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Axel Pätz, Sebastian Pufpaff
   
 

Max Uthoff, David Werker
   
 

Nordkvark, Frieda Braun
   
Es ist wieder soweit. Zum 16. Mal kämpfen 12 vielversprechende Talente der Kabarett- und Comedyszene im Bonner Pantheon um den begehrten und renommierten "Prix Pantheon". Unter den kritischen und wohlwollenden Augen von Jury und Publikum bewarben sich gestern abend die ersten sechs Kandidaten. Moderator Rainer Pause hoffte trotz Kampf auf "friedensähnliche Zustände" und hielt wie jedes Jahr ein Plädoyer für Toleranz, aus welch bedauernswerten Regionen der Republik die Kandidaten auch kommen mögen.

Frieda Braun aus dem Sauerland eröffnete den Wettkampf. Bewaffnet mit Kittelschürze, Regenhaube, Strickjacke und dicker Brille erzählte sie Anekdoten aus dem Sauerland und wunderte sich über die Tücken der neuen Zeit. Frieda Braun ist sowas wie Herbert Knebel in weiblich: ziemlich schrullig mit altbackenem Dialekt, naiv und noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen - eine altbewährte Comedy-Figur eben. Während Frieda Braun sich bereits damit beschäftigt, wie man neuen Schwung in eine Ehe bringt, sind Nordkvark aus Lappland noch auf der Suche nach der richtigen Frau. Das schräge Trio sieht aus wie die Blues Brothers im Pennerlook. Müde von der langen Suche zeigen sie sich eher wortkarg, sprechen läppisches Englisch und machen aus Abbas "Waterloo" einen Song über "Wildlachs-Hunting". Shaggys "Mr. Boombastic" wird als läppischer Balztanz präsentiert und zu guter Letzt versuchen es die Lappen gar mit nackter Haut, indem sie einen Sauna-Aufguss auf der Bühne zelebrieren.

Max Uthoff wirkt zunächst streng korrekt und harmlos. Man glaubt noch an zarte Poesie, wenn er zärtlich über den Frühlling spricht, doch schnell schießen böse Wortpfeilspitzen dazwischen, die Uthoff mit einem süffisanten Grinsen serviert. Schnell schlüpft er in die Rolle eines schwäbelnden Waffenhändlers, der im Zugabteil seinen Sitznachbarn ungefragt unterhält, um im nächsten Moment wieder den Experten für positives Denken zu geben. So sieht Satire aus: klug, böse und sehr witzig.

Sebastian Pufpaff aus Bonn versuchte es erstmal mit Komplimenten fürs Publikum und brauchte ein paar Minuten, um sich einen Überblick zu verschaffen. Glücklicherweise hat er immer ein "Lustiges Taschenbuch" am Mann, um Dialoge zwischen Onkel Dagobert und seinem Neffen zu analysieren - zur großen Freude des Publikums. "Denken sie mal drüber nach." ist Pufpaffs Devise. Er überzeugt mit Improvisation und braucht keinen roten Faden, um das Publikum vor Lachen aus den Sitzen zu hauen. Pufpaffs nach außen getragene Gedanken über Evolution, Kinder ohne Playstation und Walretter in Niopren-Anzügen sind höchst komisch.

David Werker ist Student aus Siegen - trostlos genug, wie er meint und so beklagt er die Leiden der Siegener im allgemeinen und der Siegener Studenten an sich. Er analysiert das unterschiedliche Prüfungsverhalten von Männern und Frauen und stellt dabei seine eigene These auf, wozu Frauen in Prüfungen jede Menge Plüschtiere und Obst brauchen. Immerhin lernt er langsam, auf die SMS der Freundin zeitnah zu antworten.

Einen großartigen Abschluss des ersten Wettkampftages lieferte Axel Pätz, der mit Plüschsessel am Klavier für intime Bar-Atmosphäre sorgte. Pätz versteht sein Handwerk perfekt: Mimik, Gestik, Klavierspiel harmonieren miteinander, seine Stimme nutzt er beeindruckend als Ausdrucksmittel - schreit, flüstert, quietscht - wie das Kind im Mutterleib, das gerade sein "Geburtstrauma" erlebt. Dass er Bayern-München-Fan ist, gibt er nur ganz leise, aber dennoch offen zu. Das Publikum wird es ihm verzeihen.

Der erste Wettkampftag hat wieder einmal die Vielfalt des Wettbewerbs bewiesen. Heute abend werden Das Geld liegt auf der Fensterbank Marie, Thomas Kreimeyer, Markus Barth, Sebastian 23, Alexandra Gauger und Cello Mafia jeweils 20 Minuten lang ihr Bestes geben. Im Anschluss werden die Gewinner in den Kategorien "Frühreif und verdorben" (Jurypreis) und "Beklatscht und ausgebuht" (Publikumspreis) vergeben. Eins ist sicher: es gibt wieder viel zu lachen und neue Talente zu entdecken.

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