Horst Evers
   
 

Jochen Schmidt
   
 

Thomas Hermanns
   
 

Jockel Tschiersch
   
Getreu dem Motto "Wir lesen vor - ihr hrt zu" begrte Gastgeber Horst Evers vergangenen Dienstag erneut seine handverlesenen Gste, um mit ihnen Literatur zum Schmunzeln zum Besten zu geben. Dieses Mal versprach Evers eine "Leistungsshow", die das "ganze Spektrum" abdeckt.

Moderator und Autor Thomas Hermanns bekannt sich als leidenschaftlicher Astro-TV-Gucker und Trash-TV Fan whrend des Schreibens. Dennoch war er so produktiv, schon kurz nach der Verffentlichung seines Debts "Disco" "Das Tomatensaft-Mysterium" zu hinterfragen. Als Vielflieger hat er so seine Erfahrungen, was alles vor und whrend eines Fluges schief gehen kann. Aus dem Schlange stehen am Check in hat er schon fast eine Sportart gemacht und es darin wohl schon zur Perfektion gemacht, wie gro das Handgepck tatschlich sein darf, hat sich ihm noch nicht erschlossen. Auch ein Dauer-Fluggast wie Thomas Hermanns kann berrascht werden und muss hin und wieder feststellen, dass sich nicht jeder sofort in die passende Fluggast-Schublade stecken lt, wie etwas die ltere Dame, die partout ihre Tosca-Flasche nicht aufgeben will: Die Tosca-Terroristin. Hermanns Geschichten sind geschriebene Stand-up-Comedy: kurzweilig, unterhaltsam, witzig. Und sie wirken ganz alltglich.

Ganz andere Geschichten kann da schon Frank Sorge erzhlen, der an einem warmen Sommertag mitten in eine Schatzsuche auf dem Pltzensee per Tretboot geriet. Sorge liest wie ein Mrchenonkel, mit sonorer und beruhigender Stimme. Leider geht seiner Geschichte um ein paar trkisch-stmmige Mchtegern-Abenteurer gegen Ende die Luft aus. Die Pointe fehlt, doch Sorges angenehmer Erzhlstil entschdigt fr den entgangenen Schlusswitz.

Jochen Schmidt befasst sich lieber mit seinen "wichtigsten Krperfunktionen", wie Hflichkeit oder Angst, die er kritisch, satirisch und uerst amsant analysiert. Noch lustiger ist der Monolog der zweitltesten Frau der Welt. Mit krchzender, hoher Stimme legt Schmidt seiner Heldin die Worte in den Mund: wie sie mit dem Bundesprsidenten flirtet und darauf lauert, endlich die lteste Frau der Welt zu sein. So fhlt es sich also jenseits der 100 an.

Die Protagonisten von Jockel Tschiersch sind deutlich jnger und geben sich voll und ganz ihren krperlichen Gelsten hin. Tschiersch poltert mit seiner krftigen Stimme seine "erotischen" Geschichten dahin und begeistert mit gekonntem Thringisch und urkomischem Schwbisch - da geht tatschlich jede Erotik flten, dafr ist jede Menge Spa garantiert, zumindest fr die Zuhrer.

Die 37. Lesenacht im Pantheon bot viel Abwechslung fr Freunde von Literatur, Kabarett und Comedy gleichermaen und Moderator rundete die amsanten Geschichten seiner Gste wie immer mit gekonnter Selbstironie, gespielter Verlegenheit und netten kleinen Erzhlungen wunderbar ab. Und so bleibt zu hoffen, dass er die Arbeit an seinem "Vergleichsreisefhrer" fr die Stadt Berlin noch lange fortsetzt, um so wichtige Orte wie Madrid oder Witten an unserer Hauptstadt zu messen.

Wer vergangenen Dienstag nicht im Pantheon dabei war, kann "Die Vorleser" am 17. April ab 20:05 Uhr bei WDR 5 in der Sendung "Streng ffentlich" hren.

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