campus-web Bewertung: 2,5/5
   
Während Michael Glawoggers schräges Roadmovie Contact High langsam aber sicher aus den Kinos verschwindet, gibt es den dazugehörigen Soundtrack noch in jedem gut sortierten CD-Geschäft. Damit kann man sich die Wartezeit auf die DVD vertreiben. So abgefahren der filmische Trip ist, so schräg und bunt ist auch die musikalische Mischung, die Max, Johann und die geheimnisvolle Tasche, auf die es jeder abgesehen hat.

Die Reise beginnt mit Devendra Banharts "So long old bean" – Pferdegetrappel und lethargischer Gesang erinnern an den einsamen Trapper in der Prärie und verführen zum Wegdösen: "Everytime you get high, you might see me floating by" – der perfekte Kiffersoundtrack. Soundtrack-Klassiker wie "Have love will travel" oder "Wipe out", zu dem schon Jennifer Grey in "Dirty Dancing" bei ihren ersten Tanzversuchen verzweifelte, sind ebenso auf dieser Songsammlung zu finden wie gepflegter Indierock von The Base und Get well soon - solide Stücke, die sich in fast jeder Situation gut im CD-Player machen. "Like a rocket" ist mit seinen sieben Minuten Laufzeit nur im totalen Delirium zu ertragen – der ewig gleichförmige Beat langweilt, trotz bellender Hunde. Da freut man sich über die Vorspieltaste und stellt ganz nüchtern fest, dass manche Songs eben nur im Film mit den dazugehörigen Bildern gut sind.

Als "eine Psychedelic Road Movie Western Komödie" wird Contact High auf dem Cover beschrieben, und so finden sich all diese Genres auch im Soundtrack wieder: Calexicos "Frontera" wartet mit Mariachi-Gitarren und Bläsern auf. Was zunächst nach Italo-Western klingt, gerät in der Mitte zu einem wilden psychedelischen Trip und ist genauso abgefahren und unberechenbar wie Glawoggers Film. Eines der Highlights ist das eher unbekannte Roxy Music-Stück "Bittersweet" – schräg schrill und traurig, eben "bittersüß" ist dieser außergewöhnliche Song, in dem Brian Ferry sogar auf Deutsch spricht: "Nein, das istt nicht das Ende der Welt. Und das Spiel geht weiter."

Sven Regener steuert mit "Don´t Bogart me" seinen Teil zum Soundtrack bei und überzeugt mit seinem gewohnt lakonischen Gesang und als krönenden Abschluss gibt es ein wunderbar witziges Duett der beiden Hauptdarsteller Ostrowski und Wallisch, die im besten "Denglish" ihre wilden Halluzinationen zum besten geben: "I´m a hunter, you´re a Gnu."– und jetzt kommst du.

Der Songs in "Contact High" funktionieren im Film hervorragend und sind dort unersetzlich. Ohne die Bilder zünden sie nur bedingt und so empfiehlt sich doch noch ein Besuch im Kino, der sich wesentlich mehr lohnt als der Soundtrack allein.

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