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Siegfried & Roy, David Copperfield, Uri Geller – Zauberei und übersinnliche Magie haben in den letzten Jahren viel an Seriosität verloren. Dabei sind die Akteure eher unfreiwillig komisch. Bei Udo Raschewski ist das anders: Bei seiner "gottverdammt guten" Illusionsshow ist Lachen ausdrücklich erwünscht. Raschewski parodiert den üblichen Bühnen-Hokuspokus auf amüsante Weise und zieht dabei etliche Klischees der Magier-Szene durch den Kakao.

Im Bonner Pantheon verzauberte er als Magic Udo ganz ohne Hexerei mit einer schrägen Mischung aus Comedy, Zauberei, Tanz und Tiershow.

Magic Udo ist Entertainer, Großraumillusionist, Mentalist – und natürlich Womanizer. Ein Mann, den die Frauen lieben. Dabei ist er stets ganz bodenständig geblieben. Er lebt im "Bonner Randbezirk" Bad Münstereifel in einer typischen 2er WG mit Mutti. Die hat ihn auch zur Show begleitet und wacht hinter der Bühne über jeden Schritt ihres Sprösslings auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Udo hat sein zauberhaftes Talent geerbt. Schon sein Großvater war ein begnadetet Zauberer, und glücklicherweise hinterließ er seinem Enkel einen Zauberkoffer auf dem Dachboden. Zusammen mit dem CB-Funkgerät von Onkel Werner ausgerüstet, mit Talent und Fantasie ausgestattet will Udo nun die Herzen des Publikums gewinnen.

Um ganz sicher zu gehen, dass ein paar Schlüpfer auf die Bühne fliegen, hat er die gleich selbst mitgebracht und verteilt sie ans Publikum, das etwas zu früh mit dem Zurückwerfen beginnt: Mitten in der Konzentrationsphase eines anspruchsvollen Sockentricks flogen sie zurück auf die Bühne, doch Udo kennt sich ja aus und lässt sich durch nichts aus der Ruhe bringen. Er lässt Tische schweben, Metallkugeln wandern und zaubert verbrannt geglaubte Uhren aus seinem edlen Designer-Sakko hervor.

Raschewski agiert als Magic Udo tolpatschig, zurückhaltend, fast schon autistisch. Um so mehr verblüffen seine Tricks. Der Magische Udo präsentiert sie ganz beiläufig, ohne jeden Pathos. Und das unterscheidet seine Show ganz erfrischend vom üblichen Over-Acting in Zaubershows. Das ganze würzt er mit amüsanten Anekdoten, die nie so ganz ohne Sarkasmus auskommen und schon mal bitterböse werden können. Konsequent vertauscht er Fremdwörter: Macht aus Geographie Geometrie, aus Orthographie Orthopädie.

Zu Udos Markenzeichen gehören neben den außergewöhnlichen Hobbys ("Zauberei, Videokassetten und Steinmännchen basteln") auch seine tänzerischen Ambitionen. Großes Vorbild: DJ Bobo. Nahezu jeder Trick wird von einer akribisch einstudierten Choreographie begleitet, wobei jeder Schritt genau überlegt ist. Herrlich hölzern mit steifer Hüfte schaukelt Udo über die Bühne und animiert auch die frisch aus dem Publikum rekrutierten Assistentinnen zu tänzerischen Bewegungen. Neben den menschlichen Helfern präsentiert der Zauberlehrling im fortgeschrittenen Stadium zwei Gaststars: Erika, eine suizidgefährdete Brieftaube und Elvis, einen Pitbull-Bernhardiner-Mix in den Wechseljahren, der nicht nur einen Kartentrick beherrscht, sondern auch innerhalb von Sekunden eine merkwürdige Wandlung vom Hund zum Hasen vollzieht.

Mit einer auf Udo zugeschnittenen Version des Steve-Miller-Hits "Abacadabra" verabschiedet sich der Zauberkünstler, der lieber Rockstar wäre, vom Bonner Publikum, das sicher noch nie so viel Spaß an Zauberei hatte. Magic Udo ist eben magisch.

Mehr Infos zu Magic Udo auf der Homepage.

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