Kln konnte dieses Jahr mit einem besonderen Event aufwarten. Der Autor Wolfgang Hohlbein, bekannt durch Romane wie Dunkel, Azrael und Der Greif, stellte im Literaturhaus Kln sein neues Werk Infinity Der Turm vor.

Dramatischer Auftakt einer Zukunftsvision

Es ist der Auftakt zu einer als Trilogie geplanten Saga und basiert auf einer der ersten Romanideen des Autors. Der Piper Verlag bewirbt es als "Hohlbeins wichtigstes Werk". Eine Aussage, die einen gewissen Wahrheitswert besitzt, wie der Autor im Anschluss an die Lesung einrumte.

Wolfgang Hohlbein begann ganz klassisch, indem er den Beginn seines Buches vorlas. Die Ausgangssituation ist schnell erzhlt: Die Geschichte spielt mehrere Millionen Jahre in der Zukunft in der Stadt "Belagerung", die die Gre eines Kontinents hat. Inmitten in der Stadt steht ein Turm, in der die High Society lebt. Das "R'Achernon" genannte Bauwerk ist mit 5 Meilen Hhe ebenso gewaltig wie die Stadt. Aber nicht nur seine Gre ist bedeutsam; der Turm verfgt ebenfalls ber eine gewisse Intelligenz. Er wei stets, wer sich wo in ihm befindet. Ebenso hat er auf das gesamte Wissen des Universums Zugriff und ist er in der Lage, mit seinen Bewohnern Gesprche zu fhren.

Zu Beginn des Romans steigen Prinzessin Infinity und der Mausmann Plixx auf den Turm und blicken hinunter auf die Stadt Belagerung. Die Stadt verdankt ihren Namen einem Krieg. Die normale Bevlkerung belagerte den Turm, jedoch verebbte der Krieg nach und nach und die Zelte, in denen die Belagerer lebten, wichen Husern. Einige wenige vergaen jedoch nie den Grund des Krieges. Einer dieser Mnner ist Craiden. Er zndet eine Bombe, und Plixx und die Prinzessin mssen hilflos die verheerenden Folgen fr die Stadt mit ansehen. So der rasante Einstieg der neuen Fantasy/Science-Fiction-Saga.

Seit dreiig Jahren Autor mit ganzer Seele

Bemerkenswert war, dass Wolfgang Hohlbein nicht aus dem Roman, sondern aus seinem Script las. Lesern, die bereits mit Infinity vertraut waren, drften daher einige Unterschiede aufgefallen sein. Auch zhlt Wolfgang Hohlbein zu den Autoren, die nicht nur spannende Bcher schreiben, sondern sie auch ebenso spannend vortragen knnen. Whrend der gesamten Lesung lauschte das Publikum der ruhigen Stimme, nur das gelegentliche Surren von Kameras unterbrach die Stille.

Bei den Gsten aller Altersklassen kam das neue Werk gleichermaen gut an. Wolfgang Hohlbein nahm sich nach der Lesung Zeit, Fragen zu beantworten. Das Publikum nutzte die Gelegenheit.

Ohne Schreibblockaden zur Akkordproduktion

Besonders der Schaffensprozess interessierte die Gste. Der Autor erklrte, er habe bei einem Buch meist nur die Ausgangssituation eines Werkes im Kopf und lasse die Geschichte sich entwickeln. Dadurch seien Entwicklung und Lnge der Geschichte schwer vorauszusagen.

Schreibblockaden sind Hohlbein fremd. Ideen habe er immer, die gingen nie aus, erklrte der erfolgreiche Schriftsteller. Und wenn er an einem Text nicht weiter kommt, befasst er sich mit einem anderen. Fr einen Roman hat Wolfgang Hohlbein nie mehr als sechs Monate gebraucht. Neben dieser intensiven Arbeit findet er noch Zeit, selber zu lesen. Dazu hlt er sich eine Stunde am Tag frei, in der er meist Geschichten liest, die seinen eigenen hneln.

Eine weitere Besonderheit lsst sich an Hohlbeins Arbeitsweise erkennen: Er schreibt alle Texte per Hand. Aus Liebe zu dem Gerusch des Kugelschreibers auf dem Papier. Mittlerweile hat sein Kugelschreiber jedoch einen Chip, der alle geschriebenen Texte als Daten speichert.

Wichtigstes Werk wirft ernste Fragen auf

Einer der Gste kam auf die Waffe in Wolfgang Hohlbeins Werk zu sprechen. Er fragte den Autor, ob er die Zukunft pessimistisch sehe. Die Antwort fiel sehr nachdenklich aus. Hohlbein sagte, er wisse es nicht. Er sei jedoch Berufsoptimist und glaube, dass die Menschen klug genug seien, das Richtige zu tun, auch wenn sie vorher ein paar Mal auf die Nase fielen.



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