Petra Schier
   
Im Rahmen der neuen Reihe Lokale Autoren der Beueler Bezirksbibliothek ist die bekannte Autorin historischer Romane, Petra Schier, am Donnerstag aus der Eifel nach Bonn gekommen, um eine Lesung zu halten. Zwar sind nur eine Handvoll Zuschauer gekommen, doch die Autorin sagt, sie wrde auch vor einem Gast lesen. Bevor sie damit jedoch beginnt, erklrt sie zuerst ihr Outfit. Sie trgt ein typisches Gewand aus dem 14. Jahrhundert, an dem Glckchen klingen und dazu eine passende Haube mit Schleier. Dieses edle Kleid, mit langen rmeln, sei damals ein Kleid gewesen, das sehr reiche und adelige Damen trugen.

Schier erzhlt vom Werdegang ihrer Adelina-Reihe. Die Geschichte um die Apothekerin im Kln um 1400 sollte eigentlich nur ein einzelnes Buch (Tod im Beginenhaus) werden. Doch der Erfolg fhrte zu Mord im Dirnenhaus, Verrat im Zunfthaus und schlielich zum vierten Teil, aus dem sie heute lesen wird: Frevel im Beinhaus. Die Autorin stellt ihre Charaktere vor und erklrt kurz familire und freundschaftliche Beziehungen. Aber sie greift auch geschichtliche Hintergrnde auf und erklrt den Gsten zum Beispiel genau, was ein Beinhaus ist.
Derartige Erluterungen ziehen sich durch die gesamte Lesung. Schier liest immer wieder Abschnitte aus ihrem Buch, unterbricht diese durch gut angebrachte Kommentare und erzhlt zwischen den einzelnen Abschnitten kurz, wie sich die Geschichte bis zu dem Punkt weiterentwickelt, an dem sie dann wieder einsteigt. Dabei verrt sie niemals zu viel, und doch genug, um Interesse zu wecken und Spannung zu erzeugen.

Frevel im Beinhaus stellt natrlich wieder die Meisterin Adelina Burka und ihre Familie in den Vordergrund. Dieses Mal wird ihr Ehemann Neklas Burka verdchtigt, Kinderknochen aus dem stdtischen Beinhaus gestohlen und fr illegale Experimente missbraucht zu haben. Die hochschwangere Adelina tut alles, um die Unschuld ihres Ehemannes zu beweisen.

An diesem Abend geht es aber nicht nur um dieses eine, neue Adelina-Buch. Schier erzhlt auch gerne von ihrer Arbeit. Sie deutet neue Projekte an und beschreibt ihre Ideenfindung. So gebe es fr sie zum Beispiel freundliche, zivilisierte Ideen und blockierende, die sie nicht mehr losgelassen haben. Diese Erzhlungen einer Autorin sind sehr interessant und witzig vorgetragen. Die Gste kommen nicht umhin, zu bewundern in welchen Situationen sich der Autorin ganze Geschichten offenbaren, die viel mehr als nur kleine Inspirationen sind. Dieser Abend macht klar, wie kreativ die Autorin ist, bietet einen Blick in neue Abenteuer der Klner Apotheker-Familie und stellt eine Person vor, die uns mit ihren Romanen so viele schne Stunden schenkt. Natrlich ist Frevel im Beinhaus wieder absolut lesenswert und macht neugierig auf den fnften Teil der Reihe, den es, wie Schier andeutet, geben wird.

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