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Biomorph
   
 

Valentine
   
 

Thief of Baghdad
   
"Wo hängt das?" sei die Reaktion vieler Zeitungsleser gewesen, sagt Kuratorin Dr. Julia Friedrich. Gemeint ist das Aquarell "Biomorph" der US-amerikanischen Künstlerin Mary Heilmann, das vom Kölner Stadtanzeiger in einem Artikel abgedruckt wurde. Anlass ist die aktuelle Ausstellung Heilmannscher Zeichnungen und Drucke im Museum Ludwig unter dem Titel "Weather Report".

Das Feedback zur Ausstellung sei groß, sagt Friedrich. Neben dem Fachpublikum, das Heilmanns künstlerische Karriere seit langem verfolgt, kämen auch viele interessierte Museumsgänger. "Biomorph" steht dabei exemplarisch für die abstrakten, bunten Werke der Künstlerin, die hierzulande nahezu unbekannt ist.

"Mit der Ausstellung wollen wir Mary Heilmann in Deutschland bekanntmachen", erklärt Friedrich. Das Werk der 70 Jahre alten Künstlerin gehöre zu den wichtigsten der zeitgenössischen abstrakten Malerei. In deutschen Museen und Galerien ist Heilmann bisher aber kaum vertreten. Das Museum Ludwig zeigt nun erstmals einige Arbeiten auf Papier, darunter Radierungen, Holzschnitte und Aquarelle. Um die graphische Sammlung des Museums zu erweitern, wurden einige dieser Werke von der Künstlerin selbst oder aus Galerien erworben.

Manche Werke erinnern mit ihrem geometrischen Aufbau in gelben und roten Farbfeldern sofort an Piet Mondrian oder Barnett Newman. "Natürlich hat sich Heilmann mit der Tradition der Abstraktion auseinandergesetzt", sagt Friedrich, "aber dieser Prozess geht immer weiter." Charakteristisch für die Künstlerin sei, dass man in ihren Arbeiten viele Bezüge zu ihrem eigenen Leben feststellen könne.

Ein gutes Beispiel dafür ist eine Serie von 2007, bei der Mary Heilmann jeweils einem persönlichen Foto einen Druck gegenüberstellt. "Converge", "Snakey" und "Thief of Baghdad" heißen die drei Werke. Obwohl es sich bei Foto und Druck um sehr unterschiedliche künstlerische Möglichkeiten handelt, entsteht dennoch eine Verbindung durch Formen und Farben.

"Die leuchtenden Farben haben etwas sehr Ansprechendes", findet Julia Friedrich. Daran könne man leicht erkennen, dass Mary Heilmann unter der Sonne Kaliforniens aufgewachsen sei. Die Surfkultur, das Leben am Meer, aber auch Pop- und Jazzmusik beeinflussten ihr künstlerisches Schaffen.

Ausgebildet in Skulptur und Keramik, beschränkt sich das Schaffen der heute in New York lebenden Heilmann nicht nur auf Gemälde und Papierarbeiten. Die Auseinandersetzung mit Dreidimensionalität, die bei Tassen und Möbeln möglich ist, findet bei ihr auch Ausdruck in zweidimensionalen Werken. Dazu gehört die Radierung "Untitled: Kiss, Cut, Touch and Valentine", dessen rote und weiße Farbflächen mit dieser Thematik spielen.

Im Jahr 2007 würdigte das Orange County Museum of Art in Newport Beach, Kalifornien, die Künstlerin mit einer umfangreichen Ausstellung. Zu Gast war die Schau danach in Houston, Columbus und New York. "Ich hoffe, dass die Aufmerksamkeit, die Mary Heilmann in den USA bekommen hat, zu uns herüberschwappen wird", sagt Friedrich. "Wenn man Freude an abstrakter Malerei hat, kann man eine Künstlerin entdecken, die schon lange gute und selbständige Kunst macht."

Die Ausstellung läuft noch bis zum 11. April 2010. Weitere Informationen zur Schau gibt es hier.

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