Kinder, wie die Zeit vergeht! Da wurde das Sommerblut Festival gerade erst fulminant in der Hochschule fr Musik und Tanz in Kln erffnet, schon ist alles wieder vorbei. Nach drei Wochen Non-Stop-Entertainment der Extraklasse fand am Samstag, den 28. Mai das traditionelle Kulturfinale im Alten Pfandhaus statt.

Die Organisatoren des vielseitigstes Alternativ-Kulturfestivals gaben sich zum Abschluss noch einmal alle Mhe, der selbst verschriebenen Grenzenlosigkeit gerecht zu werden. Berhrungsngste zwischen vermeintlichen Gesellschaftsgruppen abbauen, zusammenfhren und zusammen feiern das ist seit nunmehr zehn Jahren das Ziel von Initiator Rolf Emmerich und seinem Team. Beim diesjhrigen Grand Finale gelang es ihnen exquisit.

Schon die Wahl, Marcos Schlter alias Ren Glige als Moderator zu verpflichten, traf voll ins Schwarze. Mit frecher Tuntenschnauze fhrte der Chef des Kult-Theater Mittelblond erfrischend und flott durch den Abend. Mehrfach sogar so flott, dass das Publikum lautstark Zugaben einzelner Acts einfordern musste. Dass sie stets freimtig gewhrt wurden, bewies einmal mehr die unvergleichlich unkomplizierte Sommerblut-Mentalitt.

Die Darbietungen hatten sich die Gunst des Publikum ohne Frage ehrlich verdient: der argentinische Folkmusiker Pablo Mir erffnete begeisternd mit virtuosem Gitarrenspiel und sdamerikanischen Charme, die Klner Blues-Connection Get the Cat rundeten den Abend schlussendlich funkig ab.

Dazwischen prsentierte Nicolas Evertsbusch Auszge aus seinem Solo-Programm Gewchse aus dem Evertsbusch, die vor Sarkasmus triefend von der Liebe zu Models, zur Ex oder zum Konsum erzhlten. Von Liebe sang auch Katja von Kassel, jedoch mit wesentlich mehr Ernst und vor allem Anmut. Die mystische Schnheit im Stile einer Opern-Diva erzeugte mit starker Stimme in rauchig-melodischen Torch Songs beraus befriedigende Gnsehaut.

Weitaus quirliger prsentierte sich hingegen das Musikentertainment-Duo Schwarzblond. Die Mischung aus dem Stimmwunder und Beau Benny Hiller am Klavier und seiner Elfengleichen Partnerin Monella Caspar verzauberte extravagant mit pfiffigem Musik-Cabaret der alten Schule. Die beste Stimmung jedoch brachte das MenschenSinfonieOrchester ins ausverkaufte Haus. Ihren undefinierbaren, doch locker-flotten Rhythmen, irgendwo zwischen Weltmusik und Klschen Tn, konnte sich kaum ein Tanzmuskel langfristig entziehen.

Das Ren Glige den Saal abschlieend noch feierwtig in Karnevals-Stimmung versetzte, versteht sich von allein immerhin gehrt das Sommerblut Festival zu Kln! Rolf Emmerich dankte noch einmal allen Beteiligten und versprach auch fr die nchsten zehn Jahre beste Unterhaltung. Nach 21 Tagen Kulturgenuss vom Feinsten und einem phnomenalen Finale drfte die Nachfrage hierfr auch mehr als gesichert sein.

Heute ist nicht alle Tage, es geht weiter, keine Frage! Sommerblut 2011 mag vorbei sein, doch im stillen Kmmerlein wird schon wieder eifrig an 2012 gebastelt. ber aktuelle Meldungen hlt die Homepage auf dem Laufenden.

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