Mit „Control“, einem Bio-Pic über Ian Curtis, den verstorbenen Sänger von Joy Division, präsentiert Fotograf Anton Corbijn sein Regiedebüt, ein intimes Porträt über das Leben und Leiden des Musikers, der sich mit 23 Jahren das Leben nahm. Besucher der Cologne Conference konnten das Werk, welches im Januar nächsten Jahres in die deutschen Kinos kommt, vorab bestaunen.

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Corbijn, der ebenfalls bei der Premiere anwesend war und sich nach dem Film den Fragen des Publikums stellte, gestand, er habe zunächst gezögert, die Regiearbeit zu übernehmen. Grund dafür sei sein ihm missfallendes Image als „Rock-Fotograf“, welches ihm durch seine Arbeit mit Bands wie U2, David Bowie und den Rolling Stones zwangsweise anhaftet. Eine Entscheidung des Herzens war es schließlich, die Corbijn dazu veranlasste, die Sache durchzuziehen. Hat er als einstiger Fotograf und Freund der Band doch einen persönlichen Bezug zu Joy Division.
So ist „Control“ auch weniger ein Werk über den Musiker als vielmehr über den Menschen Ian Curtis geworden. Hauptdarsteller Sam Riley, der eine fast gespenstische Ähnlichkeit mit Curtis aufweist, spielt diesen so großartig authentisch, dass Corbijn selbst stellenweise dachte, er hätte den echten Curtis vor sich. Riley, ein bisher unbekannter Schauspieler, harmoniert dabei hervorragend mit seiner starken, erfahrenen Kollegin Samantha Morton, welche Ians Frau Debbie verkörpert.
In bewegenden Bildern, gespickt mit privaten, biographischen Details, werden Ians Beziehungen zu sowohl Debbie als auch seiner Geliebten Annik (gespielt von Alexandra Maria Lara), sein Aufstieg mit Joy Division und das Verhältnis zu seinen Bandkollegen sowie seine gesundheitlichen und psychischen Probleme geschildert. Dass sich der Film in schwarz-weiß präsentiert, erzeugt den Eindruck, man habe es mit realen Aufnahmen aus der Zeit Ende der Siebziger zu tun. Authentizität der Bilder wird zudem verstärkt durch die Tatsache, dass Corbijn möglichst an den Originalorten drehte, so zum Beispiel am Originalhaus des Ehepaars Curtis.
Unterstützung fand der Regisseur vor allem in Ians Witwe, die gleichzeitig Co-Produzentin des Films ist. Auch die ehemaligen Mitglieder von Joy Division, heute New Order, trugen ihren Teil zu Corbijns Werk bei und komponierten zwei Stücke für den Soundtrack. Durch diese Hilfe und durch Corbijns Auge für monumentale, aber dennoch intime Bilder ist ein Streifen entstanden, welcher dem einzigartigen Sänger und Songwriter Ian Curtis ein würdiges Denkmal setzt.
Autor: Maggie Gernatowski (Foto: Momentum Pictures) / 29.09.2007 | Artikel drucken |