Bei vielen knstlerischen Projekten kam der eigene Krper zum Einsatz.
   
 

Die KuSch-Betreuer Prof. Dr. Ulrika Eller-Rter und Prof. Dr. Michael Brater.
   
Am 3. und 4. September diskutierte in der Alanus-Hochschule ein Abschluss-Symposium Ergebnisse der EU-gefrderten Initiative "Kunst im sozialen Brennpunkt". Das europaweite Kommunikationsforum fr Pdagogen mit knstlerischen Projekten, genannt KuSch, wird an der Alanus-Hochschule durch Prof. Dr. Ulrika Eller-Rter und Prof. Dr. Michael Brater betreut.

Im Rahmen des Symposiums stellte die Initiative Eindrcke aus zweijhriger Zusammenarbeit mit Schulen in sozialen Brennpunktgebieten in Rosia (Rumnien), Szombathely (Ungarn), Antwerpen (Belgien) und Mannheim (Interkulturelle Waldorfschule) vor. Durch Fotodokumentationen und Vortrge im Werkhaus der Alanus-Hochschule prsentierten sich erstmals Modellprojekte in den Bereichen Malerei, Musik, Grafik, Schauspiel und Tanz.

Wie kann Kunst benachteiligte Schlern frdern?

Joseph Beuys' einflussreiches Postulat, jeder Mensch sei Knstler, begrndet das Entwicklungsvorhaben des Projekts. Ziel der Initiative "Kunst im sozialen Brennpunkt" ist, Kunst dort stattfinden zu lassen, wo man sie nicht erwartet. Auf einigen, die jeweiligen Brennpunkte dokumentierenden Fotos sind Slum-hnliche Verhltnisse erkennbar. ber die Kinder und Jugendlichen in Rosia erzhlt Michael Brater: "Abgebildet sind sesshaft gewordene und darber ihrer Kultur entfremdete Roma. Die Eltern sind grtenteils arbeitslos; etwa 80% der Vter sind Alkoholiker."

Die Knappheit an Mitteln und der Legitimationsdruck gegenber anderen wissenschaftlichen Fchern fhrt an Brennpunktschulen meist zu Krzungen knstlerischer Fcher. So wachsen sozial benachteiligte Kinder und Jugendliche relativ kunstfern auf. Der Ansatzpunkt der KuSch-Projekte ist nun, bei jungen Menschen im Rahmen von Events Zugnge zu einem emanzipatorischem Potential von knstlerischer Praxis zu wecken. Die Grundannahme ist, dass eine Teilhabe bildungs- und kunstferner Kreise an dem Kulturgut Kunst ihren Horizont bereichern und ihre eigenen Fhigkeiten schulen kann.

Negative Selbstbilder berwinden: Die Unbefangenheit ist Prinzip.

Intuitives Arbeiten ohne Benotung und fernab vom angepassten 'richtig' oder 'falsch' frdert eine Selbstwertschtzung, so Ulrika Eller-Rter. Im Rahmen der zweijhrigen Arbeit fr KuSch betreuten pdagogisch geschulte Knstler in Kooperation mit den lokalen, assistierenden Lehrern etwa 300 Schler. Die Jugendlichen zeigten in den Projektwochen oftmals eine unkonventionelle Haltung gegenber Kunst. Bei vielen knstlerischen Projekten kam auch der eigene Krper zum Einsatz, wie im Rahmen von Gesichtsmasken, Handgipsabdrcken, bei Kostmschneidearbeiten oder beim Improvisationstheater. Die spielerische Erfahrung am eigenen Krper thematisierte oftmals das Selbstbild und einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Selbst und dem Gegenber.

Neben der Arbeit mit Jugendlichen und Kindern leistete KuSch auch eine Vermittlung zwischen den Generationen durch Kunstprojekte, die Schler zusammen mit ihren Eltern, mit Behinderten und Senioren gestalteten.

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