnendrse. Es kommt das Gefhl auf, dass alle Protagonisten miteinander um das schlimmste Schicksal konkurrieren. Das ist nervig und wirkt gezwungen. Empathie schlgt schnell in Resignation um. Die wiederholte Aussage des Films, man solle in allem die verborgene Schnheit erkennen, ist genauso absurd wie bertrieben. Das kann zum einen damit zusammenhngen, dass "Verborgene Schnheit" eine unzureichende bersetzung des Originaltitels "Collateral Beauty" ist. Zum anderen ist es hrt es sich so an, als habe man kein Recht zu trauern.

Stets bemht

"Verborgene Schnheit" will zu viel. Die Idee, die hinter dem Werk steckt, ist gut keine Frage, doch mangelt es sehr in der Umsetzung. Er behandelt genug Stoff fr vier Filme und verliert sich darin. Jede einzelne der verschiedenen Geschichten htte einen eigenes Drama verdient. Htte Regisseur David Frankel sich auf die Haupthandlung konzentriert und die Thematik vertieft, htte es ein gutes Drama werden knnen. So kratzt es nur an der Oberflche. Wenn es wirklich an die Substanz geht, ist der Film vorbei. Irgendwann wird klar, auf welches Ende er hinsteuert und man wnscht sich, ja hofft und bangt sogar, dass es nicht so ist. Die Lsung ist zu unrealistisch, zu einfach und irgendwie auch zu Hollywood. Die obligatorische letzte Szene, die alles in Frage stellen soll, macht es auch nicht besser. "Verborgene Schnheit" kann man gucken... muss man aber nicht.



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