Mehr Aussteller, mehr Flche, mehr Programm heit es bei der diesjhrigen Leipziger Buchmesse. Diesjhriges Schwerpunktland ist Serbien. Von morgen bis Sonntag prsentieren sich laut einer Mitteilung der Veranstalter 2150 Aussteller aus 36 Lndern. Zehntausende Besucher werden zur wichtigsten deutschen Frhjahrsbuchmesse erwartet. Erstmals gibt es einen eigenen Bereich fr E-Books und eine Hrspiel-Arena. 1500 Autoren lesen an mehr als 300 Orten in der Leipziger Innenstadt.

Zur Erffnung der Buchmesse wird am Abend im Gewandhaus traditionell der Leipziger Buchpreis zur Europischen Verstndigung verliehen. Preistrger in diesem Jahr ist der sterreicher Martin Pollack. Laut der Jurybegrndung wird der 1944 im obersterreichischen Bad Hall geborene Autor, bersetzer und Publizist ausgezeichnet fr sein einprgsames und richtungweisendes uvre. Laudatorin ist die Autorin Sibylle Lewitscharoff.

Gem den Statuten dient der Verstndigungspreis der Wrdigung einer Persnlichkeit, die sich um die europische Verstndigung, insbesondere mit den mittel- und osteuropischen Lndern verdient gemacht hat. Der Preis wird seit 1994 jhrlich vergeben und ist mit 15.000 Euro dotiert. Auswahlgremium ist eine neunkpfige internationale Jury.
Diese hebt bei Pollack besonders seine historischen Reportagen hervor, mit denen es ihm gelinge den namenlosen Opfern der Geschichte Namen und Wrde zuzuschreiben. Der studierte Slawist arbeitete als Wiener und Warschauer Korrespondent des Spiegel. Zustzlich wrdigt die Jury sein 2010 erschienenes Werk Kaiser von Amerika. Darin vertritt der Autor die These, dass die Massenflucht jdischer, polnischer und ukrainischer Brger aus Galizien zu Beginn des 20. Jahrhunderts der Prototyp der heutigen Migrationsbewegungen samt deren Problemen sei. Pollacks Darstellung ist erhellend, sachlich und doch voll verhaltener Empathie fr die ewigen Verlierer., attestierte ihm Sigrid Lffler am 07.09.2010 im DRKultur. hnlich begeistert zeigte sich Marta Kijowska in ihrer Rezension des Werkes in der FAZ vom 26.11.2010: Er zeichnet ein hchst nchternes Bild der Provinz, und heikle Themen, etwa die hohe Anzahl der Juden unter den Nutznieern der Fluchtwelle, scheut er auch nicht. Dass er dabei Parallelen zu heute, zu den Praktiken der modernen Schlepperbanden oder der heutigen Medien, aufzeigt, macht sein Buch umso lesenswerter.
Eine besondere Note bekommt die Ehrung Pollacks, weil er die Werke des ersten Preistrgers des Leipziger Buchpreises zur Europischen Verstndigung, des polnischen Autors Ryszard Kapuściński, ins Deutsche bersetzte.


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