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Seit 2000 wird Rob Beckers legendäres Broadway-Stück „CAVEMAN“ in Deutschland in der Inszenierung von Esther Schweins und Übersetzung von Kristian Bader aufgeführt. Vergangene Woche läutete es erneut zum Aufklärungsunterricht im Bonner Pantheon: Über zweieinhalb Stunden erläuterte der „CAVEMAN“-Protagonist Guido Fischer am Mittwoch- und Donnerstagabend erfrischend simpel um die feinen Unterschiede von Männlein und Weiblein.

Als „Tom“ wird er nach einem Krach von seiner Frau Heike im Bademantel vor die Tür gesetzt. Tom fragt sich, was er denn nun schon wieder falsch gemacht hat und reflektiert seine Beziehung sowie die Komplexität im Verhältnis Mann und Frau. Seine Botschaft: Die Steinzeit-Rollenverteilung in Jäger und Sammlerinnen haftet und uns noch heute an. Das Zusammenleben von Männern und Frauen hat hohes Konfliktpotenzial und gestaltet sich missverständnisreich. Fazit: Mann und Frau passen einfach nicht zusammen. Typische Klischees wie die männliche Angewohnheit, dreckige Klamotten auszuziehen und grundsätzlich erstmal am Ort der Entblößung liegen zu lassen oder das weibliche Einkaufsverhalten, nach dem eine Frau fünf Stunden einkaufen geht und 20 Hosen anprobiert, davon aber keine kauft, bringt Guido Fischer überzeugend rüber und damit das Publikum in Stimmung.

Facettenreich analysiert Tom dann die Lebensart der Sammlerinnen und legt dar, wie sie sich untereinander verhalten: Frauen sammeln! Sie sammeln und quasseln Informationen, sie sammeln Freundinnen, sie sammeln Komplimente und Klamotten – und nebenbei halten sie die Höhle sauber. Männer hingegen sind bedachte Jäger. Sie jagen um die Familie und die Höhle zu ernähren. Sie fokussieren stets das Wichtige und darüber hinaus ist dann auch nicht mehr viel zu erwarten. Wenn Fußball im Fernsehen läuft, dann läuft eben Fußball und die Freundin kann so viele Fragen stellen, wie sie will, er hört sie einfach nicht. Die Tatsache, dass er sie nicht hört, ist aber bei Weitem kein Indiz dafür, dass er sie nicht hören will – zumindest aus Männer-Sicht.

Auch das Kommunikationsverhalten beider Spezies ist unterschiedlich intensiv ausgeprägt: Frauen sind offen. Sie drücken ihre Emotionen aus und können sie meist nicht verbergen. Sätze wie „Du bist meine allerbeste Freundin“ fallen im Sammlerinnen-Gespräch zuhauf um die gegenseitige Bindung zu bestärken. Männer sind dagegen wortkarg. Sie brauchen nur wenige Wörter, um zu vermitteln, was sie meinen. Ein kurzes „Na du alter Sack“ verbunden mit einem kräftigen Rippenstoß heißt „Du bist mein Freund“. „Du fährst ja immer noch die alte Schrottkarre“, steht für „Ich hab dich vermisst“. Man behüte sich jedoch, die Jäger- und Sammlersprache zu vermischen, denn kein Mann freut sich über die „Schrottkarre“ aus dem Munde einer Frau.

Das Geheimnis des CAVEMAN-Erfolgs liegt wohl in der Simplizität und Trefflichkeit. Die gängigen Beziehungs- und Verhaltens-Klischees schleudert Guido Fischer nur so in den Saal und Jeder erkennt sich und seine Macken wieder. An diesem Abend darf zur Abwechslung mal nicht darüber gestritten, sondern ausgiebig gelacht werden. Das nächste Mal klärt der CAVEMAN am 14. und 15. April 2009 das Pantheon-Publikum auf. Unbedingt empfehlenswert!

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