Georg Kreisler, einer der ganz Groen des deutschsprachigen Kabaretts (Trger des Hlderlin-Preises und des Prix Pantheon), war zu Gast im Pantheon. Aus seinen Bchern "Zufllig in San Francisco" und "Anfnge" las er zusammen mit seiner Partnerin Barbara Peters.

Bekannt ist Kreisler als Schriftsteller, Satiriker und Komponist, der seine grotesken und bsartigen Geschichten mit einem freundlichen Lcheln prsentiert, und bei seinem Publikum eine seltsame Mischung aus Belustigung und Irritation erzeugt.

Nichts ist vor ihm sicher; weder die kleinen menschlichen oder unmenschlichen noch die groen politischen Boshaftigkeiten wie der Antisemitismus. In den 50er und 60er Jahren hatte er Erfolge mit seinen makabren Chansons wie zum Beispiel "Gehn ma Tauben vergiften im Park". Zwar singt er schon seit mehreren Jahren bei seinen ffentlichen Auftritten nicht mehr, doch beeindruckte die Frische und die Freude am Zynismus, mit der der 1922 in Wien Geborene seine Texte vortrug seine "Telephonbuchpolka" ging ihm noch wie aus einem Guss ber die Lippen.

Abwechselnd lasen Kreisler und Peters vor, wobei Peters auch einige Kreisler-Lieder sang und damit vermittelte, wie sehr Text und Gesang eine Einheit bilden und auch traditionelle Genres, nicht einmal der Walzer dem Kreisler tabu sind. Noch immer gelingt es seinen Texten und Kreisler selbst, das Publikum zu begeistern mit seinem abgrndigen, aber auch hintergrndigen Humor. In seiner meisterlichen Sprache hlt er der Gesellschaft den Spiegel vor und priert alle Konventionen ordentlich durcheinander.

Kreisler kann auf ein bewegtes Leben zurckblicken. 1938 emigrierte er nach dem "Anschluss" sterreichs an das Deutsche Reich in die USA und begann dort unter schwierigen Umstnden seine Bhnenkarriere. Dort kam allerdings sein dekadenter Wiener Humor nicht eben gut an, sodass er in den 50er Jahren wieder zurck nach Europa ging und nach Wien, Mnchen, Berlin und Basel jetzt wieder in Salzburg lebt. Dennoch sagt er zu seinem Buch "Anfnge": Alle Anfnge sind leicht ... nur das Durchhalten ist schwer."

hnelt er im Anfang eben dieser Aussage noch Hermann Hesse ("Allem Anfang wohnt ein Zauber inne"), so fhrt er uns anhand einiger gelungener Romananfnge (Krimi, Familienroman) in ironischer Weise vor, dass auch die zweite Aussage seiner Lebensweisheit gilt eben weil er die Romane ja nicht weitergeschrieben hat. Aber durchgehalten hat Kreisler schon seit Jahrzehnten: Das, was sein Werk ausmacht, kam auch bei seinem Abend im Bonner Pantheon beim Publikum an.

Zum Ende dieser Besprechung noch ein Hinweis: Auf Kritiker war Kreisler nie gut zu sprechen. Wer dazu Genaueres wissen mchte, der sollte sich doch einfach mal seinen Chanson "Der Musikkritiker" anhren... kstlich, wenn man's nicht grad selbst ist, den er da meint!

Mehr Infos findet ihr hier http://www.georgkreisler.de/

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