campus-web Bewertung: 3,5/5
   
 

   
 

   
Luke (Ryan Gosling) zieht als Motorrad-Stuntman von einer Stadt zur nchsten. Als "Handsome Luke" ist er eine groe Jahrmarktsattraktion. Abend fr Abend strzt er sich waghalsig mit zwei anderen Fahrern in eine Zwei-Tonnen-schwere Stahlkugel. Viel hat er in seinem Leben nicht geschafft. Eine richtige Familie hatte er nie, seinen Vater hat er kaum gekannt. Als er erfhrt, dass seine Jahrmarktsbekanntschaft Romina (Eva Mendes) einen Sohn von ihm geboren hat, schmeit er seinen Job und versucht, sesshaft zu werden. Er will fr seinen Sohn Jason ein richtiger Vater sein. Da er ihm durch einen kleinen Werkstattjob nur wenig bieten kann, berfllt Luke Banken. Seine Motorradfahrknste ermglichen ihm jedesmal nahezu mhelos die Flucht und so wird Luke leichtsinnig. Es kommt zur schicksalhaften Begegnung mit dem jungen Polizisten Avery Cross (Bradley Cooper). Anders als Luke ist dieser bei einem berfrsorglichen Vater gro geworden, stets behtet und gefrdert. Hin und hergerissen zwischen Ehrgeiz, Gewissen und Moral sucht Avery nach seinem Platz in der Familie und im Job. Wie er sich auch entscheidet, das Schicksal scheint vorgezeichnet und so stehen sich im letzten Drittel von "The Place beyond the Pines" die Shne von Luke und Avery gegenber - eine Begegnung, die vorbestimmt zu sein scheint.
The Place beyond the Pines
USA 2013
Verleih: Studiocanal
Genre: Drama
Filmlaufzeit: 140 min
Regie: Derek Cianfrance
Darsteller: Ryan Gosling, Bradley Cooper, Eva Mendes,
Dane DeHaan, Ray Liotta, Rose Byrne
Filmstart: 13.06.2013


Regisseur Derek Cianfrance verknpft in seinem behutsam erzhlten Drama die Geschichte dreier Generationen, deren Leben unausweichlich mit dem ihrer Vorfahren verknpft ist. Wie der Vater, so der Sohn, knnte man auch vereinfacht sagen. Und das ist auch der Punkt, an dem dieses wunderbar fotografierte und bewegend gespielte Drama leidet: So intensiv die Beziehungen zwischen den einzelnen Protagonisten auch sind, die Figuren kratzen am Rande des Eindimensionalen. Cianfrances gibt ihnen nur wenig Spielraum. Sie stecken fest in ihren vorgegebenen sozialen und emotionalen Rollen. Da ist der Taugenichts, der es nie auf gutem Wege zu etwas bringen wird und auch auf dem schlechten Weg scheitert und auf der anderen Seite sucht der Sohn aus gutem Hause eine Flucht aus der Familienidylle, der unter dem bervater fast genauso leidet, wie der andere unter dem fehlenden. Lediglich Bradley Coopers Figur des jungen Familienvaters und Polizisten ist ambivalent in ihrer Entwicklung und in ihrem Charakter und macht ihn ber weite Strecken zum emotionalen Zentrum des Films. Die Geschichte um Vter und Shne kann sich nicht von einer pessimistischen Grundhaltung befreien, auch wenn sie hin und wieder vershnliche Tne anschlgt.

Dennoch ist "The Place beyond the Pines" ein anrhrendes Drama, das lange nachhallt und mit seinem ruhigen Erzhlfluss und den zeitweise schwelgenden Bildern fesselt. Bradley Cooper sollte sich hiermit endgltig von seinem Sonnyboy-Image freigespielt haben. Ryan Gosling hingegen manifestiert weiter seine Paraderolle als wortkarger Einzelgnger - sexy, gefhrlich und irgendwie traurig. Allein die Anfangssequenz, in der Gosling seinen groen Auftritt als "Handsome Luke" hat, ist ein stilvolles und inszenatorische Meisterstck. Die grte berraschung ist Eva Mendes: noch nie sah sie so schlecht aus. Das hat sich gelohnt, denn noch nie war sie so gut, auch wenn sie in dem groen Drama von Vtern und Shnen nur eine flankierende Rolle spielt.

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