Knnen wir die Vergangenheit ndern? Kann so der Untergang der Menschheit verhindert werden? Jede getroffene Entscheidung, ob gut oder schlecht, hat Einfluss auf die Zukunft. Der siebte Film des X-Men-Universums, Zukunft ist Vergangenheit (im Englischen etwas pathetischer: Days of Future Past), beschftigt sich mit dieser Frage und wird zum Klassentreffen der Generationen.

In einer postapokalyptischen Welt der Zukunft sind die Sentinels, unbezwingbare Maschinen, dafr verantwortlich, dass alle Mutanten und Menschen mit Mutantengenen vernichtet wurden oder kurz vor ihrer Auslschung stehen. Nun stehen sie kurz davor ihr Ziel zu erreichen, doch eine kleine Gruppe Mutanten, darunter einige der ursprnglichen X-Men, will diesen Krieg verhindern, indem sie ihn beenden, bevor er berhaupt begonnen hat. Dazu wird Wolverine (Hugh Jackman) ins Jahr 1973 zurckgeschickt, um den Lauf der Vergangenheit zu verndern.

Nostalgische Hommage und sozialkritischer Dampfhammer

X-Men: Zukunft ist Vergangenheit ist eine nostalgische Hommage an die 70er Jahre, als "alles noch besser war". Es gibt klare Feindbilder (die "bsen" Kommunisten und spter die Mutanten), JFK-Verschwrungstheorien, die USA sind immer noch Weltmacht Nr. 1, aber auch das Ende des Vietnamkrieges wird in in diesem Teil der X-Men-Reihe thematisiert. An Nostalgie lsst sich grundstzlich nichts aussetzen, in diesem Fall leidet aber die postapokalyptische Stimmung, die der Trailer versprochen hatte, doch deutlich. Die Verzweiflung der zuknftigen Mutanten verliert sich in den Hoffnungen der 70er Jahre-Mutanten, diese dstere und aussichtslose Zukunft zu verndern. Whrend des gesamten Films hat der Zuschauer nie das Gefhl, dass diese Hoffnung nicht erfllt werden knnte.
X-Men: Zukunft ist Vergangenheit (USA 2014)
Verleih: Twentieth Century Fox of Germany GmbH
Filmlaufzeit: 131 Minuten
Regie: Bryan Singer
Darsteller: James McAvoy, Michael Fassbender, Hugh Jackman, Jennifer Lawrence, Nicholas Hoult, Patrick Stewart, Ian McKellen, Evan Peters, Ellen Page, Peter Dinklage, Halle Berry
Kinostart: 22. Mai 2014


Auch deshalb wirkt die Botschaft an die Gegenwart des Kinosaals wie ein Dampfhammer, der immer wieder auf das Publikum einprgelt. Wenn wir so weitermachen, werden Menschen wie die Mutanten nur wegen ihrer Gene ausgegrenzt, gejagt und gettet. Es muss einen anderen, besseren Weg geben, ein friedliches Zusammenleben aller Rassen, Religionen usw. zu sichern. Also ndert euch geflligst und fangt wieder an zu hoffen!

Wer den Dampfhammer ausblenden kann, erlebt eine fr das Genre erstaunliche Charakterentwicklung. Emotionale Achterbahnfahrten und zwischenmutantische Konflikte verleihen dem Film doch einen gewissen Tiefgang. Selbst der Sprche klopfende und gelassen auftretende Wolverine sieht ein, dass er den zuknftigen Krieg nicht berleben wrde und setzt alles daran, seine Mission zu erfllen. Der Film ist ein Muss fr jeden X-Men Fan, aber auch andere Zuschauer bekommen solides Actionkino mit Starbesetzung geboten, dass mit einer starken sozialen Botschaft aufwartet. Und diese kann man zwar kurzzeitig ausblenden, aber eben nicht bersehen.


Artikel drucken