Kraniche ziehen ber dem Tourbus van Veens gen Sden
Wenn die Vgel ziehen ist auch Herman van Veen on Tour. So fliegt ein Kranichschwarm am Konzertabend Richtung Sden, ber den Tourbus hinweg. Der Bus steht vor der Bonner Beethovenhalle.

Knstler und Konzertsaal haben beide schon viele erfolgreiche Jahre hinter sich. Auch das Publikum hat grtenteils das 50. Lebensjahr schon berschritten. Beim gut besuchten Konzert gibt es zu Beginn einige Probleme mit den Sitzpltzen. Zunchst sorgt die Platznummerierung fr einige Verwirrung: in der Beethovenhalle gibt es pro Reihe gleich dreimal dieselbe Platznummer allerdings unterteilt in links, mitte, rechts. Vollends fr Unzufriedenheit sorgt aber, dass ber den letzten Sitzplatz Nummer 14 in einer Reihe weitere Pltze bis zur Nummer 17 verkauft wurden, die es aber berhaupt nicht gibt. Dies fhrt zu einer Verzgerung des Konzertbeginns um einige Minuten. Dann mssen sich die Betroffenen offensichtlich mit Pltzen in den hinteren Reihen zufrieden geben.

Erfrischende Songs, weder antiquiert noch orthodox

Endlich kommt Herman van Veen auf die Bhne, und zieht fortan das Publikum in seinen Bann. Denn im Gegensatz zur Beethovenhalle wirkt er mit seinem Programm keinesfalls veraltet. Der 68jhrige Knstler hatte bereits 1969 seinen ersten Auftritt in Bonn. Die Bhnenprsenz des Multitalents ist enorm. Gesanglich steht er seinen Fhigkeiten aus jngeren Jahren in nichts nach. Seine humorigen Tanzeinlagen und komdiantischen Gesten sitzen noch immer perfekt. Fnf weitere Musiker umrahmen das Programm und bringen selbst einige Solobeitrge zu Gehr. Ihr musikalisches Knnen ergnzt die Lieder van Veens, sodass nichts antiquiert oder orthodox daherkommt.

Trauriges und Lustiges liegen so nahe beieinander, wie sie sich im Leben selbst nahekommen knnen

Es liegt wohl an der stets frischen Art der Prsentation und den doch zeitlosen Inhalten, dass die Zuschauer auch heute noch davon erreicht werden. Die Zeiten haben sich gewiss gendert, auch Herman van Veen und sein Publikum sind lter geworden, doch treffen die Botschaften des Liedermachers aus den Niederlanden noch immer ins Herz. So besingt er Erfahrungen, die fast jeder einmal in seinem Leben machen musste oder machen durfte. Es geht dabei um Liebe, Streit und Trennung, Leben und Tod, Kindheit und Alter, Begegnungen mit Menschen und der eigenen Vergangenheit. Trauriges und Lustiges liegen so nahe beieinander, wie sie sich im Leben selbst nahekommen knnen.


Genau diese Mischung und die unverwechselbare Stimme und Atmosphre sind es, die Menschen noch immer begeistern knnen. Selbstverstndlich durfte "Ich hab' ein zrtliches Gefhl" nicht fehlen "mein Passport fr Deutschland", wie van Veen selbst sagte. Nach vielfachen Zugaben und stehenden Ovationen beendet er das Konzert mit "Kleiner Fratz auf dem Kinderrad" und dem Wort "weg", nicht ohne aber anzukndigen, dass er in drei Jahren erneut in Bonn auftreten werde.

Herman van Veens Homepage

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