"Herzlich willkommen in Hessen, äh, in Essen." Mit ungewolltem Witz begrüßte Moderatorin Nadine Krüger das Premierenpublikum in Deutschlands größtem Filmpalast. Humor bei einem Film, der das Thema Demenz behandelt? Ja! Humor sei besonders wichtig. Menschen, die an Demenz leiden, sollen lachen, so der allgemeine Tenor des Abends.

Am 28. April 2010 feierte das Team um Regisseur Iain Dilthey die Deutschlandpremiere des Spielfilms "Eines Tages...". Anwesend waren die Hauptdarsteller, darunter Horst Janson, Annekathrin Bürger, Heinrich Schafmeister und Verena Zimmermann. Initiiert und gefördert wurde der Film vom Landschaftsverband Rheinland (LVR), dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den Pflegekassen NRW.

"Manchmal ist es ganz leer da oben, wissen Sie?"

Der Spielfilm beschreibt in drei miteinander verwobenen Episoden die Entwicklung einer Demenzerkrankung in ihren unterschiedlichen Phasen: vom Erkennen der Krankheit über das Leben mit ihr im fortgeschrittenen Stadium. Dabei geht der Spielfilm von den zentralen Fragestellungen aus: Wie erkennt man frühzeitig, das jemand an Demenz erkrankt ist? Wie verändert die Krankheit das Verhalten der Menschen mit Demenz? Wie gehe ich als Angehöriger damit um?

Das Drehbuch ist gut gelungen. Die drei Episoden gehen mit raffinierter Sentimentalität mit der Krankheit um. Jedes der drei geschilderten Patientenbilder überzeugt durch starke Authentizität. Allerdings fällt etwas ins Auge: sie zeigen einen weitgehend positiven Umgang mit der Demenz. Dem Film fehlt ein Fallbeispiel, in dem Angehörige an der Krankheit scheitern. Die Vorstellung ist irreal, dass jeder dieser Diagnose gewachsen sei. Die Schauspieler, die überwiegend ohne Gage tätig waren, glänzen jedoch durch sehr starke darstellerische Leistungen.

Der Film ist beeindruckend. Er hält dazu an, über Demenz ganz neu nachzudenken. Gleichzeitig ermutigt er, offen mit der Krankheit umzugehen. Die gelungene Mischung aus bitterem Witz und schönem Ernst zeichnet diesen Film aus. Die Abschlussszene beeindruckt hier besonders: Auf einer Schiffahrt auf dem Rhein sitzen Tochter und die demenzkranke Mutter zusammen bei einer Tasse Kaffee und einem Stück Kuchen. Im Hintergrund läuft das Lied "Ein Schiff wird kommen" von Melina Mercouri. Passend zum Refrain stimmt die Mutter lautstark ein und erhascht sich die Blicke der anderen Gäste. Erschrocken, aber dennoch selbstbewusst erhebt sich nun auch die Tochter und lässt verlauten: "Meine Mutter hat Demenz. Ich hoffe, das stört jetzt keinen?!"

"Eines Tages..." ist Teil einer produzierten Ratgeber-DVD-Box mit dem Titel: "Demenz – Filmratgeber für Angehörige". Sie beinhaltet den Spielfilm, zwei weitere DVDs mit 12 Themenfilmen sowie eine CD-Rom mit hilfreichen Materialien. Ziel ist es, Angehörigen von Demenzkranken aber, auch ehrenamtlich und professionell Betreuenden konkrete Hilfestellungen zu bieten. Derzeit leben in Deutschland mehr als eine Million Menschen mit einer Demenz, zwei Drittel von ihnen leiden unter Alzheimer. Wissenschaftler prophezeien, dass im Jahr 2030 die Zahl der Erkrankten gut zwei Millionen erreicht haben wird.

Die DVD-Box "Demenz – Filmratgeber für Angehörige" ist über das Kuratorium Deutsche Altershilfe erhältlich.

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