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Das Geld liegt auf der Fensterbank.../Thomas Kreimeyer
   
 

Markus Barth/Sebastian 23
   
 

Fräulein Cäsar/Cello Mafia
   
Die ersten Gewinner des Prix Pantheon stehen fest: Sebastian Pufpaff konnte das Publikum mit Charme und Witz überzeugen. Mit vor Freude geballter Becker-Faust stürmte Pufpaff die Bühne und hob Moderator Rainer Pause in die Luft. Jetzt gehts richtig los für den smarten Bonner, der auf der großen Prix-Pantheon-Gala am 15.06.2010 vor großem Publikum auftreten darf.

Die Jury entschied sich in diesem Jahr für Sebastian 23, der sich als Sieger zahlreicher Poetry Slams einen Namen machte, im Wettstreit um den Prix Pantheon aber auch Gitarre und Gesang überzeugen konnte. Seine abstrusen Geschichten über den "schwimmenden Pavian auf der Suche nach einer Thunfischfrau" oder poetische Gedanken zu Klingeltönen, Randgruppen und Heino-Texten sind hinreißend komisch, amüsant, intelligent. Die Jury überzeugte Sebastian23 mit seinem "Drang in die Tiefe des menschlichen Seins" und seinem "Spiel mit den Worten", wobei er ein "Meister-Meister" sei.

Neben Sebastian23 traten am zweiten Wettkampftag fünf weitere hoffnungsvolle Nachwuchstalente der Kleinkunstszene an. Das Geld liegt auf der Fensterbank, Marie eröffneten die zweite Runde mit einem harmlosen Geschlechterkampf. Fridolin und Wiebke - ein süßes Pärchen, das in seinen Streitereien kein Klischee ausläßt. Sie wünscht sich Romantik, er hält sich für romantisch. Sie hat keine Ahnung von Musik oder Filmen, weiß aber natürlich alles besser. Er berichtigt sie dezent und läßt sie im Glauben an ihr vollkommenes Wissen. Im netten Duett über verflossene Affären versöhnen sie sich. Niedlich, aber harmlos. Geschlechterkampf kann spannender sein.

Thomas Kreimeyer hält nichts von Vorbereitungen. Mit einem kleinen roten Stuhl und Eieruhr bewaffnet stellt er sich auf die Bühne und schaut, was so davor passiert. Eine Bonner Lehrerin samt "Leihklasse" muss dran glauben und wird zum Spielball von Kreimeyers wunderbar schlagfertigen und amüsanten "Stehgreifkabarett". Es geht um Eier, Tee, Lügen und Autos. Kreimeyer stellt fiese Fragen, schnappt jede noch so kleine Antwort auf, interpretiert diese neu und spinnt seinen hämischen Faden weiter. Für die Zukunft merken: Bei Kreimeyer nicht in der ersten Reihe sitzen!

Markus Barth liefert klassische Stand-up-Comedy. Als Autor für zahlreiche Künstler zog es ihn irgendwann selbst auf die Bühne. Dort wundert er sich über soziale Netzwerke im Internet, merkwürdige Erfindungen für Drogeriemärkte und Panikthemen wie Schweinegrippe, Ascheregen - oder den Kölner U-Bahn-Bau. Der sympathische Exil-Kölner wirkte nicht ganz so entspannt wie sonst. Als Angehöriger der Pantheon Next Generation hat er schon mehr Witz versprüht. Vielleicht war es die Aufregung, dass nicht alle "Spaßtipps" funktionierten.

Zum Ende des zweiten Wettkampftages wurde es für das von hohen Temperaturen geplagte Publikum nochmal anstrengend. Alexandra Gauger gab als Fräulien Cäsar eine Musikstunde, die es in sich hatte. Eine "Hühnerversion" von Whitney Houstons "I will always love you" bewegte sich zwischen amüsant und nervig, ihr gesangliches "Vorspiel" beeindruckte zwar stimmlich, wirkte aber doch etwas derb, doch bei Gaugers kräftigem Organ ist Feinsinn wohl eher nicht gefragt. Kaum hatte das Publikum ihre Atemübungen überstanden, schon mußte es den Anweisungen der Cello Mafia Folge leisten. Fünf Cellisten strichten auf ihren Instrumenten, als ginge es um ihr Leben. "Spiel mir das Lied vom Tod" und die "Tatort"-Melodie sorgen für Spannung auf der Bühne. Mit Hüten, Brillen und Zigarren versuchen sich vier Herren und eine attraktive Dame als Paten. Ihre Virtuosität auf den Celli läßt das Pantheon erzittern und so wird an diesem Abend auch dem letzten richtig heiß, als die Cello-Mafia durchs Publikum schreitet und nach glücklichen Menschen sucht.

Der Prix Pantheon hat auch in diesem Jahr wieder viel Abwechslung auf die Bühne gebracht. Es wurde gesungen, getanzt, musiziert, rezitiert und einfach nur geredet. Mal mehr, mal weniger lustig und immer wieder überraschend. Auf die ersten feststehenden Gewinner sollte man auf jeden Fall ein Auge haben - und einiges von ihnen erwarten.

Der Prix Pantheon ist ein renommierter Kleinkunstpreis, der einmal jährlich in vier Kategorien vergeben wird. Während der zwei "Wettkampftage" treten 12 Künstler gegeneinander an. Jury und Publikum entscheiden vor Ort über die ersten Gewinner. Für den TV-Publikumspreis ist jeder stimmberechtigt. Am 16.05.2010 und 23.05.2010 strahlt das WDR-Fernsehen die Aufzeichnung aus dem Bonner Pantheon aus. Im Radio gibt es die Mitschnitte am 13.05.2010 und 16.05.2010 jeweils um 20:05 Uhr auf WDR 5 zu hören. Für seinen Liebling kann man hier abstimmen.

Hier gehts zum Bericht vom 1. Wettkampftag.

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