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Das Bonner Sommerkino
   
 

Eröffnungsempfang
   
 

Sigrid Limprecht
   
Eine Vorentscheidung könne man nicht bekanntgeben, so lautete die wichtigste Information zur Eröffnung der 26. Internationalen Stummfilmtage in Bonn. Die Frage, welche die Freunde des „Bonner Sommerkinos“ gerne geklärt hätten, steht bereits seit mehreren Monaten im Raum: Wird es das Festival im nächsten Jahr überhaupt noch geben? Der zukünftige Sparkurs der Stadt Bonn geht mit großen Einschnitten im Kulturhaushalt einher. Damit fiele das finanzielle Fundament von 40.000 Euro für die Stummfilmtage komplett weg, eine Fortführung in Bonn gestalte sich praktisch unmöglich.

Beim Eröffnungsmpfang im Hauptgebäude der Universität Bonn sprach Stadtdirektor Dr. Volker Kregel in seinen Grußworten Bonns „dramatische Haushaltslage“ selbstverständlich an. Gleichzeitig stimmte er die anwesenden Freunde der Veranstaltung versöhnlich, indem er die Wetterlage – leichte Bewölkung statt befürchteter Regenschauer – als „wichtiges Zeichen für die nahe Zukunft“ deutete. Seine Hervorhebung, das Festival habe durch seine „Strahlkraft weit über die Stadt hinaus“ seine Zukunftssicherung verdient, stieß auf vehementen Applaus. Fast hätte man vergessen können, dass die Vorentscheidung eben doch noch nicht stattgefunden hatte.

Prorektor Prof. Dr. Armin B. Cremers der Universität Bonn löste sich in seiner anschließenden Ansprache von der bedrückenden Thematik. Ein kulturelles Highlight für die Studenten, so sehe er die Stummfilmtage. Als fester Kooperationspartner stellt die Universität den Arkadenhof des Hauptgebäudes als Spielstätte zur Verfügung, die Filmkultur wird somit zum festen Bestandteil der Hochschule. Eine „Avantgarde im Diskurs“ wünsche Cremers sich auch für seinen Fachbereich – Künstliche Intelligenz und Robotik, die „Avantgarde der Informatik“. Ein Bezug zum Eröffnungsfilm „Metropolis“ liegt damit nahe: Das 1927 veröffentlichte Monumentalwerk beinhaltet einen der prominentesten Roboter der Filmgeschichte. Kulturgeschichte und Naturwissenschaft finden so eine Schnittmenge.

Abschließend kam Sigrid Limprecht, Leiterin der Internationalen Stummfilmtage, erneut auf die prekären Zukunftsaussichten des Festivals zu sprechen. Viele gutgemeinte Vorschläge habe man bereits erhalten, eine Alternative zur finanziellen Unterstützung seitens der Stadt gebe es aber nicht. Ideen sollen trotzdem weiterhin lautstark eingebracht werden. Besucher und Freunde der Stummfilmtage sind daher herzlich eingeladen, das Gespräch mit den Veranstaltern zu suchen. Ein Informationsstand ermöglicht die Teilnahme an der Aktion „Stummer Freund/Stumme Freundin“ – eine Mischung aus Unterschriftenkampagne und Newsletter.

Die Bedeutung des Bonner Sommerkinos kann man dabei nicht genug betonen: Durch den Verlust des Festivals würde eine Lücke auf der internationalen Karte der Filmkultur entstehen. Sowohl bei den Veranstaltern als auch beim Publikum zeigten sich am Eröffnungsabend daher Entschlossenheit und vorsichtiger Optimismus. Es bleibt zu hoffen, dass diese Energie bis zur wirklichen Entscheidung über die Zukunft der Stummfilmtage bestehen bleibt.

***Offizielle Homepage***

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