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Danilo Marder
   
 

"Boogie-Sam"
   
 

"Magic Udo" ist verliebt
in Lisa Ilona Jantti
   
 

Großes Finale: Danilo Marder,
"Magic Udo", Washington Sampaio
   
Dunkelheit. Ein schneller Beat. Nur die leuchtenden Masken und Füße bewegen sich im Schwarzlicht auf der Bühne des Senftöpfchen-Theaters hin und her, produzieren rhythmische Kontraste aus Hell und Dunkel .

Schnell und langsam, Schatten und Licht, Statik und Dynamik, Rivalität und Harmonie – mit diesen Gegensätzen lockt das fünfte Sommervarieté im Senftöpfchen, das in diesem Jahr sein 50-jähriges Jubiläum begeht. Am Donnerstag feierten die Artisten die Premiere ihres diesjährigen Varieté-Programms, das nun bis zum 2. August jeden Abend, außer donnerstags und sonntags, im Senftöpfchen zu sehen ist.

Unter der Regie von Urs Jäckle, nach einer Choreografie von Patricia Cina und einem Konzept von Stephan Masur, zeigten „Magic Udo“ und die junge Absolventen internationaler Zirkusschulen, was ein modernes Varieté ausmacht: In einer mosaikartigen Zusammensetzung wechselten sich theatrale, tänzerische und musikalische Elemente mit beeindruckenden Artistiknummern und Comedy ab - und verschmolzen am Ende zu einer geschlossenen künstlerischen Einheit.

Ein Gemurmel hinter dem Bühnenvorhang: „Du musst doch moderieren, Udo!“ – „Vor all den Leuten? Die kenn´ ich doch gar nicht...“ Der Vorhang öffnet sich. Und da ist er: „Magic Udo“, selbsternannter „Großraumillusionist“ aus Bad Münstereifel, der von seinem Großvater die Zauberkunst erlernt hat und heute seinen ersten großen Auftritt feiert. Wird es dem unbeholfenen Bühnenneuling gelingen, sich in die Riege der Artisten einzureihen und den Varieté-Himmel zu erklimmen?

Ein düsterer elektronischer Beat begleitet die Handstandäquilibristik von Danilo Marder. Scheinbar mühe- und schwerelos gleitet er in seine Handstände und Waagen, die ästhetisch perfekt mit formvollendeten Linien präsentiert werden. Faszinierend, mit welcher Eleganz, Leichtigkeit und Konzentration Marder die schwierigen Bewegungen ausführt.

Fingerschnipsend betritt Washington Sampaio die Bühne und animiert das Publikum. Nach einer Rhythmus-Performance mit Basketbällen präsentiert Sampaio seine beeindruckende Tempo-Jonglage: Bis zu acht Bälle jongliert er und brilliert dabei nicht nur mit seinem technischen Können, sondern würzt seine Show mit schnellen Bewegungen und akrobatischen Sprüngen.

Lisa Ilona Jantti fasziniert am Luftring und am Vertikaltuch nicht nur mit artistischer Perfektion, Technik und Beweglichkeit, sondern zudem mit ihrer tänzerischen Grazie. So sucht sie in ihren Darbietungen stets nach Synthesen ihrer verschiedenen Kunstformen, dem Ausdruckstanz und der Artistik.

Sam, noch als Techniker inkognito auf der Bühne unterwegs, entdeckt in der Jukebox ein Diabolo, das sich wohl dort verirrt hat. Siehe da, plötzlich verwandelt er sich in „Boogie-Sam“ und befähigt das Spielgerät zum Garant für eine energievolle Bühnenshow. Situationskomik und Musik spielen hierbei eine entscheidende Rolle: In rhythmischer Verbindung zu Rockklassikern wie „Highway to hell“ überkreuzen sich die Schnüre und die Diabolos fliegen unter Arme und Beine und werden zur Fantasiegitarre.

Jan und Felix beeindrucken mit ihrem gewagten Akrobatik-Duo, bei dem Elemente der Kampfkunst und des Neuen Tanz zu einer rasanten Choreographie verschmelzen. Manchmal brenzlig, aber deshalb umso spannender sind ihre mutigen Hebefiguren, Sprünge und Salti.

Ruhiger geht es bei Tom Birringer zu, der die Leichtigkeit des Seins am Single Wheel spüren lässt. In seinem Programm „nur Rad“ vollführt er gewagte Balancen an dem ungewöhnlichen Requisit, dem drehenden und rotierenden Strahlreifen.

Zum Träumen laden die eingefügten Tanzperformances ein, bei der vor allem Lisa Ilona Jantti mit großem emotionalen Ausdruck überzeugt, als sie die Schattentänze ihrer Verehrer hinter einer Schattenwand beobachtet. Wird es dem unbeholfenen „Magic Udo“ wohl noch gelingen, ihr Herz zu erobern?

Mittlerweile hat sich das Varieté im Senftöpfchen zum beliebten und festen Bestandteil des Kölner Kulturlebens etabliert, nachdem diese Kunstform zwischen Theater und Zirkus lange Zeit ein Schattendasein in der Stadt führte. „Wir hoffen, dass wir irgendwann auch 50 Jahre Varieté im Senftöpfchen feiern könnte“, resümierte Produzent Stefan Masur nach der gelungenen Premiere.

Mehr Infos unter http://www.varietespektakel.de/

Varietéspektakel „schwarz-weiß“
Senftöpfchen-Theater
Große Neugasse 2-4
09.07.09 – 02.08.09
täglich 20.15 Uhr (außer donnerstags und sonntags)
21 Euro (ermäßigt: 17 Euro)


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