Am 25. November fand in der Bundeskunsthalle das 24. World Music Festival "Klangwelten" statt. Durch das dreistndige Programm fhrte der Harfenist, Improvisator und Komponist Rdiger Oppermann. Er schmckte seine Moderation mit zahlreichen Anekdoten ber die Bedeutung von Musik in Lndern wie Kenia und Vietnam. Dabei ging er besonders auf die Geschichte von Instrumenten wie der Maultrommel oder dem Mundbogen ein. In kurzen Prsentationen brachte er dem Publikum so die Funktionsweisen ungewhnlicher Melodieinstrumente wie des vietnamesischen Dan Bau nher.

Oppermann grndete das KlangWeltenFestival vor vierundzwanzig Jahren und ist seitdem mit der jhrlichen Organisation des Festivals betraut. Ein halbes Jahr reiste er zur Vorbereitung des diesjhrigen Festivals nach Vietnam und Kenia und traf dort Knstler vor Ort. 2011 wird ber diese Reise ein Film des Produzenten und Kameramanns Hendrik John verffentlicht.

Das Weltprogramm hatte viel zu bieten: Das Frauenduo Ayarkhaan aus Jakutien, der heutigen Republik Sakha, erffnete die Veranstaltung. Sie traten mit Fellgewndern und Perlenschmuck behngt auf. Die beiden Musikerinnen sangen Obertonmelodien durch zwei Maultrommeln. Im rhythmischen Keuchgesang lsten sie einander ab. Ein Klangerlebnis, das westlichem Hrverstndnis unvertraut ist.

Die gebrtige Georgierin Russudan Meipariani begleitete eigene Klavierkompositionen mit zartem Gesang. Ihre Musik wirkte insgesamt improvisiert und minimalistisch. Gesanglich schwelgte sie dabei oft in einer selbsterdachten Phantasiesprache ohne fassbare Melodie. Oganda aus Kenia sang hingegen mit energiegeladener, krftiger Stimme. Dabei begleitete er sich mit einer Nyatiti-Leier. Die einfach akzentuierten Rhythmen rissen den Zuhrer mit. Seine Songs behandeln tgliche, gewohnheitsmige Vorkommnisse. Sie reprsentieren die archaische und unverflschte Musik aus dem lndlichen Afrika.

Hoa Tran und Hung Le sind das Lotus Duo und brachten dem Publikum klassische Musik aus Vietnam nher. Grundlage sind bearbeitete vietnamesische Volkslieder. Sie behandeln Jahreszeiten, Landschaften und die Schnheit der Natur. Der Inder Jatinder Thakur schlielich spielte auf der Tabla-Trommel. Durch regelmig vernderten Rhythmus lsten unterschiedliche Trommelmelodien einander ab. Dadurch enstandt ein Grundton fr Musikstcke und Improvisationen, die whrend des Festivals auch gemeinschaftlich angestimmt wurden.

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