Einfach so bleiben
   
 

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Zwei Programmteile á 76 Minuten, bestehend aus je fünf Kurzfilmen, produziert in Belgien, Großbritannien, Spanien, Brasilien und Deutschland, abwechslungsreich und kurzweilig, zum Mitlachen, aber auch zum Nachdenken. Unter anderem buhlten eine Comicverfilmung, ein Animationsfilm und ein bewegender Dokumentarfilm um die Gunst der Zuschauer.

"Die NIGHT OF THE SHORTS habe ich ins Leben gerufen, weil ich es schade finde, dass Kurzfilme normalerweise nur auf Festivals oder als Vorfilme laufen", sagte Stephan Winkler, Regisseur, Produzent und Gründer von W-film, zu Beginn der Veranstaltung. Manche Kurzfilme seien als Vorfilm einfach zu lang und bekämen deshalb noch seltener die Chance, ein breites Publikum zu erreichen. So habe er die originellen Inhalte zunächst als Kurzfilmprojekt in die Kinos gebracht und schließlich den Filmverleih gegründet. Die Kriterien der Filmauswahl seien dabei relativ einfach: "Unterhaltsam sollen sie sein und ohne Bedienungsanleitung zu verstehen."

Zu den Highlights des Abends gehörten die Kurzfilme der Regisseure Sören Voigt (Identity Kills, Tolle Lage), Stephen Daldry (The Hours, Billy Elliot) – dessen achtjähriger, fussballfanatischer Hauptdarsteller des Films Eight alle Sympathien auf seiner Seite hatte – und schließlich Sven Taddicken (Emmas Glück). Taddicken war persönlich anwesend und beantwortete Fragen zu seinem Diplomfilm Einfach so bleiben und seiner aktuellen Spielfilmproduktion Zwölf Meter ohne Kopf.

Am eindrucksvollsten war aber wohl der Dokumentarfilm Die Erfindung der Kindheit über zwei ganz unterschiedliche Definitionen von Kindheit in Brasilien. Geschickt stellte hier Regisseurin Liliana Sulzbach Aussagen von Kindern aus gutem Hause denen von hart arbeitenden Kindern aus ärmlichen Verhältnissen gegenüber. Während die einen ihren mit Ballett- und Tennisstunden gefüllten Terminplan aufsagten, berichteten die anderen von ihrer harten und gefährlichen Arbeit in Steinbrüchen und auf Plantagen.

Mit den eindringlichen Worten: "Being a child doesn’t mean having a childhood" schloss der Dokumentarfilm und bildete eine Überleitung zum Verein Kinderland Brasilien, der sich im Anschluss des Films vorstellte. Susanne Schettler und Annett Saupe berichteten von den Zuständen in den Elendsvierteln Brasiliens und den Hilfsprojekten ihres Vereins. Sie riefen dazu auf, sich zu engagieren, jeder Helfer sei herzlich willkommen.

Zwar lief der Abend nicht perfekt, sorgte doch ein falsch eingelegter Film für Verwirrung, doch trugen gerade kleine Spontanitäten zu der familiären, angenehmen und lockeren Stimmung bei. Das gelungene Gesamtkonzept amüsierte das Publikum hörbar und die Veranstalter waren sichtbar mit Herzblut dabei. Auf die weiteren Kurzfilme, die ab sofort monatlich wechselnd in Köln zu sehen sind, darf sich also gefreut werden.

Hier gehts zum Programm.

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