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When you were young dröhnt es aus den Boxen. Lang ist es her, die schöne Zeit der vergangenen Jugend. Hennes Bender weiß, wie sich das anfühlt und will seine Trauer teilen – mit dem Publikum des Bonner Pantheons.

40 ist er geworden – war´s das jetzt? Oder kommt doch noch was? Da könnte man ja noch mal richtig ausrasten, so mit Tattoos auf den Unterarmen, die nur fünf Minuten halten, langer Mähne und Frauenschuhen an den Füßen. Und dann ist Herr Bender heute auch noch gedopt! Frisch aus dem Urlaub zurück hat ihn doch glatt so ne fiese Herbsterkältung erwischt und so ganz ohne Pillen kann Mann das nun wirklich nicht überstehen.

"Egal gibt´s nicht" heißt das neue Programm und so schwatzt Hennes Bender erstmal ein Weilchen mit dem Publikum. Kontaktpflege ist schließlich enorm wichtig. Und der Rheinländer an sich ist ja auch für sein Mitteilungsbedürfnis bekannt. Aus Sankt Augustin, Euskirchen, Troisdorf, sogar aus Beuel sind sie alle angereist, um den kleinen Mann auf der großen Bühne bewundern zu dürfen. Und Bender hat wieder allerhand entdeckt, worüber es sich aufzuregen lohnt. Zum Beispiel die Fastfood-Industrie: Wer ist eigentlich auf die grandios-dämliche Idee gekommen, belegte, labberige Brote zu verkaufen und die auch noch unter dem Slogan "Eat fresh" zu verkaufen? Und wer zum Teufel isst das ganze? Oder aber das Vornamen-Ritual in einer Kaffeekette, wo ein Pott Kaffee genauso viel kostet, wie ein leckeres Mittagessen in der Betriebskantine. Unfassbar! Er als "eingefleischter Vegetarier" hat´s da nicht gerade leicht. In Köln scheint es ja prinzipiell keine vegetarischen Gerichte zu geben, aber die "Kölner lassen keinen allein", und das ist doch auch schon mal was.

Bender deckt mal wieder Unzulänglichkeiten der deutschen Sprache auf und bricht zugleich eine Lanze für den schönen Ruhrpottslang, immer die "Grammatikgestapo" im Nacken. Schließlich kommt ein ganz großer aus dem Pott und dessen Deutsch ist auch nicht immer verständlich: Herbert Grönemeyer, der wieder für neue Anekdoten im Benderschen Kosmos sorgt: "Ein Stuhl im Orbit" hat es dem Comedian diesmal angetan. Welch bedeutungsschwere Worte – was wollen sie uns sagen? Und so sinniert Bender über endlose Weiten, die "Beste Musik" auf privaten Radiostationen und den Missbrauch von wahren Songperlen durch die skrupellose Werbewelt.

Dem muss Einhalt geboten werden, und so präsentiert Hennes Bender echte gute Musik. Comedy soll schließlich mutig sein und so langsam muss mal was Neues kommen. Kabarett war noch nie so sein Ding, da versucht er es lieber mal mit Chansons. Er will das Publikum spalten und außerdem kann er nicht anders, es ist wie eine Sucht und schon klingt seine Stimme wie Spongebob, Steve Erkel und Co. Das Spongebob-Chanson ist vorläufiger Höhepunkt des Abends. Von mehrfach verwendbaren Synchronsprechern ist der Weg zum ewigen Helden James Bond nicht mehr weit und nun erschließt sich die wahre Tragödie um den großartigen Hennes Bender: Den neueste Bond ist ganze zwei Wochen jünger als er! Zwei Wochen, die ihn eine Karriere als Superagent gekostet haben! Das ist das wahre Drama des "kleinwüchsigen 40-jährigen". Da liegt es nahe, sich schon mal ein paar Gedanken zu potentiellen Beerdigungssongs zu machen und sich damit abzufinden, irgendwann mal so auszusehen wie der eigene Vater – oder wie Gesundheitsministerin Ulla Schmidt. Das hat die investigative Fachzeitschrift InTouch kürzlich aufgedeckt. Endlich kennen wir den wahren Grund für Hennes´ Mähne!

So schimpft sich das selbsternannte Emigrantenkind durch den Abend und hat dabei alle Sympathien auf seiner Seite. Bis zum Ende haben sie zu ihm gehalten und sogar das "groovige Klatschen" zu seinem Hitmedley gelernt. Ein lehrreicher und unterhaltsamer Abend geht zu Ende und eins ist klar: Egal gibt´s nicht.

Ein paar Bonner MySpace-Freunde könnte Hennes Bender übrigens noch gebrauchen. Die waren im Pantheon nicht vertreten. Vielleicht beim nächsten Mal.

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