campus-web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
 

   
Gerade erst hlt Jor-El (Russell Crowe) seinen neugeborenen Sohn Kar-El in den Armen, doch sein Heimatplanet Krypton ist dem Untergang geweiht. Hinzu kommt ein brutaler und hinterlistiger Putsch des finsteren General Zod (Michael Shannon). Jor-El schickt seinen Sohn zur Erde, in ihm versteckt den genetischen Code der Kryptonier. So landet der Winzling im beschaulichen Smallville in Kansas. Dort wchst er liebevoll behtet von seinen Adoptiveltern Jonathan (Kevin Costner) und Martha Kent (Diane Lane) als Mensch auf. Und doch merkt er bald, dass er ungewhnliche Krfte und Fhigkeiten besitzt. Er muss erst lernen, mit ihnen umzugehen, sie richtig einzusetzen, abzuwarten. Sein Ziehvater warnt ihn eindringlich, sich nicht zu frh als das zu zeigen, was er ist: ein Mann aus Stahl und mit Rntgenblick. Doch dann gilt es, die Erde vor General Zod zu retten, der sich aus dem Exil befreien konnte und auf der Erde ein neues Krypton errichten will. Clark muss in den blauen Anzug mit dem groen "S" auf der Brust steigen und das rote Cape berwerfen, um durch die Lfte fliegend die Menschheit zu retten.

Mit der "Dark Knight"-Trilogie setzte Christopher Nolan neue Mastbe fr Comicverfilmungen. Sein Batman war befreit von knallbunten Effekten, von berspitztem Humor und berladenen Effekten. Nolan und Dark-Knight-Drehbuch-Autor David S. Goyer sind auch die Urheber des neuesten Superman-Reboots. Nolan berlie diesmal den Regiestuhl Zack Snyder, der mit dem martialischen und bildgewaltigen "300" visuell neue Mastbe setzte und seinen Ruf als Comicspezialist mit "The Watchmen" festigte. Snyders visuelle Handschrift ist auch in "Man of Steel" unverkennbar - dstere Sets mit bombastischen Bauten dominieren die Leinwand, in denen die Protagonisten wie kleine Insekten wirken.
Man of Steel
USA 2013
Verleih: Warner Bros.
Genre: Action/Comic-Verfilmung
Filmlaufzeit: 140 min
Regie: Zack Snyder
Darsteller: Henry Cavill, Amy Adams, Michael
Shannon, Russell Crowe, Diane Lane, Kevin
Costner, Laurence Fishburne, Antje Traue
Filmstart: 20.06.2013

Mit Action-Sequenzen und berbordenden Effekten bestreitet er einen Groteil der satten 140 Minuten Spielzeit. Schon die auf Krypton spielende Exposition beeindruckt mit einem wuchtigen Set und unterkhlter Optik, der erste Kampf zwischen Jor-El und General Zod schlgt harte Tne an, doch im zweiten Drittel des Films nimmt er sich Zeit fr seine Hauptfigur und ihre Geschichte. Henry Cavill ist der perfekte Clark Kent: er wirkt schchtern und stark zugleich, er zweifelt an sich und hadert mit seinem Schicksal, das doch unausweichlich scheint. Seiner Geschichte zu folgen, ist allerding nicht ganz einfach - eine achronoligische Erzhlweise mag stilistisch spannend sein, doch Snyder verzettelt sich etwas mit seinen Zeit- und Handlungssprngen. Whrend Clark eben noch als errwachsener Mann die halbe Crew einer Bohrinsel rettet, entdeckt das Kind Clark seine auergewhnliche Wahrnehmung im Klassenzimmer oder rettet als Teenager einen Schulbus. Die einzelnen Versatzstcke zeichnen ein vielschichtiges Bild des "Man of Steel", sie verlieren aber durch ihre Zerrissenheit und ben damit an Emotionalitt ein.

Neben Henry Cavill kann Regisseur Snyder sich bis in die kleinsten Rollen auf eine groartige Besetzung verlassen. Russell Crowe, Kevin Costner und Diane Lane geben ihren Figuren Konturen, auch wenn sie nur wenig Raum dafr haben und auch Amy Adams wird als Lois Lane die Sympathien auf ihrer Seite haben, auch wenn ihre Einfhrung in die Story nicht ganz gelungen ist. Warum ausgerechnet sie als Journalistin vom US-Militr eingeladen wird, ber eine seltsame Entdeckung im Eis zu berichten, bleibt offen. Doch so begegnet sie Clark Kent und entdeckt sein Geheimnis - womit sich der Kreis der Hauptpersonen im Superman-Universum erstmal schliet und endlich die obligatorische Romanze platziert ist.

Snyders "Man of Steel" ist eine sehr lange, schn anzusehende Exposition - am Ende bleiben jede Menge Fragen und die Hoffnung, dass es in der Fortsetzung mehr Antworten geben wird und mehr Zeit fr die Figuren. So schn die Action-Szenen anzusehen sind, sie rauben doch etwas von der Magie, die nur in ruhigen Momenten entstehen kann und fr die es Gesichter und Worte braucht. Trotz kleinerer Mngel in der Figurenzeichnung und einiger Logiklcher ist "Man of Steel" ein gelungener Auftakt fr den Superman des neuen Jahrtausends.

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