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Am 23. Juni startete in Köln die C/O Pop. Das Festival widmet sich der zeitgenössischen Popkultur, besonders im Musikbereich. Integriert ist die "C'N'B Convention", die Gelegenheit gibt, die regionale Kreativwirtschaft kennenzulernen. Und der geneigte und durchaus Popkultur-versierte Leser fragt sich: "Wat für ne Convention?" Die Frage drängt sich auf. Worum geht es hier? Ganz "einfach": Es geht darum, Kreative und die Wirtschaft miteinander in Kontakt zu bringen, damit das "Business" in der Branche nicht versiegt. Sozusagen ein Stelldichein der Interessierten, Schaffenden, Spielenden, Verkaufenden und so weiter. Offiziell also "das erste branchenübergreifende internationale Forum für die Kreativwirtschaft." Cui bono? In erster Linie – und das war in den Eröffnungsreden nicht zu überhören – der Region, namentlich der Stadt Köln. Immerhin ist die Popkomm schon vor Jahren ausgewandert. Die Rheinschiene muß also nachlegen, um nicht ins Hintertreffen zu geraten. Nett: Man will in jedem Falle Düsseldorf, vielleicht aber auch Bonn mit ins Boot nehmen. Das Rheinland rüstet in Sachen zeitgenössischer Kultur also wieder auf. So schreibt man es sich zumindest auf die Fahne. Angesichts rabiater Kürzungen in den Kulturhaushalten der Städte mutet eine derartige Creative-Business-Hochzeit schon ein bißchen zynisch an. Denn auf der Convention wird wohl eher "Business" im Vordergrund stehen als wirklich Kultur. Aber nur kein Neid: Es geht ja was in den Kreativ-Branchen, eine Menge sogar! Das soll und darf nicht vergessen werden. Und irgendwo muß die Vernetzung mit dem Markt ja schließlich stattfinden, sonst gehen nicht bloß Talente, sondern ganze Zweige baden, die das Land sehr gut brauchen kann. Insofern wollen die Chancen sauber genutzt sein. C/O Pop liefert mit der C'N'B Convention die Plattform, auf der das möglich sein soll, auf der Ideen gesammelt, Inspirationen geschöpft und neue Möglichkeiten erschlossen werden sollen. Kölns Bürgermeisterin Elfi Scho-Antwerpes drückt das dann so aus: "Hier ist nichts offensichtlich, aber alles erstklassig." Das ist ein Anspruch. Immerhin hat sich die C/O Pop seit 2004 zu Recht einen Namen gemacht. Auch wenn viele Kulturschaffende der Region, die in diesen Zeiten um ihre Existenz bangen, von all dem, was da im Staatenhaus am Rheinpark in Deutz bis zum 28. Juni passiert, aber auch rein gar nichts haben werden. Denn wenn der Pop blüht, nimmt er die Kultur nicht zwingend mit zum Glanz. Aber aus blühendem Pop wird nicht selten auch mal Dünger für die Kultur. Sollte ja klappen. Mehr Informationen auf der Homepage.
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