Am Freitag den 8. Juli fand das Festival Romanischer Sommer mit der Romanischen Nacht seinen Abschluss. In Klns grter romanischer Basilika, St. Maria im Kapitol, wurde von 20 Uhr an bis tief in die Nacht musikalische Vielfalt geboten. Allen Stcken gemein war der Bezug auf das Thema des Festivals: das Heilige.

Zunchst beeindruckte ein a-cappella Quartett mit uralter, traditioneller Polyphonie. Die Snger aus dem sardischen Orosei prsentierten im Halbkreis vierstimmige Hirtengesnge. Der jngste im Vokalquartett intonierte als Vorsnger ein Gedicht. Die anderen Snger stimmten melodisch sanft und rhythmisch improvisiert mit ein. Diese Vokalpolyphonie mutete archaisch und klanglich oft gleichbleibend eingngig an, bevor sich die gesangliche Modulation der Vortragenden steigerte.

Darauf folgte die 4. Sinfonie von Gustav Mahler in einer kammermusikalischen Fassung. Das Thomas Christian Ensemble spielte mal gelst und heiter, dann entfhrte es wieder mit bedrckenden Wiederholungen in schwermtige Sphren, die durch schrille Tne gebrochen wurden. Hhepunkt der Mahler-Sinfonie war der finale Auftritt von Solo-Sopranistin Christine Oelze.

Neue und sich mit virtuoser Varianz phantasievoll steigernde Musik der Komponisten Sofia Gubaidulina und John Cage wurde auf einem Bajan, einem osteuropischen Akkordeon, dargeboten. Danach fhrten der Klner Kammerchor und das Collegium Cartusianum die Besucher wieder einige Jahrhunderte in der Zeit zurck. Henry Purcells Ode zum Ccilientag, eine Johann-Sebastian-Bach-Kantate und ein von Georg Friedrich Hndel vertonter Psalm wurden vorgetragen.

Um Mitternacht kamen mehrere Instrumentalwerke von verschiedenen Komponisten des Barock durch das Ensemble LAura Soave di Cremona zur Auffhrung. Jedes dieser Stcke wurde Heiligen gewidmet. Zuletzt trat nochmals der Mnnerchor aus Sardinien auf.

Wie jedes Jahr war die Veranstaltung sehr gut besucht und manchmal mussten Zuhrer sich mit Stehpltzen begngen. Es entfaltete sich in der romanischen Kirche wieder eine besondere Atmosphre. Den Zuschauern war es erlaubt, sich auch whrend des Konzertes in der Kirche leise zu bewegen, was ganz besondere Perspektiven und Raumeindrcke ermglichte. Auch fr das leibliche Wohl war im Kreuzgang wieder bestens gesorgt. Im Wesentlichen fanden die Darbietungen hinter dem Lettner statt, was fr die im Mittelschiff sitzenden Besucher alles etwas zu sehr in die Ferne rckte.

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