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Vielfalt Leben! So lautet das diesjährige Motto des Sommerblut-Festivals in Köln und macht damit schon auf den ersten Blick klar: hier ist alles willkommen! Am Sonntag, 02. Mai, startete das Internationale Kulturfestival mit einer fulminanten Eröffnungsshow in der Musikhochschule Köln – und machte gehörigen Hunger auf mehr! Mit Musik und Kabarett von Klassik bis Volksmusik Eine locker-flockige Anka Zink führte gewohnt charmant durch den bunten Nachmittag und outete sich dabei als absoluter "Orchester-Profi". Ob verfrühter Auftritt mitten im Stück, die Suche nach der ersten Geige oder einfach nur der Name des schwul-lesbischen Orchesters "Rainbow Symphony Cologne" (ja, ohne "Orchestra" im Titel!) – irgendwie ist das alles nicht so einfach. Doch mit ihrer professionellen Stand-Up-Comedy brauchte sie sich um die Sympathie des Publikums wahrlich keine Sorgen machen. Die Herzen gewonnen hatte schnell auch eben jenes "Rainbow Symphony Orchestra", die ebenso verträumt die Suiten 1 und 2 aus Peer Gynt- wie auch dramatisch Stücke aus "Schindler’s Liste" darbringen konnten. Dabei erhielt das Laienorchester Unterstützung von 16 französischen Künstlern, die extra für diesen Tag angereist waren. Von weit her kamen auch die "Wanderer", die weltberühmte A-Capella-Band aus Köln-Nippes. Mit ihrer Interpretation von "Muss i denn zum Städele hinaus…" sorgten sie für ordentlich Stimmung und zu "Pata Pata" konnten sie ohne Mühe den ganzen Saal zum kollektiven African-Dance und Kanon-Gesang gewinnen. Einen Ohrenschmaus bot die Kölner Sopranistin Katharina Hagopian mit einer imposanten Arie aus Peer Gynt. Und das Rainbow Symphony Cologne bewies mit einer weiteren virtuosen Leistung namens "Pomp and Circumstances", dass sie ebenfalls schwungvoll auftrumpfen können. Für mehr Toleranz Schon bei der Eröffnungsfeier hatte man sich eben vollkommen an das diesjährige Motto gehalten. "Vielfalt Leben" – das steht für Kunst auf höchstem Niveau, gemacht von Minderheiten, die so ihren Lebensformen Ausdruck verleihen und damit Vorurteile und Barrieren abzubauen versuchen. Und Minderheiten schließt dabei alles ein, das irgendwie in diese Schublade passt, wie Lale Akgün in ihrer Eröffnungsrede noch einmal betonte: "Wer zählt zu diesen Minderheiten? Migranten? Schwule und Lesben? Behinderte? Schwarze? Frauen? (…) Sie alle sind auf dem Sommerblut Kulturfestival vertreten, einzeln, aber auch gemeinsam!" Im Rahmen der Eröffnungsfeier kürte die Vorsitzende des Fördervereins Sommerblut Kulturfestival e.V. auch ein neues Ehrenmitglied, das zweite in der erst neunjährigen Geschichte des Festivals. Der Schirmherr des Festivals, Kölns OB Jürgen Roters, wurde für sein langjähriges Engagement (von der ersten Minute an, wie Veranstalter Rolf Emmerich zu berichten wusste) ausgezeichnet. Im Kampf gegen den Regen Doch man kann und muss es einfach zugeben: die Redner gerieten neben den Künstlern schlichtweg ins Hinterstübchen! So schaffte es das Kabarett-Urgestein Robert Kreis mühelos mit seiner traditionellen Kabarett-Darbietung im Stile der großen 20er- und 30er Jahre die Herzen der Zuschauer für sich zu gewinnen. Die "German Gypsy Queens" holten mit ihrer Mischung aus Balkan Sounds, Gypsybeats und Sambarhythmen die Sonne in die Musikhochschule und hoben mit ihrer lebensfrohen Zigeunermusik die Stimmung in höchste Sphären. Den absoluten Gipfel der hemmungslosen Ausgelassenheit erreichte man schließlich beim eindrucksstarken Auftritt, oder besser: Einmarsch, des Kunstorchester Kwaggawerks. 50 Blechbläser strömten von allen Seiten in den Saal und enterten mit Grönemeyers All-Time-Hit "Mambo" die Bühne. Da geriet nicht nur Dirigent und Gründer Reto Stadelmann völlig in Ekstase! Das Rainbow Symphony Cologne versuchte danach zwar noch, den Nachmittag mit einem Walzer stilvoll enden zu lassen, doch dank Kwaggawerk war es für jegliche Zurückhaltung schlichtweg zu spät. Das Publikum verlangte nach Zugaben des Kunstorchesters – und bekam sie auch! War die offizielle Eröffnungsveranstaltung auch beendet, ging die Party einfach draußen weiter. Im strömendem Regen sorgte Kwaggawerk in den Straßen vor der Musikhochschule für die richtige Sommer-Stimmung. Da wagte keiner, eher zu gehen, bevor nicht auch kollektiv die letzte Silbe von "Let it be" gesungen war! Lasset die Spiele beginnen Let it be – Lass es geschehen! Besser hätte der Start ins Sommerblut-Festival nicht verlaufen können. Der Anspruch, den sich die Macher selbst setzen, ist stets hoch, doch wieder einmal wurden sie ihm schon beim ersten Akkord vollauf gerecht! Die nächsten Wochen versprechen heiß zu werden! Also Leute: Ab nach Köln und Vielfalt (Er)Leben! Das komplette Programm gibt es hier. Weitere Informationen zu Veranstaltungsorten und dem Festival an sich gibt es auf der Homepage.
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