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Mit Shakespeares Tragödie OTHELLO eröffnete THEATER BONN im vergangenen September die Schauspielsaison in den Kammerspielen. Am kommenden Donnerstag, den 20. Mai um 19.30 Uhr ist die 20. und letzte Vorstellung von Stefan Ottenis Inszenierung.

Shakespeares um 1603 entstandene Tragödie gilt als Musterbeispiel des Eifersuchtsdramas. Dem hoch geachteten schwarzen General Othello wird von seinem Fähnrich Jago suggeriert, seine junge Frau Desdemona betrüge ihn mit seinem Leutnant Cassio. Daraufhin erdrosselt Othello sie und tötet sich selbst, als Desdemonas Unschuld aufgedeckt wird.

Jedoch ist das Drama keine Studie eines eifersüchtigen Charakters; ebenso wenig handelt es sich um eine Rassentragödie. Vielmehr basiert OTHELLO inhaltlich wie dramaturgisch auf der Gegensätzlichkeit der Charaktere Jago und Othello: Othello vertraut als edler Mensch mit fast kindlicher Arglosigkeit auf Desdemonas Liebe und auf die sinnvolle Ordnung der Welt.

Sein Widerpart Jago ist als Offizier nicht weniger tüchtig und als Mensch intelligenter, verkörpert aber in jeder Hinsicht das charakterliche Gegenprinzip: Gegen Othellos Ruhe und vertrauensvolle Größe stehen Jagos Umtriebigkeit und sein Neid. Erst durch seine meisterhafte Intriganz erreicht das Drama seine verhängnisvolle Tragik, die jeglichen Wert in sein Gegenteil verkehrt: Aus Vertrauen wird Misstrauen, aus dem edlen General ein eifersüchtiger Rächer, aus vollkommener Liebe wird Vernichtung.

Stefan Otteni ist seit 1996 als freier Regisseur u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Staatstheater Nürnberg und am Hamburger Schauspielhaus tätig. In Bonn inszeniert Otteni seit 2003 regelmäßig, zuletzt TOSCA von Victorien Sardou in der Halle Beuel.
Es spielen Philine Bührer, Maria Munkert, Nina V. Vodop’yanova; Günter Alt, Oliver Chomik, Yorck Dippe, Paul Faßnacht, Nico Link und Raphael Rubino.

Karten unter 0228 77 80 22 oder theaterkasse@bonn.de

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