Der Writers' Bloc schafft an der Universitt Bonn etwas Neues und Einzigartiges: Nicht Wissenschaftlern, sondern jungen Autoren wird eine Bhne geboten.

Die Idee entstand im Sommer diesen Jahres, so Dozent Christian Klckner vom Institut fr Anglistik, Amerikanistik und Keltologie. Als Moderator fhrte er durch die erste Veranstaltung des Writers' Bloc in diesem Semester zugleich die Premiere des Formats. "Alle gehren zum Writers' Bloc," erklrte Klckner. Jedermann beziehungsweise -frau kann Leseproben einsenden und mitmachen.

Der Titel des erstens Abends lautete: "Writers' Bloc presents Writer's Block". Nettes Wortspiel, aber Schreibende berichten ber Schreibblockaden? Was wrde den Zuschauer erwarten? Einige Stunden Stille oder deprimierte, nach Worten ringende, dem Sprung von der Klippe nahe Schreiberlinge?

Jan Coenen befreite den Zuschauer sofort von jeglichen Befrchtungen. Mit Witz und dem richtigen Ma an Tragik, las er davon, was ihn blockierte Rapper zu werden. Obwohl er in Mnchengladbach aufwuchs - bekanntlich eine HipHop-Hochburg. Dem starken Beifall nach zu urteilen, hat er es nichts falsch gemacht, sich doch der Prosa zu verschreiben.

Naturlyrik und zwei Erzhlungen die im Kampf mit der Schreibblockade entstanden, gab Lea Baiermann zum Besten. Ein Hhepunkt des Abends war der Auftritt der Autorin Anke Fuchs, die die Zuhrer mit Slam Poetry in den Bann zog. In ihrem ersten Vortrag "Abstand" brachte Fuchs zum Ausdruck, dass sie sich ein bisschen mehr "Blockade" bei ihren Mitmenschen, in jeglichen Verhltnissen, manchmal wnschte. Auerdem trug sie ihre eigene Version des Gedichts "Augen der Grostadt 2012", im Original von Kurt Tucholsky, vor. Anke Fuchs brachte die Zuhrer zum Lachen, die Kritik an nicht intakten zwischenmenschlichen Beziehungen gab dem Auftritt besondere Tiefe.

Michail Verskajn bot dem Publikum eine ausdrucksvolle sprachliche Performance an, die inhaltlich nicht gnzlich ergrndet werden konnte.Auch die Gewinnerinnen des Call for Poems offenbarten dem Publikum ihre eingesendeten Beitrge. Der Call for Poems war ein in der Uni ausgeschriebener Wettbewerb, ausgerichtet vom Writers' Bloc, bei dem englische oder deutsche Texte eingereicht werden konnten. Fr die beiden Erstplatzierten, Katharina Lurz und Lara von Richterhofen, war es das erste Mal, dass sie ihre Texte bei solch einem Wettbewerb eingesendet haben.

Katharina Lurz trug einen englischen Text namens, "The writer who could not write" vor, welcher die Sehnsucht zu schreiben und die Hindernisse des Lebens fr einen Schriftsteller thematisierte. Lara von Richterhofen berzeugte nicht nur die Juroren des Wettbewerbs, sondern auch das Publikum mit ihrer Erzhlung "Der Tag an dem ich eine Leiche berfuhr". Die junge Autorin schrieb inspiriert von einem Spielfilm. Eine ntzliche Methode, um Schreibblockaden zu berwinden.

Die erste Veranstaltung des Writers' Bloc war alles andere als still. Das Publikum erlebte sechs anregende junge Knstler und die nchste Schreibblockade bei einer Hausarbeit hat keine Chance mehr.



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