Kurioses aus der Polizeinotrufzentrale kndigt bereits das Cover des Taschenbuchs an und verspricht hiermit nicht zu viel. Denn das, was man den folgenden 180 Seiten entnimmt, lsst den Normalbrger nicht nur einmal am Intelligenzquotienten der Deutschen zweifeln.

Nordrhein-Westfalen

Der Autor STEEL, arbeitet seit 2003 in der Polizeileitstelle in Nordrhein-Westfalen und mchte anonym bleiben. Er lsst es sich trotzdem nicht nehmen, die kuriosesten und lustigsten Vorflle auf seinem Blog zu verffentlichen. Als Krnung hat er nun sein erstes Buch verffentlicht: Eine beachtliche Ansammlung von Telefongesprchen mit Verwirrten und Verrckten, mit Jung und Alt und vor allem mit Menschen, denen die Bedeutung des Wortes Notfall nicht klar zu sein scheint.

Was zunchst klingt wie eine einfache Zusammenstellung von witzigen Telefongesprchen stellt sich als strukturierter heraus als gedacht. Die verschiedenen Dialoge im Buch sind in unterschiedlichen Kapiteln zusammengefasst. Zu jedem dieser Kapitel schreibt STEEL eine kleine humorvolle Einleitung.
So findet man beispielsweise unter Die lieben Kleinen die schnsten Anrufe von Kindern, die mal wieder die Funktionsweise von kostenlosen Telefonnummern verstanden haben und lediglich ein Wort in den Hrer brllen. Zum Anderen liest man von verzweifelten Mttern, die mit ihren Erziehungsmethoden am Ende sind und verschtteten Hustensaft in der Kommode fr einen dringenden Notfall halten. Andere wollen sich an einem Montagmorgen um 7:30 Uhr einfach nur erkundigen, ob in Nordrhein-Westfalen eigentlich wirklich Schulpflicht besteht.

Polizist mit ruhigem Gemt

Dass es sich eigentlich um eine Straftat handelt, den Polizeinotruf zu missbrauchen, wird an einigen Stellen zwar erwhnt, STEEL macht aber den sympathischen Eindruck eines sehr geduldigen Polizisten. Er macht sich in vielen Fllen einen Spa daraus, selbst mit den verwirrtesten, unfreundlichsten und betrunkensten Menschen ein kleines Pluschchen zu halten, bevor er sie hflich darauf aufmerksam macht, dass es sich bei dem entsprechenden Anliegen definitiv NICHT um einen Notruf handelt.
Wie oft STEEL zu einer Strafanzeige wegen Missbrauchs des Notrufs gewzungen ist, wre zwar interessant, es wird aber hchstwahrscheinlich leider sein Geheimnis bleiben.
Als Leser mchte man jedenfalls bei einem (echten!) Notruf gerne bei dem geduldigen und humorvollen STEEL landen. Er scheint ein wirklicher Freund und Helfer zu sein.

Unterhaltsame Lektre fr den Lacher zwischendurch

Ob es einsame Frauen sind, die sich spontan nach Dienstschluss mit STEEL zum Schferstndchen verabreden wollen oder betrunkene Mnner, die Tipps gegen ihren Kater brauchen, im Laufe der Jahre haben sich in der Zentrale einige lustige Vorflle abgespielt, die es - meiner Meinung nach - wert waren, verschriftlicht zu werden.

Im Laufe der Lektre kommt man als Leser immer wieder an den Punkt, an dem man sich fragt, ob das, was man da gerade liest, wirklich der Wahrheit entsprechen kann. Die Emotionen variieren also zwischen Unglubigkeit, Belustigung und totaler Fassungslosigkeit. Man bekommt fast den Eindruck, dass an einem Tag in der Polizeinotrufzentrale mehr kuriose und verwirrte Anrufe eingehen als dass es sich um echte Notflle handelt - eigentlich eine schne Vorstellung.

Das Buch bietet die perfekte Lektre fr die leichte Unterhaltung zwischendurch in Bus oder Bahn. Aktuelle Erlebnisse aus dem Polizeialltag kann man auf STEELS Blog verfolgen.

***STEELS Blog mit aktuellen Erlebnissen aus der Notrufzentrale***

STEEL - Bei Totschlag drcken Sie die #-Taste. Kurioses aus dem Polizeialltag

Verlag: Piper
Erschienen: 1. Januar 2012
Genre: Sachbuch; Humor
ISBN: 978-3492273394
Bindung: Taschenbuch
Seiten: 192
Preis: 8,99 Euro
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