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Foto: Presseamt Bundesstadt Bonn
   
 

© Procuratoria della Basilica di San Marco, Venezia
   
 

   
 

Foto: Hans Peter Schaefer
   
Das Ruhrgebiet läuft seit letztem Wochenende auf Hochtouren. Als Kulturhauptstadt 2010 hat man sich mächtig ins Zeug gelegt und präsentiert kulturelle Highlights in Hülle und Fülle, ganz nach dem altbewährten Motto: „Jetzt wird wieder in die Hände gespuckt!“

Da steht so manch andere Region Deutschlands hinten an, so möchte man meinen, denn so ein Titel „Kulturhauptstadt Europas“ wirkt ja nun dann doch wie ein Magnet. Grund genug, einmal in die nähere Umgebung zu blicken und die diesjährigen kulturellen Highlights der Region unter die Lupe zu nehmen, damit man nicht am Ende vor lauter „Kulturhauptstadt-Hype“ etwas verpaßt.

Denn Bonn – obwohl enthauptet, dafür Bundesstadt – muß sich kulturell nicht verstecken: hier geht so einiges, besonders dank der Museumsmeile und dem jährlichen Beethovenfest. Und daß Köln – seines Zeichens heilige, einstmals auch Hansestadt – nicht bloß aufgrund seiner vermutlich weltweit höchsten Dichte an romanischen Kirchen kulturell fast an jeder Ecke Interessantes zu bieten hat, dürfte ebenfalls bekannt sein.

Darüber hinaus sind beide Städte gut und gerne 2000 Jahre alt – jeweils! Da kann sich das Ruhrgebiet ruhig mal eine Scheibe von abschneiden...

Einmaliges in Bonn

Da wundert es also nicht, daß die Region bei näherem Hinsehen Kultur en masse bietet, allein schon deswegen, weil es eben der Köln-Bonner-Raum ist und damit mächtig mit Geschichte aufwarten kann.

Doch neben diesem ohnehin etablierten „Kultursubstrat“, und auch neben den zweifellos wichtigen, doch Jahr für Jahr wiederkehrenden festen Terminen gibt es dieses Jahr noch vieles mehr, was höchste Aufmerksamkeit verdient und eben nicht immer zu sehen und zu bestaunen ist.

Manchmal ist sogar das krasse Gegenteil der Fall, wie beispielsweise in der Bundeskunsthalle: dort ist vom 26. Februar bis zum 13. Juni die Ausstellung „Byzanz: Pracht und Alltag“ zu sehen.

Sie findet nur dieses Jahr und nur in der Bundeskunsthalle statt. Hunderte von Exponaten aus aller Welt und aktuelle Forschungsergebnisse, die mitunter medial beeindruckend aufgearbeitet wurden, eröffnen einmalige Blicke auf eine über tausend Jahre aktive Kultur. Bis in die heutige Zeit hinein prägt sie maßgeblich nicht nur Ost-, sondern auch Mittel- und Westeuropa, ja eigentlich die gesamte christliche Welt.
Zweifelsohne ein kulturelles Highlight, das sich niemand entgehen lassen sollte!

Exotik in Köln – exklusiv!

Vom 20. Februar bis zum 23. Mai wird es im Museum für Ostasiatische Kunst in Köln exotisch: „Bhutan – Heilige Kunst aus dem Himalaya“ zeigt seltene Kostbarkeiten. Die Kloster- und Tempelschätze werden zum Teil noch heute aktiv in buddhistischen Ritualen eingesetzt und sind daher nur gelegentlich für die Öffentlichkeit zugänglich.

Köln ist neben Paris und Zürich eine von drei europäischen Städten, in denen diese Ausstellung zu sehen sein wird. Exklusivität also garantiert!

Auch das Museum Ludwig hat sich in ungewöhnliche Gebiete vorgewagt: Ab dem 20. November geht es mit der Ausstellung „Remembering Forward“ geradewegs nach „Down Under“. Gezeigt werden Malereien der Ureinwohner Australiens, die sich auf eine ganz eigene Art und Weise mit ihren Mythen und Riten auseinandergesetzt haben.

Bezüge zur Region und Malerei

Wer es lieber etwas klassischer mag und dabei auch noch thematisch in der Region bleiben möchte, ist im LVR-Landesmuseum Bonn an der richtigen Adresse. Ab dem 16. September wird unter dem Titel „Renaissance am Rhein“ zum erstenmal eine komplette Übersicht über die Kultur der Renaissance am Rhein in ihrem entsprechenden historischen Kontext gezeigt. Dabei wird kein Aspekt unter den Tisch fallen: es finden genauso Gemälde wie Skulpturen, Musik wie Literatur ihren Platz.

Das Kunstmuseum Bonn zollt ebenfalls der Heimat Respekt: Vom 10. Juli bis zum 24. Oktober läuft die Ausstellung „Der Westen leuchtet“, die alle wichtigen Künstler aus dem Rheinland vereinen wird, ältere sowie auch junge Nachwuchskünstler.
Die im Haus laufende Reihe „Künstler des Rheinischen Expressionismus“ fügt sich hier gut ein.

Malerei in Reinkultur liefert das Wallraf-Richartz-Museum. Unter dem Titel „Liebermann – Corinth – Slevogt: Die Landschaften präsentiert das Museum vom 30. April bis zum 1. August drei große Landschaftsmaler des deutschen Impressionismus erstmals in einer Ausstellung.

Denn auch am Rhein, nicht nur an der Ruhr

Mit Sicherheit sind das nur einige der Highlights, die unsere Region dieses Jahr kulturell bereithält. Campus-web wird im Rahmen dieser Serie in den folgenden Wochen und Monaten exklusiv über sie berichten. Dazu halten wir die Augen offen nach allem in der Region, was ebenfalls wert ist, ein kulturelles Highlight genannt zu werden.

Außerdem wollen wir die Serie durch zahlreiche vertiefende Artikel ergänzen, damit die regionalen Highlights auch über den bloßen Bericht hinaus gewürdigt und anständig beleuchtet werden.

Denn wir sind uns sicher: Ohne Zweifel hat es das Ruhrgebiet verdient, diesjährige Kulturhauptstadt Europas zu sein. Aber auch am Rhein gibt es einmalige Kulturevents – und die haben es nicht nötig, den Vergleich zu scheuen.


Bislang in dieser Serie erschienen:

Die Ausstellung "Neugierig?" in der Bundeskunsthalle gewährt Blicke in private Sammlungen

Das Museum für Ostasiatische Kunst Köln zeigt Tempelschätze aus Bhutan

Eine weltweit einmalige Ausstellung in der Bundeskunsthalle zeigt, daß das Byzantinische Reich nicht bloß Kunstschätze hinterläßt

In der Kulturhauptstadt gefeiert: "Unter Tage" von Adnan G. Köse im Arkadas Theater Köln

Thomas Schütte in der Bundeskunsthalle

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