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Beim diesjährigen Prix Pantheon hatte er das Publikum schnell auf seiner Seite: Der Bonner Dave Davis konnte beide Publikumspreise mit nach Hause nehmen und mauserte sich in Lichtgeschwindigkeit zum Shooting-Star der Kleinkunstszene. Seine Figur des Motombo Umbokkos - ein Toilettenreiniger mit Migrationshintergrund, der die deutsche Sprache auf seine ganz eigene Art und Weise nutzt und interpretiert - überzeugte Kritiker und Zuschauer gleichermaßen.

Seit September steht er als Mitglied des Pantheon-Ensembles mit dem Kabarett-Krimi Fahrerflucht auf der Bühne und beweist dort Witz, Wandelfähigkeit und Musikalität.

Am 1. Dezember war es endlich soweit: Für Dave Davis öffnete sich mit dem ersten Türchen des Adventskalenders die Bühne des Pantheons für sein erstes Soloprogramm. Knapp zwei Stunden Weisheiten von Motombo Umbokko pur. Und wer hier nicht genau aufpaßt hat, der könnte was verpasst haben.

Hier jagte ein Wortwitz den nächsten, eine Phrase schlug die andere und geflügelte Worte schwebten davon, so schnell, dass man mit dem Lachen und Nachdenken kaum hinterher kam. Es ist immer wieder verblüffend, mit welch einfachen Mitteln Davis Redewendungen ad absurdum führt, ihre Bedeutung durch klitzekleine "Verwechslungen" umkehrt und Synonyme bis zur totalen Sinnfreiheit einfügt.

Statt des Gürtels wird der Strick enger geschnallt, der frühe Vogel ist mittlerweile fett und bricht den Ast, Motombos Freund flieht aus Angst vor der "Rasta-Fahndung", und in Motombos Heimat "Nfuddu" ist mit dem Präsidenten Zugabe nicht gut Bananen essen. Dabei hat er sein Publikum - alles "Bürger mit fehlendem Migrationshintergrund" - von der ersten Minute an im Griff, dreht den Spieß einfach um und überläßt es einzelnen Zuschauern, sich vorzustellen - zur großen Freude des Publikums und zum Leidwesen der "Zufallsopfer", wie einem Bonner Rheumatologen samt Praxisteam oder einem Finanzbeamten, der die fälligen Steuern gleich in Bananen ausgezahlt bekam.

Motombo, in seiner Tätigkeit als Toilettenreiniger längst zum Lebensberater geworden, kann mit so manchen Weis(s)heiten aufwarten. In Deutschland hat er schon allerhand erlebt: Hunde mit ADS, ostdeutsche Frauen mit Laufmaschen in Jeans-Hosen und die Mühlen der Bürokratie, in denen Dokumente alles bedeuten. Wie gut, dass Motombo dabei immer wieder auf Ratschläge seines stummen Opas und von Onkel Madingo zurückgreifen kann.

Davis spielt geschickt mit Klischees und Vorurteilen, hält den "Migrationshintergrundlosen" schnell die festgefahrenen Ansichten vor die Nase und straft diese Lügen, wenn er vom gebrochenen Deutsch ins tiefste Bayrisch wechselt oder im breitesten Kölsch rheinischen Frohsinn serviert. Davis ist ein wahrer Sprachkünstler: schade, dass er nur selten andere Dialekte nutzt - man ist noch am Staunen und kaum hat man die Dialektfärbung erkannt, da ist Motombo schon wieder ganz in seiner Sprachwelt.

Problemlos übersteht der sympathische Bonner seine Premiere - spielt leidenschaftlich und mit offensichtlicher Freude. Davis hat Talent. Das deutsche Sprachgut ist sein schärfstes Instrument, das er geschickt falsch herum einsetzt und so das Spießertum seziert.

Eine gelungene Premiere des ersten Soloprogramms, das große Erwartungen an mehr Motombo und noch mehr Dave Davis weckt.

Dave Davis steht noch bis zum 12.12. mit dem Pantheon-Ensemble auf der Bühne - die letzten Veranstaltungen sind ausverkauft. Als Motombo wird er im April erneut auf der Pantheon-Bühne stehen. Karten gibt es bereits jetzt, unter anderem auf der Homepage des Pantheons.

Mehr zu Dave Davis auf seiner ***Homepage*** und bei ***Myspace***

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